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40 Tonnen deutscher Bio-Hafer für Start-up Müsli

Das Start-up Haferkater legt bei seinem Porridge großen Wert auf Saisonalität und Regionalität. Welche Chancen ergeben sich daraus für deutsche Landwirte?

Lesezeit: 4 Minuten

Im Interview mit top agrar erklärt Sandra Liedtke, Produktmanagerin bei Haferkater, wie das Start-up gemeinsam mit der heimischen Landwirtschaft für weitestgehend nachhaltige Lieferketten sorgen will und welche Herausforderung dabei aufkommen.

Sie bieten an großen, deutschen Bahnhöfen pendlerfreundliches und gesundes Frühstück an: Porridge aus deutschem Hafer. Woher beziehen Sie den Hafer? Wie wählen Sie die Erzeuger des Rohproduktes aus?

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Liedtke: Wir arbeiten seit langem mit einem spezialisierten Bio-Großhändler zusammen, der uns den Hafer als Zwischenhändler liefert. Er bezieht den Hafer nach unseren Kriterien. Uns ist wichtig, dass es Bio-Hafer ist und er aus Deutschland kommt.Zurzeit kommt der Hafer aus Brandenburg. Die Region aus Deutschland kann sich jedoch ändern, je nach Verfügbarkeit.

Nachhaltigkeit und Kunden-Geschmack stellenweise im Widerspruch

Sie legen großen Wert auf Nachhaltigkeit: Wie spiegelt sich das im Verhältnis zu den landwirtschaftlichen Lieferanten wider?

Liedtke: Zum einen versuchen wir saisonale Produkte in unseren Menüs hervorzuheben. Standardprodukte, die es das ganze Jahr gibt, versuchen wir so einzukaufen, dass Lieferwege minimiert werden und Rohstoffe generell nachhaltig sind. Trotzdem muss man manchmal Kompromisse machen bei Trend-Produkten, die die Kunden lieben, wie z.B. Avocados. Dort muss man dann den Nachhaltigkeitsaspekt und den aktuellen Geschmack der Kunden abwägen.

Zum anderen die Bio-Qualität: Als Haferkater gegründet wurde, war es noch schwerer bei konventionellen Großhändlern, Bioprodukte im Sortiment zu finden. Heute ist das schon einfacher, da der Marktanteil von Bioprodukten gestiegen ist und Kunden wie wir dieses Angebot bei den Großhändlern einfordern.

Welche Mengen Hafer nehmen Sie pro Jahr ab? Wie gestaltet sich die Preisfindung?

Liedtke: Wir beziehen zurzeit um die 40 Tonnen Hafer pro Jahr.

Preise werden generell um die Erntezeit definiert. Der Ertrag der Saison bildet die Grundlage der möglichen Preisverhandlung. Wir verhandeln immer einen Fixpreis für eine Jahresabnahmemenge.

Herausforderung: Produkte ganzjährig und bundesweit verfügbar haben

Welche Qualität muss der Hafer haben, dass er gut verarbeitet werden kann?

Liedtke: Da wir große Mengen abnehmen und Hafer unser Kerngeschäft ausmacht, sollte er konstante Qualität und Geschmack haben. Der Geschmack soll Hafer-typisch nussig sein. Besonders eine relativ gleichbleibende Korngröße ist von operativem Vorteil, da dadurch die Haferquetschen weniger oft neu eingestellt werden müssen.

Beziehen Sie noch weitere Produkte aus der deutschen Landwirtschaft? Wenn ja, welche? Welche Chancen gäbe es für deutsche Bauern, an ein Start-up wie Ihres zu liefern?

Liedtke: Bei unseren anderen Produkten müssen wir nach Verfügbarkeiten einkaufen und können nicht garantieren, dass sie immer aus Deutschland kommen. Wir haben aber viele deutsche Lieferanten, wie z.B. die Bäckerei Bubner, die Achenbach-Manufaktur, Ohsolecker und der Händler Bode Naturkost.

Unsere Rohstoffe müssen systemgerecht sein, da wir ein deutschlandweites Franchisesystem sind. Das heißt: Produkte müssen ganzjährig und im ganzen Land verfügbar sein. Was also eine Schwierigkeit darstellt für einzelne Landwirte, ist die Menge der Rohstoffe zu produzieren, die wir benötigen sowie die Größe des Liefergebiets. Wenn Landwirte an Zwischenhändler oder an unseren Großhändler liefern, ist es immer einfacher für uns, deren Produkte zu beziehen. Dann entsteht kein Mehraufwand in der Einkaufsorganisation, dadurch, dass wir Stores deutschlandweit haben.

Grundsätzlich spielt die Frage, woher unsere Rohstoffe stammen, eine stärkere Rolle als noch am Anfang - vor allem jetzt, wenn Haferkater größer wird. Am Anfang war es vor allem wichtig, das Geschäftsmodell unter Beweis zu stellen und zu wachsen, das geht den meisten Start-ups so. Jetzt haben wir die Ressourcen nicht nur in größeren Kategorien, wie "Bio" oder "vegetarisch" oder "aus Deutschland" zu denken, sondern ganz genau zu überlegen, was wir besser machen wollen. Beispielsweise die Frage, ob wir jetzt für Hafer aktiv auf landwirtschaftliche Betriebe setzen, die unsere Werte teilen, statt auf Großhändler.

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