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Rinderhaltung: 7 Tipps für den Winter

Gevatter Frost hat die Nächte in Deutschland fest im Griff. Verbreitet liegen die Temperaturen im Minusbereich. Wir zeigen, was bei extremer Kälte zu beachten ist.

Lesezeit: 6 Minuten

Extreme Winter stellen Rinderhalter vor Herausforderungen. Es gilt nicht nur Tränken vor dem Einfrieren zu schützen, sondern auch die Tiere trocken und warm und die Technik am Laufen zu halten. Der Kälteschutz im Kuhstall beginnt daher nicht, wenn das Thermometer bereits Minusgrade anzeigt. Was zählt, ist frühzeitige Vorbereitung auf mögliche Schneemengen, Frost oder vereiste Flächen.

Eine To-do-Liste hilft, den Überblick zu behalten: Sie kann für die Wintervorbereitung hilfreich sein, besonders wenn Mitarbeiter oder Familienmitglieder aushelfen. So eine Checkliste lässt sich jedes Jahr wieder nutzen und optimieren.

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Stall und Technik prüfen

Bevor die Temperaturen sinken, sollten nötige Reparaturen erledigt sein. Je nach Betrieb sind das beispielsweise die Kontrolle der Curtains auf Löcher oder die Funktionalität der Schließmechanismen. Das Ausbessern von kaputten Fenstern oder von Löchern in Wänden, durch die Schnee, Regen, Eis oder Wind eindringen könnten. Auch Türen und Tore sollten gut schließen. Vor starkem Schneefall oder Frost ist es wichtig, das Dach auf Schwachstellen zu überprüfen. Auch das Zurückschneiden von Bäumen kann sinnvoll sein.

Vor dem Wintereinbruch sollten Betriebsleiter auch Maschinen auf den Prüfstand stellen, genauso wie Batterien, Öl, Frostschutzmittel oder Reifen. Notstromaggregate sollten ebenso einsatzbereit sein wie Schneeräumgeräte. Einfahrten und Betriebswege müssen instandgehalten sein, damit das Schneeräumen schnell und einfach möglich ist.

Alle wichtigen Materialien sollten für mindestens zwei Wochen vorrätig sein – falls eine Zulieferung wegen der Straßenverhältnisse nicht möglich ist. Dazu zählt auch Treibstoff, Einstreu und Futter. Auch für Landwirte und Mitarbeitende sollte ausreichend warme Arbeitskleidung verfügbar sein.

Was tun im Notfall?

Wenn es friert und schneit, haben Landwirte alle Hände voll damit zu tun, den Betrieb am Laufen zu halten. Deshalb ist es wichtig, im Vorfeld abzuklären: Welcher Versicherungsschutz besteht, z. B. für den Fall eines Gebäudeeinsturzes aufgrund von Schneelast? Was passiert, wenn die Milch aufgrund der Straßenverhältnisse längere Zeit nicht abgeholt werden kann? Solche und weitere Zwischenfälle, die durch extreme Kälte und Schnee verursacht werden könnten, sollten bedacht werden.

WENN ES FRIERT

7 Tipps für den Winter

Was zu tun ist, wenn die Temperaturen deutlich sinken, zeigen folgende Tipps:

1. Kälber: trocken und warm

Kälber unter drei Wochen sind anfällig für Kältestress, weil sie weniger Körperfett und Haare haben. Feuchtes Fell sowie Ohren, Nase, Beine und die Nabelschnur sind besonders gefährdet. Ein trockenes Haarkleid isoliert. Kälberställe und Iglus sollten an einem witterungssicheren Ort stehen und täglich eingestreut werden. Stroh, das den Tieren bis zu den Knien reicht, bietet eine gute Isolierung. Kälberdecken können die Körpertemperatur eines Kalbes um bis zu 4 °C erhöhen. Tagsüber darf das Kalb darunter nicht schwitzen.

Neugeborene Kälber sollten mit Stroh oder einem Handtuch trockengerieben werden. Die Kolostrumgabe ist doppelt wichtig: Sie liefert Immunschutz sowie Proteine und Fette, die der Stoffwechsel für die Wärmeproduktion benötigt.

2. Mehr Energie nötig

Wenn die Temperaturen sinken, steigt der Energiebedarf der Kälber. Bei Minusgraden benötigen sie 30 % mehr Energie nur für den Erhalt. Entsprechend sollte die Menge und/oder Konzentration der Tränke steigen. Beispielsweise von sechs auf acht Liter pro Tag. Die Milch sollte möglichst warm sein. Bei einer ad libitum-Tränke sind mehrere Portionen sinnvoll, um das Einfrieren der Milch zu vermeiden. Eine häufigere Fütterung stabilisiert auch den Pansen-pH-Wert. Warmes Wasser sollte direkt nach der Fütterung bereitstehen, damit die Kälber Wasser trinken, bevor sie sich hinlegen.

Neben den Jungtieren haben auch ältere Rinder bei Kälte einen erhöhten Energiebedarf, um Körpertemperatur bzw. Leistung aufrechtzuerhalten. Die angebotene Futtermenge sollte gegebenenfalls erhöht werden.

3. Tränken frostfrei halten

Auch im Winter gilt: Milchkühe müssen Wasser saufen, sonst fressen sie nicht. Zudem bevorzugen sie wärmeres Wasser von mind. 4,4 bis 18 °C. Idealerweise halten Heizelemente oder erwärmtes Wasser die Tränken frostfrei. Unterirdische Rohre, Ringleitungen oder das Isolieren von exponierten Schläuchen vermeiden, dass Leitungen einfrieren. Im Notfall verhindert langsam fließendes bzw. tropfendes Wasser ein Einfrieren. In Schalen oder Trögen können schwimmende Elemente die Oberfläche in Bewegung halten und damit vor dem Einfrieren schützen. Hilft das nicht, gilt es die Tränken regelmäßig mit heißem Wasser aufzutauen oder aufzubrechen.

4. Zugluft vermeiden

Milchkühe kommen mit kalten Temperaturen zwar gut zurecht. Sie können aber auch unter Kältestress leiden, der sich negativ auf die Leistung auswirkt. Starke Winde von deutlich mehr als 2 m/s und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sind auch für Rinder problematisch. Wichtig ist, dass sie trocken liegen und vor Zugluft geschützt sind. Falls noch nicht geschehen, sollten Löcher geflickt und Türen sowie Fenster geschlossen bzw. abgedichtet werden.

5. Liegeflächen und ­Laufgänge sauber halten

Regelmäßiges Misten und Nachstreuen ist bei tiefen Temperaturen auch für laktierende Tiere wichtig. Ein sauberes, trockenes Fell isoliert besser. Wichtig sind ausreichend Einstreu bzw. trockene Liegeflächen.

Auch Laufgänge sind möglichst sauber zu halten. Schieber sollten häufiger laufen, um in Bewegung zu bleiben. Mit Strohballen lassen sich die Antriebsrollen isolieren. Wenn die Laufwege gefroren und rutschig sind, kann eine Kalkstreu mehr Griff verleihen.

6. Erfrierungen vorbeugen, Zitzen pflegen

Bei extremen Wetterverhältnissen besteht das Risiko für Erfrierungen an noch feuchten Zitzen beim Verlassen des Melkstandes. Das Nachdippen auszulassen ist nur im Notfall eine Option. Besser ist, das Mittel kurze Zeit wirken zu lassen und wieder trocken abzuwischen. Das Waschen mit Wasser trocknet die Zitzenhaut aus und sollte vermieden werden. Keimtötende Dipp­mittel mit hohem Pflegeanteil verringern das Aufspringen oder Aufreißen der Zitzenhaut. Das minimiert auch das Risiko für Verunreinigungen, hohe Zellzahlen oder eine Mastitis.

7. Melkstand und Roboter

Die Melktechnik muss auch bei Kälte problemlos laufen. Mit Styroporplatten oder einem Streifenvorhang aus Plastik lassen sich Melkstand und -roboter von der Außenluft abschirmen. Damit sich die Kühe an den Vorhang gewöhnen, sollten die Streifen nach und nach aufgehängt werden. Eine Isolierung der Decke hält die Wärme besser im Raum.

Um in Melkanlagen das Wasser nach der Spülung aus der Pumpe zu entfernen, kann man die Anlage ggf. etwas länger laufen lassen. Zitzengummis und Milchschläuche lassen sich entleeren, in dem die Schläuche an den Sammelstücken geöffnet werden.

Problematisch ist der Roboter, der rund um die Uhr Wasser benötigt. Auch Ventile und Sensoren sind frostanfällig. Die Melkbox sollte soweit möglich abgedeckt und gegebenenfalls mit einer mobilen Elektroheizung oder einem Infrarotstrahler erwärmt werden. Wenn möglich, sollte der Wassereinsatz begrenzt werden, z. B. die Hinterklauenreinigung ausschalten oder die Standreinigung reduzieren.

Checkliste

Gut vorbereitet auf den Frost

• Betriebsindividuelle Aufgabenliste erstellen

• Nötige Reparaturen an Ställen erledigen, z.B. Wände, Fenster und Dach

• Wo möglich: Tränken gegen Frost absichern bzw. Leitungen isolieren

• Funktionsfähigkeit von Maschinen und Notstromaggregat prüfen

• Vorräte aufstocken, wie z.B. Treibstoff, Einstreu oder Futter

• Bäume zurückschneiden, Wege freihalten

• Versicherungsschutz bei hohem Schneefall oder extremer Witterung prüfen

• Abholung Milch und Notfallplan mit Molkerei abklären

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