Tierschutzverband

ProVieh: Anforderungen für Milch-Haltungsformstufen zu niedrig

Die bereits festgelegten Kriterien für die Haltungsformstufen bei Milch sind dem Tierschutzverband ProVieh zu niedrig. Sie fordern höhere Standards.

Der Tierschutzverband ProVieh kritisiert die Kriterien für die ausgelobten Haltungsformstufen bei Milch im Lebensmitteleinzelhandel (LEH). "Die Stufen 2 und 3 fallen deutlich hinter dem zurück, was heute schon in der Milchviehhaltung Standard ist. Die Messlatte könnte niedriger nicht hängen", sagt Anne Hamester, Fachreferentin für Nutztiere bei ProVieh. Laut Verband könne weder die Anbindehaltung in Stufe 2 noch die Laufstallhaltung ohne Weide in Stufe 3 akzeptiert werden.

Hinter Stufe 3 verberge sich aktuell nicht mehr als der Standard der deutschen Milchviehhaltung. Aktuell befinden sich 90 % der deutschen Kühe im Boxenlaufställen und 30 % der Tiere haben Zugang zur Weide. "Die Supermärkte listen die niedrigen Haltungsstufen 1 und 2 aus. Die Anspruchslosigkeit dieser Stufen macht die Auslistung jedoch wenig wirksam. Ein wichtiger Beitrag für die Transparenz gegenüber Verbrauchern und für das Tierwohl wird hiermit verfehlt", so Hamester.

Daher fordert ProVieh nun, dass die Laufstallhaltung in Stufe 2 und der Weidegang in Stufe 3 zur Mindestvoraussetzung werden. Damit hätte die Anbindehaltung nur noch in Stufe 1 ihren Platz.


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