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topplus Bio-Praktikertag im Allgäu

Weidetipps für Milchvieh und Mutterkühe

Die Vorteile von Leguminosen, Vorweide oder Herbstschnitt waren ein Thema beim Praktikertag für Rinderhalter. Und auch, warum Mob Grazing vielleicht doch kein System gegen Dürre ist.

Lesezeit: 3 Minuten

„Billiges Saatgut fürs Grünland ist am Ende teuer, weil es Ertrag und tierische Leistung kostet“, sagte Edmund Leisen von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Besonders Bio-Vollweidebetriebe sollten bei der Nachsaat nicht sparen. Wichtig sei immer Standort und Boden zu berücksichtigen. „Es ist sinnvoller standorttypische Kräuter zu fördern, als diese übers Saatgut zu etablieren“, ergänzte Katharina Weihrauch vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen.

Tipp: Für Biobetriebe ist es schwierig (bezahlbares) Qualitätssaatgut zu bekommen, das den offiziellen Empfehlungen des Landesversuchswesen entspricht. Die AG Öko-Futtersaaten bietet hierfür regelmäßig Sammelbestellungen an. Mehr Infos: ag-oekofuttersaaten.de/sammelbestellungen

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Zum Praktikertag rund um Milchvieh und Mutterkühe auf dem Hof der Familie Gabler in Haldenwang hatten verschiedene Bio-Verbände eingeladen. An elf verschiedenen Stationen konnten sich die rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem auch über die kuhgebundene Aufzucht, die bodennahe Gülleausbringung am Hang oder den Weideschuss mit Fleischdirektvermarktung informieren und austauschen.

Rotklee und Weißklee sinnvoll kombinieren

Leisen und Weihrauch berichteten zum Thema „Weidesysteme in Zeiten des Klimawandels“. Grundsätzlich sollten immer Leguminosen im Bestand vorkommen, so Weihrauch: „Rotklee lockert mit seinen bis zu 2 m tiefen Wurzeln den Boden auf, übersteht den Weidegang aber nicht so gut und ist daher eher für die Schnittnutzung geeignet. Weißklee ist tragfähiger und trittstabiler. Die Wurzeln bilden ein verzweigtes Netz, sodass die Pflanzen auch die Narbe schneller wieder schließen.“

Kurzrasenweide sorgt für konstante Futteraufnahme

Die Grünlandberaterin gab Tipps für verschiedene Weidesysteme. Ziel einer Kurzrasenweide ist eine Wuchshöhe von etwa 4 cm. Die energiereiche Futteraufnahme sei für die Tiere kein Problem. „Untersuchungen haben gezeigt, dass der Pansen-pH-Wert konstanter ist als z.B. bei einer Portionsweide, wo täglich neue Weideabschnitte ergänzt werden“, so Katharina Weihrauch.

Um den Aufwuchs im Blick zu behalten, lässt sich die Wuchshöhe mit einer einfachen Platte und Zollstock messen. „Das sollten Sie immer an der gleichen Weidestelle machen und auch dort, wo die Kühe tatsächlich fressen – also nicht an Geilstellen oder dem Zutrieb“, erklärte Leisen den Landwirtinnen und Landwirten.

Vorweide reduziert Giftpflanzen-Risiko

Bei hohen Aufwüchsen im Herbst empfahlen Leisen und Weirauch eine späte Schnittnutzung. „Wer mit deutlich mehr als 10 cm Wuchshöhe in den Winter geht, riskiert Mäuseschäden oder Schnee-Schimmel“, sagte Weihrauch. Im Frühjahr sei wiederum eine frühzeitige Vorweide sinnvoll, um eine dichte Grasnarbe zu fördern und den Aufwuchs von Giftpflanzen zu vermeiden. Zu der Zeit liefert das Gras den Tieren sehr hohe Energiegehalte, was die häufig befürchteten Verluste von TM-Ertrag ausgleiche.

Mob Grazing nicht für jeden Standort

Als eine Lösung bei starker Trockenheit werde laut Edmund Leisen häufig das Mob Grazing propagiert. Dabei sollen kurzzeitige, intensive Beweidung von kleinen Parzellen mit anschließend langen Ruhe- bzw. Regenerationszeiten das Speichern von Humus und Wasser fördern. Leisen mahnte aber zur Vorsicht: „Wer 50 % vom Aufwuchs stehen lässt, verliert Milchmenge. Das zeigen die Erfahrungen von praktischen Betrieben. Für Mutterkühe kann das System eine Option sein.“ Allerdings sei in nassen Jahren bei Mob Grazing das Risiko groß, dass die Kühe die alten Grasbestände ungern fressen. Wie und wie gut das Weidesystem funktionieren kann, müsste noch weiter untersucht werden.

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