Einloggen / Registrieren

Startseite

Schlagzeilen
Newsletter
Messen & Termine
Themen
Wir für Euch
Heftarchiv
Sonstiges

Fruchtfolge 2025 Afrikanische Schweinepest Hochwasser

topplus Afrikanische Schweinepest

ASP: Vietnam setzt ersten kommerziellen Impfstoff ein

In vietnamesischen Schweinebeständen wird ein im letzten Jahr zugelassener ASP-Impfstoff an 600.000 Schweine verimpft. Ein Einsatz in Europa ist aber unwahrscheinlich.

Lesezeit: 3 Minuten

Vietnam beginnt mit der Auslieferung des ersten kommerziellen Impfstoffes gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP). Der Impfstoff wurde vom Unternehmen „AVAC Vietnam Co., Ltd.) entwickelt und wird dort auch produziert, meldet das Nachrichtenportal Animal Health Online (AHO). Nach Angaben des vietnamesischen Landwirtschaftsministeriums sollen in Praxisbetrieben 600.000 Impfdosen des Vakzins „AVAC ASF LIVE“ eingesetzt und der Impferfolg beobachtet werden.

Abgeschwächter Lebendimpfstoff

Das Wichtigste zum Thema Schwein mittwochs per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß der AGBs und den Datenschutzhinweisen zu.

Gemeinsam mit amerikanischen Kollegen arbeiten vietnamesische Wissenschaftler bereits seit 2020 an der Erforschung eines ASP-Impfstoffes. Erste Laborversuche verliefen positiv. Im Juni 2022 wurde daraufhin der erste kommerzielle Impfstoff in Vietnam zugelassen. Es handelt sich um einen abgeschwächten Lebendimpfstoff, bei dem ein Virusgen entfernt wurde. Dadurch ist das das Impfvirus nicht mehr krankheitserregend, soll die behandelten Schweine jedoch ausreichend immunisieren.

Falsche Anwendung in der Praxis

Bei der Anwendung in Praxisbetrieben gab es im Sommer 2022 dann jedoch zahlreiche Rückschläge. In der Provinz Phu Yen starben dutzende Schweine, meldete die Nachrichtenagentur Reuters im letzten Jahr. Daraufhin wurde der Praxiseinsatz zunächst unterbrochen. Untersuchungen der vietnamesischen Behörden ergaben, dass der erste Praxiseinsatz unkontrolliert erfolgte. Die Tiere wurden z.B. im falschen Alter geimpft oder ihnen wurde die falsche Dosis verabreicht.

Impfstoff gut verträglich

Unter strenger behördlicher Kontrolle wurden dann noch einmal 21.000 Schweine in 20 Praxisbetrieben vakziniert. Die Ergebnisse waren positiv. Einige Tiere, so berichteten die Wissenschaftler, hätten nach der Verabreichung zwar leichtes Fieber bekommen. Alles in allem hätten die Schweine die Impfung aber gut vertragen. Aufgrund dieser positiven Erfahrungen soll jetzt der Praxiseinsatz mit 600.000 Impfdosen fortgeführt werden. Dazu erhalten die Schweinehalter strenge Anwendungsvorgaben.

Einsatz in Europa unwahrscheinlich

Ein Zulassungsantrag für Europa wurde für den Impfstoff aus Vietnam bisher jedoch nicht gestellt. Denn dass das Vakzin auch hierzulande eingesetzt wird, ist unwahrscheinlich, weil eine Impfung den Schweinefleischexport in Drittländer gefährden würde. Deshalb verfolgt man in Europa seit geraumer Zeit die Nicht-Impf-Politik bei der Bekämpfung der Schweinepest in Hausschweinebeständen.

Schluckimpfung für Wildschweine

Wenn, dann käme in Europa allenfalls eine Impfung der Wildschweine in Frage. Dazu benötigt man jedoch einen Schluckimpfstoff, der den Schwarzkitteln über flächendeckend ausgelegte Köder verabreicht werden kann. Dafür eignen sich Impfstoffe, die gentechnisch veränderte Viren enthalten, jedoch zurzeit noch nicht. Die Risiken bei einer massenhaften Freisetzung derart veränderter Viren sind zurzeit noch zu groß. Die Untersuchungen zur Sicherheit und Wirksamkeit solcher Impfstoffe ziehen sich vermutlich noch über Jahre hin.

ASP-resistente Schweine züchten

Parallel zur Impfstoffforschung beschäftigt man sich daher auch mit der Züchtung ASP-resistenter oder zumindest weniger anfälliger Tiere. Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Insel Riems erhoffen sich hier Fortschritte durch den Einsatz einer Gen-Schere (CRISPR/Cas). In Zellkulturen ist es bereits gelungen, das ASP-Virus mit der Gen-Schere so zu verändern, dass sie sich die Erreger nicht mehr vermehren können. Erste Versuche an Schweinen scheinen ebenfalls vielversprechend. Schweine, die aus mit der Gen-Schere bearbeiteten fötalen Zellen herangezüchtet wurden, erwiesen sich als wesentlich robuster. Nach einer ASP-Infektion war die Vermehrung der Viren deutlich gehemmt.

Ihre Meinung ist uns wichtig!
Helfen Sie uns, unsere Angebote noch besser auf Ihre Bedürfnisse und Wünsche abzustimmen. Nehmen Sie teil an einer 15-minütigen Online-Befragung und erhalten Sie einen Gutschein für den top agrar Shop im Wert von 15 Euro.

Mehr zu dem Thema

top + Schnupperabo: 3 Monate für je 3,30€

Zugriff auf alle Inhalte auf topagrar.com | Tagesaktuelle Nachrichten, Preis- & Marktdaten

Wie zufrieden sind Sie mit topagrar.com?

Was können wir noch verbessern?

Weitere Informationen zur Verarbeitung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Vielen Dank für Ihr Feedback!

Wir arbeiten stetig daran, Ihre Erfahrung mit topagrar.com zu verbessern. Dazu ist Ihre Meinung für uns unverzichtbar.