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Hortmann-Scholten rechnet mit positiver Entwicklung am Schweinemarkt

Marktexperte Dr. Albert Hortmann-Scholten rechnet in den nächsten Monaten mit einer positiven Entwicklung am Schweinemarkt. Deutschland verliere aber an Wettbewerbsfähigkeit.

Lesezeit: 3 Minuten

Vorsichtig optimistisch äußerte sich der Marktexperte der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Dr. Albert Hortmann-Scholten, in der vergangenen Woche während des 34. Geseker Schweineabends zur weiteren Entwicklung der Schweinepreise in Deutschland. Denn das Angebot habe sich deutlich verknappt. Der EU-Schweinebestand sei auf dem niedrigsten Stand seit 14 Jahren. Und auch auf den Energie- und Futtermittelmärkten gebe es positive Signale.

550 Zuhörer, vor Ort und online

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Das hörten die rund 300 anwesenden Zuhörer in der Aula des örtlichen Gymnasiums und weitere 250 online zugeschaltete Gäste, die der gemeinsamen Einladung der Tierarztpraxis Vivet Schweinegesundheit GmbH und des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Geseke gefolgt waren, gern.

Entspannung am Ferkelmarkt

Vor allem die Ferkelerzeuger erwarte ein preislich gutes erstes und zweites Quartal, gab sich Hortmann-Scholten zuversichtlich. Das sei nach drei wirtschaftlich katastrophalen Jahren aber auch bitter nötig. Seine positive Prognose begründete der Marktexperte mit deutlich reduzierten Ferkelimporten aus Dänemark und den Niederlanden. In Dänemark sei der Sauenbestand um rund 10 % geschrumpft. Deshalb würden mehr Ferkel im Inland bleiben und vor Ort ausgemästet. Zudem exportiere Dänemark viele Ferkel nach Polen.

Und die Niederlande führten derzeit mehr Ferkel nach Spanien aus, wo die aggressive PRRS-Variante „Rosalie“ enorme Ferkelverluste verursacht habe. Aber auch aus Kroatien würden zurzeit vermehrt Ferkel nachgefragt.

Hohe Energiekosten bleiben

Mittelfristig bleiben die hohen Energiekosten jedoch ein Problem für die hiesigen Schweinhalter, so der Marktexperte. Um in der gesamten Produktionskette kostendeckend produzieren zu können, brauche Deutschland eine Grundpreisnotierung von mindestens 2,40 €/kg Schlachtgewicht.

Dem gegenüber stehen jedoch stetig steigende Fixkosten. Aufgrund immer neuer Haltungs- und Tierwohlauflagen sei es kaum mehr möglich, einen Mastplatz für 500 € zu bauen. In den letzten drei bis vier Jahren habe man sich in Deutschland auf das Tierwohl sowie den Tier- und Umweltschutz fokussiert und dabei die Produktionskosten aus den Augen verloren. „Das hat dazu geführt, dass Deutschland inzwischen zu den Ländern gehört, in denen Schweinefleisch am teuersten produziert werde. In keinem andern Land haben die Schweinehalter in den letzten Jahren so viel Geld verloren wie bei uns“, so Hortmann-Scholten.

Gewinnspanne des LEH wird immer größer

Gleichzeitig schreite die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) immer weiter voran. Die „Top Ten“ der Branche decken inzwischen fast 90 % des Marktes ab. Das mache die Preisverhandlungen mit dem LEH nicht einfacher. Im Gegenteil. Dem Handel sei es in den letzten 30 Jahren gelungen, seine Gewinnspanne nahezu zu verdreifachen.

Große Zweifel äußerte der Marktexperte der Landwirtschaftskammer Niedersachsen auch an der Ankündigung einiger Handelsunternehmen, ab 2030 nur noch Schweinefleisch aus Haltungsstufe 3 zu anzubieten. „Aufgrund der kriegsbedingten Preissteigerungen für Lebensmittel greifen die Verbraucher zurzeit wieder ganz gezielt nach preiswertem Fleisch, während die teuer produzierte Bioware wie Blei in den Kühltheken liegt“, beklagte Hortmann-Scholten in seinem Vortrag.

„Politisch angeordnete Ökologisierung“

Noch skeptischer zeigte sich der Marktexperte in punkto Tieraltungskennzeichnungsgesetz. „Sind wir mit der in Deutschland politisch angeordneten Ökologisierung der Schweinehaltung wirklich auf dem richtigen Weg?“, stellte er offen zur Diskussion. „Wenn wir unsere Vorgaben zum Tierschutz und zur Ökologisierung wirklich im Alleingang durchboxen wollen, dann werden wir in Zukunft noch mehr Fleischprodukte von außen zukaufen müssen und dadurch die Schweinehaltung ins benachbarte Ausland verlagern!“

Zurzeit belege Deutschland beim Pro-Kopf-Verzehr von Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch im weltweiten Vergleich den drittletzten Platz. Der Schweinefleischverzehr sei auf gerade mal 33 kg pro Kopf und Jahr gesunken, wovon bereits heute rund 11 kg aus dem Ausland kämen, bilanzierte Hortmann-Scholten. Dabei handele es sich hauptsächlich um begehrte Edelteile wie Filet, Schinken, Lachse und Kotelett.

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