Umbau der Tierhaltung

ZKHL: Marktlösungen reichen nicht

Die Zentrale Koordination Handel-Landwirtschaft (ZKHL) fordert staatliche Unterstützung und eindeutige politische Rahmenbedingungen für den Umbau der Tierhaltung.

Klarheit für die Transformation der Tierhaltung fordert die Zentrale Koordination Handel-Landwirtschaft (ZKHL). Eine gesetzlich verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung sollte sich eng an die etablierte Haltungsformkennzeichnung des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) anlehnen, die bei den meisten Verbrauchern bekannt und akzeptiert sei, heißt es in einem von allen Wirtschaftsbeteiligten getragenen Positionspapier. Demnach muss eine staatliche Tierhaltungskennzeichnung für alle Absatzkanäle verpflichtend sein. Mit der staatlichen Haltungskennzeichnung sollte die Herkunftskennzeichnung verbunden werden. Landwirtschaftliche Unternehmerfamilien müssten bei der Umstellung zuverlässig und ausreichend finanziell gefördert werden.

Weiter spricht sich die ZKHL für eine Refinanzierung des Umbaus der Tierhaltung durch Abgaben oder Steuern über alle Absatzkanäle aus. Weiterverarbeitete Produkte sollten in den Anwendungsbereich ebenso wie Einfuhren einbezogen werden. Das Immissionsschutz- und das Baugesetz müssten zügig angepasst werden, um den Neu- und Umbau von Tierwohlställen überhaupt möglich zu machen. Zudem müsse die Genehmigungspraxis für Stallum- und -neubauten beschleunigt und vereinfacht werden. Schließlich mahnt die ZKHL in dem Papier an, die soziale Dimension und die Verbraucheraspekte nicht außer Acht zu lassen. Die Transformation zu mehr Tierwohl und zu einem nachhaltigeren Ernährungsverhalten dürfe „kein Eliteprojekt“ werden.

"Marktlösung allein reicht nicht"

Alle Wirtschaftsbeteiligten seien sich einig, dass sich die Transformation der Tierhaltung über Marktlösungen alleine nicht erreichen lasse, erklärte ZKHL-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Nienhoff. Unerlässlich seien daher eine zuverlässige Förderpolitik sowie eindeutige politische Rahmenbedingungen. Nienhoff bekräftigte zugleich die Bereitschaft der Wertschöpfungskette, ihre gemeinsamen Anstrengungen fortzusetzen und aktiv mit der Politik zusammenzuarbeiten.

„Wirtschaftsgetragene Programme wie die Initiative Tierwohl (ITW) und die Transparenz der Haltungsform haben den Boden für den nächsten konsequenten Schritt bereitet“, so der ZKHL-Geschäftsführer. Er sieht die Politik gefordert, die bestehenden, erfolgreichen Initiativen zu nutzen und die Vorschläge der Borchert-Kommission umzusetzen. Nur so könne die Transformation der Tierhaltung gelingen.

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