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Bamberger Schlachthof steht vor dem Aus

Der Aufsichtsrat des Bamberger Schlachthofs sieht keine wirtschaftliche Perspektive für dessen Fortführung. Er will dem Stadtrat die Einstellung des Geschäftsbetriebs empfehlen.

Lesezeit: 3 Minuten

Die Tage des 120 Jahre alten Schlachthofs Bamberg scheinen gezählt. Wie die Stadt Bamberg mitteilte, sieht der Aufsichtsrat unter Vorsitz des Bamberger Oberbürgermeisters Andreas Starke keine wirtschaftlich tragfähige Perspektive mehr für eine Fortführung der Schlachthof GmbH, die eine 100 %ige Tochter der Stadt ist. Man werde dem Stadtrat empfehlen, den Geschäftsbetrieb einzustellen. Die entscheidende Sitzung des Stadtrats findet am 20. März statt. Offen bleibe der Zeitrahmen für die Schließung, der unter anderem von Verträgen mit den Kunden abhänge, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Wöchentliches Minus von 40.000 €

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Weil einer von zwei Großschlächtern nicht mehr in Bamberg schlachten lasse, fehlen dem Schlachthof pro Woche 350 Rinder, den der zweite Großkunde Vion nicht ausgleichen könne. Deshalb mache der Betrieb aktuell pro Woche einen Verlust von 40.000 €, den die Stadt mit ihrem Haushalt decken müsse. In der Vergangenheit wurden in Bamberg pro Woche rund 800 bis 1.200 Rinder und 4.500 bis 6.000 Schweine geschlachtet.

Investitionsstau von mindestens 4 Mio. €

Hinzu kommt, dass der kommunale Schlachthof veraltet ist und dort dringend investiert werden müsste. Allein die kurz- und mittelfristig zwingend notwendigen Investitionsmaßnahmen summieren sich nach Berechnungen der  Betreibergesellschaft und der Stadt Bamberg auf über 4 Mio. €. Die Hoffnungen auf eine Förderung durch den Freistaat Bayern, die seitens des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger gemacht wurden, scheitern daran, dass die Stadt alleiniger Träger ist. Im Rahmen der bestehenden Förderprogramme dürfte der Anteil der öffentlichen Hand am antragstellenden Unternehmen 25 % nicht überschreiten. Auch ein anderes Betreibermodell für den Schachthof mit einem privaten Betreiber würde daran nichts ändern, da die Stadt auch in einer solchen Konstruktion Eigentümerin der Grundstücke und Anlagen bliebe.

12.000 Unterschriften für die Weiterführung

Eine Schließung wäre gleichwohl ein harter Schlag für die Tierhalter im südwestlichen Oberfranken, weil sie ihre Tiere zu weiter entfernt gelegenen Schlachthöfen fahren müssten. Auch viele Verbraucher sähen die Schließung des Schlachthofs kritisch. Der Bayerische Bauernverband sammelte bereits vor einem Jahr 12.000 Unterschriften von Bürgern, die sich für die Weiterführung des Schlacht­hofes aussprachen. Die Unterstützer verweisen auf die kurzen Transportwege für die Tiere und die Sicherung der regionalen Versorgung.

Vegane Lebensmittel statt Fleisch und Wurst?

Sollte der Stadtrat der Schließung zustimmen, bedeutet das, dass die Stadt Bamberg den Schlachthof nicht länger betreiben wird. Theoretisch könnte auch die zur Rettung des Schlachthofs gegründete Interessengemeinschaft den Betrieb weiterführen. Im Gespräch ist auch, auf dem Gelände einen „Food Campus“ zur Produktion vegetarischer oder veganer Nahrungsmittel zu errichten. Der Bamberger Unternehmer Friedrich Büse hat offenbar bereits entsprechende Pläne vorgelegt.

 

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