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Stellungnahme

Volksbegehren in Baden-Württemberg: Landfrauen wollen Dialog statt Konfrontation

Der Landfrauenverband Württemberg-Baden warnt in einer Stellungnahme vor den Folgen des Volksbegehrens „Rettet die Bienen" für die Landwirtschaft und fordert zum Dialog auf.

Lesezeit: 3 Minuten

Kurz vor Beginn des Volksbegehrens in Baden-Württemberg „Rettet die Bienen“ hat sich der Landfrauenverband Württemberg-Baden mit einer Stellungnahme zu Wort gemeldet:

Der Landfrauenverband Württemberg-Baden setze sich für den Artenschutz ein und unterstütze grundsätzlich das Anliegen des Volksbegehrens. Der derzeit beobachtete Rückgang von Insekten werde mit Sorge betrachtet. Die Konsequenzen, die sich aus den geforderten Änderungen des Artenschutzgesetzes für die Landwirtschaft ergeben würden, seien jedoch nicht tragbar. Der Schutz von Insekten sei eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung und nicht allein Aufgabe der Landwirtschaft. „Bei den LandFrauen sind Verbraucherinnen und Bäuerinnen aktiv. Ein Dialog über gangbare Wege zu mehr Artenschutz ist aus unserer Sicht zielführender als die Konfrontation und die Konsequenzen durch neue gesetzliche Regelungen,“ so Präsidentin Marie-Luise Linckh.

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Bereits heute setzten Landwirtinnen und Landwirte zahlreiche Maßnahmen und Aktivitäten in der Landwirtschaft um, die dem Umwelt- und Artenschutz dienen. Hierzu gehörten zum Beispiel die Ansaat von Blühflächen, ein reduzierter Pflanzenschutzmitteleinsatz oder vielfältige Fruchtfolgen. Dies geschehe unter anderem als Greeningmaßnahmen im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds, Maßnahmen im Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT), Aktivitäten im Rahmen des Sonderprogramms biologische Vielfalt sowie der Aktion „BWblühtauf – gemeinsam für Artenvielfalt“. Diese Maßnahmen gelte es weiter zu entwickeln und hinsichtlich ihrer Effektivität für den Insektenschutz zu prüfen, bevor zusätzliche Auflagen diskutiert werden.

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Baden-Württemberg erzeugen hochwertige und qualitätsvolle Nahrungsmittel. Diese Erzeugung in Einklang mit dem Arten- und Insektenschutz zu bringen, sei auch weiterhin eine Herausforderung, der sich die Landwirtschaft stellt.

Ein Weg dazu sei die ökologische Landwirtschaft, die in den letzten Jahren stetig gewachsen ist. Eine Steigerung auf 50 Prozent bis 2035 werde jedoch kritisch gesehen. Man befürchte, dass durch eine massive Förderung des ökologischen Landbaus ein Überangebot von ökologisch erzeugten Lebensmitteln entstehe. Der dadurch zu befürchtende Preisdruck, könne die Existenz von Ökobetrieben gefährden.

Die Halbierung des Pestizideinsatzes in der konventionellen Landwirtschaft in wenigen Jahren und ein Verbot in Schutzgebieten führten zu massiven Problemen hinsichtlich der Qualität und Ertragsmenge. Sie würde insbesondere Familienbetriebe gefährden, die schon heute mit der zunehmenden Reglementierung und Bürokratisierung der Landwirtschaft kämpfen. In Betrieben mit langjährigen Dauerkulturen - wie zum Beispiel Obst- und Weinbau – sei zudem eine schnelle Anpassung zum Beispiel durch den Einsatz krankheitsresistenter Sorten nicht machbar.

Ein nachhaltiger Artenschutz sei nur zu erreichen, indem Verbraucher, Naturschutz, Politik und Landwirtschaft in einem Dialog zu gemeinsamen Ansätzen kommen, z. B. zur Frage, welche Auswirkungen die geforderten Änderungen des Artenschutzgesetzes hätten. Diesen Dialog gestalte der Landfrauenverband gerne mit. Gleichzeitig sei es wichtig, die Forschung zu den vielfältigen Ursachen des Insektenrückgangs zu fördern, um gesicherte Daten zu erhalten und effektive Maßnahmen zu den verschiedenen Ursachen zu entwickeln. Für eine weitere Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes sollte die wissenschaftliche Forschung in der Pflanzenzüchtung und beim integrierten Pflanzenschutz verstärkt werden.

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