SKW Piesteritz

AdBlue-Engpass: Logistikbranche schimpft über Habeck

„Habeck fährt Deutschland an die Wand“. So zitiert die Bildzeitung Güterverkehr-Verbandschef Prof. Engelhardt. Weil SKW Piesteritz seine Produktion eingestellt hat, droht Stillstand im Güterverkehr.

Weil der bundesweit größte AdBlue-Hersteller, SKW Piesteritz, die Produktion wegen der Gasverteuerung eingestellt hat, wird der Harnstoff nun knapp. In Kürze könnten daher die ersten Lkws stillstehen, warnt der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL).

In der Bildzeitung wirft deren Chef Prof. Dirk Engelhardt (49) Wirtschaftsminister Robert Habeck (53, Grüne) nun vor, nicht auf die Hilferufe zu reagieren. „Habeck fährt Deutschland sehenden Auges an die Wand! Wir brauchen schnellstens Lösungen, fordern jetzt einen runden Tisch für die Logistikbranche“, sagte er der Zeitung. Engelhardt warnt außerdem vor Engpässen in Geschäften schon in zwei Wochen: „Kein AdBlue bedeutet keine Brummis. Und das bedeutet keine Versorgung in Deutschland.“

Der Chef der Industrie- und Handelskammer im Süden Sachsen-Anhalts, Thomas Brockmeier, hatte bereits am Mittwoch die Einführung der Gasumlage als „Todesstoß“ für energieintensive Unternehmen bezeichnet.

Als Beispiel nannte er auch die SKW Piesteritz. Ein Produktionsstopp habe „weitreichende Folgen“ – nicht nur für Zulieferer und viele Familien in der strukturschwachen Region.

Durch fehlende Düngemittel seien auch Ernteausfälle zu befürchten. Denn SKW gilt als größter Produzent von Ammoniak und Harnstoff in Deutschland. Es ist somit ein wichtiger Düngemittelhersteller für die Landwirtschaft.

Wenn SKW nicht produziere, bleibe auch der Güterverkehr auf der Straße stehen, so der Unternehmenssprecher weiter. Denn bei SKW werde auch AdBlue in erheblichen Mengen hergestellt.

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