Zeitersparnis

Agritechnica-Silber: Müthing Coverseeder sät Zwischenfrüchte ohne Bodenbearbeitung

Mit dem Coverseeder kann man direkt in Erntereste einsäen und die Saat bedecken, alles in einem Arbeitsgang ohne vorherige Bodenbearbeitung.

Müthing hat von der Agritechnica-Neuheitenjury eine Silbermedaille für den Coverseeder erhalten. Die Maschine ermöglicht die Bearbeitung von Ernteresten nach der Ernte und die gezielte Ausbringung und Bedeckung des ausgebrachten Saatgutes in einem Arbeitsgang, ohne eine vorherige Bodenbearbeitung durchführen zu müssen.

Mit Hilfe dieses Verfahrens steht dem Landwirt ein wichtiges Instrument zur wirkungsvollen Nutzung einer Zwischenfrucht zur Verfügung, um den Erhalt und die Verbesserung des Bodens aktiv fördern zu können, sagen die Soester Entwickler.

Der Landwirt gewinne so einen wichtigen Zeitvorsprung im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren. Dieser bietet ihm die Möglichkeit der frühzeitigen Etablierung und der maximalen Nutzung der Zwischenfrüchte.

Der Begriff „Cover“ beschreibt dabei gleich zwei wichtige Zustände, die durch den Einsatz des Verfahrens ermöglicht werden. Zum einen die schützende Bedeckung des Bodens mit organischem Material im Rahmen der Aufbereitung von Ernteresten nach dem Mähdrusch und zum anderen die Bedeckung des dabei ausgebrachten Saatgutes, beispielsweise zur Etablierung von Zwischenfrüchten und Begrünungen.

Dem zügigen Abbau der Mulchschicht und der daraus resultierende hohe Nährstoffbedarf für die Strohrotte wird hierbei entgegengewirkt, da keine Einarbeitung der Organik in den Boden erfolgt und die Erntereste somit deutlich langsamer verrotten. Die Mulchschicht bedeckt und schützt den Boden also bis zum Bestandsschluss durch die Zwischenfrucht, was Verdunstung und Erosion auf ein Minimum reduziert.

Bodenprofil

Zwischenfrucht Bodenprofil nach Bearbeitung mit dem Müthing Coverseeder (Bildquelle: Pressebild)

Die Maschine im Detail

Die Hauptkomponenten des Coverseeder bestehen aus einem vorlaufenden Striegel (1), dem Rotor (2) mit variabel einstellbarer Gegenschneide (3), der Säschiene (4) und einer Prismenwalze (5).

Grafik

Illustration des Verfahrens (Bildquelle: Pressebild)

Im ersten Arbeitsschritt sorgt der Striegel durch das Ankratzen der Bodenoberfläche für Feinerde, welche später die Keimung des Saatgutes verbessert. Zudem hilft der Striegel dabei die Strohverteilung nach dem Drusch zu verbessern.

Im weiteren Verlauf gelangen die Erntereste in den Bereich des Rotors. Hier werden die Stoppeln bodennah abgetrennt und die gesamte organische Masse von der Oberfläche aufgenommen, sodass eine Bodenoberfläche frei von Ernteresten entsteht. Mithilfe der Gegenschneide kann der Zerkleinerungsgrad der Erntereste variabel angepasst und die Sogwirkung zusätzlich variiert werden. So stellen auch die Aufnahme und Verarbeitung von grünem, unreifem Stroh kein Hindernis dar.

Speziell geformte Prallteller innerhalb der Säschiene ermöglichen eine gleichmäßige und flächendeckende Ausbringung im Breitsaatverfahren auf der unmittelbar zuvor geräumte Bodenoberfläche. Oberhalb der Säschiene gibt der Rotor das aufbereitete organische Material wieder frei, sodass die erforderliche Bedeckung des Saatgutes durch die Mulchschicht gewährleistet wird.

Die Prismenwalze sorgt abschließend für einen guten Bodenschluss und liefert somit optimale Keimbedingungen für das Saatgut.

Müthing Coverseeder im Einsatz

Müthing Coverseeder im Einsatz (Bildquelle: Pressebild)

Der Coverseeder wird vorerst mit 2,80 m Arbeitsbreite und für Antriebsleistungen von 130 – 250 PS verfügbar sein, weitere Arbeitsbreiten sind in Planung.


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