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11 Tipps zum Einstellen der Maisdrille

Gleichmäßige Ablagetiefe, genaue Kornabstände, passende Düngerablage – das muss die Technik bei der Maisaussaat leisten. Wir geben Einstelltipps und erklären, worauf Sie im Vorfeld achten sollten.

Lesezeit: 7 Minuten

Nicht selten kommt es bereits zu Beginn der Maisaussaat zu Problemen mit der Technik. Defekte Luftleitungen, beschädigte oder verschmutzte Sensoren oder eine ungenaue Düngung sind vermeidbar, wenn man die Maschinen vorab ordentlich durchcheckt. Und auch im Feld gilt es einiges zu beachten, um Dünger und Saatgut gleichmäßig zu platzieren. Mit unserem 11-Punkte-Plan sind Sie für die Saison gut gewappnet.

Tipp 1: Traktor vorbereiten

Gleich lange Seitenstreben des Heckkrafthebers sind Voraussetzung für eine mittig zentrierte Maschine und schließlich auch für passende Anschlussreihen. Wer mit Lenksystem fährt, sollte einmal schauen, ob die Kalibrierung stimmt. Fährt der Schlepper wirklich in der gleichen Spur oder ist eventuell die Antenne mit etwas Versatz montiert?

Außerdem: Kontrollieren Sie die Länge der Hubstreben. Sind diese gleichmäßig? Außerdem ist eine ausreichende Bewegungsfreiheit vor allem nach unten wichtig.

Achten Sie zudem darauf, dass der Heckkraftheber bei der Arbeit in Schwimmstellung fährt. Das wird nach dem Pflügen gerne vergessen.

Tipp 2: Elektronik überprüfen

Verbinden Sie die Drille schon einige Tage vor dem ersten Einsatz mit dem zugehörigen Terminal. Überprüfen Sie alle Funktionen. Befüllen Sie die Saatkästen mit etwas Mais und aktivieren die Maissaat. Geben alle Optogeber ein Signal? Zeigt das Terminal die richtige Fahrgeschwindigkeit an? Ist der Sensor der Düngerwellenüberwachung funktionsfähig? Sind alle Leitungen in Ordnung, oder gibt es Kabelbrüche?

Bei Isobus-Maschinen können Kommunikationsprobleme auftreten, wenn der Schlepper gewechselt oder in der Werkstatt ein Softwareupdate aufgespielt wurde. „Verstehen“ sich die beiden Maschinen noch? Häufig fehlt in den Einstellungen nur ein Haken oder ein Wert. Ist die Section-Control- Freischaltung nach dem letzten Update noch verfügbar? Funktioniert die Datenübertragung für Applikationskarten noch wie im letzten Jahr? Auch ein Update des Kartenanbieters kann hier für Probleme sorgen.

Selbstverständlich sollte die Kontrolle der Beleuchtungseinrichtung vor jeder Fahrt sein. Bei vielen Problemen rüsten Sie die Leuchten am besten komplett auf LED-Technik um.

Tipp 3: Gewichte und Drücke prüfen

Es lohnt sich, mit dem Gespann leer und voll auf die Waage zu fahren. Und dabei geht es nicht nur um die zulässigen Gewichte. Kennt man die Radlasten, lässt sich anhand der Reifentabelle des Herstellers der Luftdruck im Feld passend wählen – und dabei ist in der Praxis für eine bessere Bodenschonung oft noch „Luft nach unten“.

Überprüfen Sie außerdem den Reifendruck an der Drille und stellen Sie diesen nach Betriebsanleitung ein. Ein „platter“ Reifen dreht nicht genauso schnell wie einer mit richtigem Druck. Und noch ein Tipp: Ein Frontballast mit zusätzlichem Stauraum bietet Platz für Saatgut, Eimer und Werkzeug.

Tipp 4: Verschleißteile rechtzeitig kontrollieren

Bevor man die Drille an den Schlepper anbaut sind auch folgende Verschleißteile zu prüfen und gegebenenfalls zu wechseln:

  • Säscheiben/-schare

  • Düngerscheiben/-Schare

  • Vereinzelungsscheiben

  • Furchenformer

Die Sä-/ und Düngerscheiben sollten an einer Stelle mindestens 1,5 cm aneinanderliegen. Schare müssen unten noch möglichst spitz sein, damit sich das Maiskorn in dem Keil schnell festsetzen kann und nicht verrollt. Entfernen Sie regelmäßig Erde zwischen Scheibenschar und Scharträger, damit diese optimal arbeiten.

Vereinzelungsscheiben können mit der Zeit Riefen bilden und die Lochgrößen können sich weiten. Das kann die Ablagegenauigkeit verschlechtern. Furchenformer haben teilweise eingravierte Verschleißgrenzen. Sie sollten generell noch so weit in Takt sein, dass sie die Rillen ordentlich verfestigen können.

Tipp 5: Dichtungen überprüfen

Überprüfen Sie auch Dichtungen in den Saatgutkästen und Vereinzelungsgehäusen. Das Gebläse muss den eingestellten Druck (siehe Betriebsanleitung) mit Maiskörnern an der Scheibe halten können.

Sind alle Saatgut- und Düngerschläuche noch in Ordnung? Schauen Sie gerade bei breiteren Maschinen, ob die Schlauchverlegung nach außen geradlinig ist. Bei durchhängenden Leitungen kann es vor allem bei Dünger zum Stocken kommen.

Ist die Lagerung des Gebläses noch intakt? Achten Sie auf die richtige Riemenspannung. Ist der Riemen brüchig oder porös, tauschen Sie ihn aus.

Tipp 6: Antriebsketten spannen

Mechanische Maisdrillen arbeiten häufig mit Ketten. Spannen Sie diese gegebenenfalls und schauen Sie nach den Zahnrädern. Sind noch alle Zähne vorhanden? Eine abgelaufene oder überrutschende Kette kann unbemerkt zu einer fehlerhaften Saatgutablage führen.

Die Frage, ob man Ketten schmieren sollte, bleibt hingegen ungeklärt. Wir empfehlen Trockenschmierstoffe. Hier haftet deutlich weniger Schmutz an. Diese Schmierstoffe müssen allerdings deutlich häufiger nachgelegt werden als nasse.

Tipp 7: Passende Reihenabstände sicherstellen

Haben alle Säaggregate denselben Abstand zueinander? Wer anschließend mit der Hacke in den Bestand möchte, sollte das genaustens im Blick haben. Die Aggregate sind meist mit Bügeln um einen Vierkantrahmen geklemmt. Mit der Zeit können sich die Bügel etwas lösen. Kontrollieren Sie in dem gleichen Zug alle weiteren Schraubverbindungen.

Tipp 8: Dosierung abdrehen

Der Unterfußdünger sollte seinem Namen gerecht werden. Als Faustformel gilt: 5 cm daneben, 5 cm tiefer als das Maiskorn. Ist die Aufhängung der Düngerschare ebenfalls geklemmt, kontrollieren Sie jeweils den Abstand zum Säaggregat. In den Fahrspuren des Schleppers sind z.T. höhere Schardrücke nötig.

Um die Menge genau auszubringen, ist ein Abdrehen der Dosierung unerlässlich. Jede Düngersorte hat ein anderes Fließverhalten und eine andere Dichte. Die Einstellempfehlungen in der Betriebsanleitung sind nur grobe Richtwerte. Selbst innerhalb einer Düngersorte kann es zwischen verschiedenen Chargen Schwankungen geben.

Tipp 9: Gleichmäßig in der Tiefe

Die Ablagetiefe der Maiskörner stellt man für jedes Aggregat einzeln mechanisch hinten an der Maschine ein. Die nachlaufenden Andruckräder/Tastrollen führen dabei in der Tiefe und rückverfestigen gleichzeitig das Saatbett.

Sind die Zustreicher noch in Ordnung? Achten Sie auch hier auf die Schlepperspuren, eventuell muss hier tiefer eingestellt oder mit höherem Druck gearbeitet werden. Den Schardruck variiert man über Federn einzeln für jedes Aggregat – teils auch pneumatisch oder hydraulisch für alle Reihen zusammen.

Tipp 10: Ablage der Körner kontrollieren

Zur Kontrolle der Ablage können Sie beispielsweise eine Glättkelle nutzen. Damit lässt sich die Reihe gut und genau öffnen. Bei einem Reihenabstand von 75 cm entspricht die Kornanzahl auf 1,33 m Länge der Anzahl der Körner auf einem Quadratmeter. Zählen Sie die Körner und messen Sie die Abstände zueinander.

Ist eine Fangrolle vorhanden, sollte diese besonders gut eingestellt sein, denn sie sorgt für einen guten Bodenschluss des Korns. Fangrollen aus Gummi sollten dazu etwas walken, wenn sie aufstehen.

Generell sollten Sie – sofern vorhanden – die Saatgutabstreifer an der Vereinzelung bei jedem Saatgutwechsel kontrollieren und nachstellen. Auch die Fahrgeschwindigkeit gilt es anzupassen. Unterschiedliche Saatgüter lassen sich auch unterschiedlich gut vereinzeln. Hier muss man bei Bedarf die Gebläsedrehzahl variieren.

Gerade bei Unterdrucksystemen bringt eine etwas geringere Fahrgeschwindigkeit oft eine deutlich bessere Ablagegenauigkeit. So muss das Gerät z. B. bei einer Aussaatmenge von 9 Körnern pro Quadratmeter und 9 km/h Fahrgeschwindigkeit 17 Körner in der Sekunde ablegen, bei 7 km/h und gleicher Aussaatstärke sind es 13.

Tipp 11: Weitere Fehlerquellen ausschließen

Reinigen Sie unbedingt die Optogeber der Körnerüberwachung. Hier kann sich noch Schmutz vom Waschen nach der letzten Saison gesammelt haben, sodass das System dem Fahrer falsche Werte übermittelt. Zum Reinigen eignet sich z.B. eine Zahn- oder Düsenbürste. Bei nasser Beize hilft auch Glasreiniger.

Und noch ein Tipp: Wenn Sie an den roten Druckluftanschluss einen Luftschlauch samt Pistole kuppeln, können Sie die Maschine auch zwischendurch im Feld säubern.

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