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topplus Expertentipps zum Pflanzenschutz

Ackerfuchsschwanz schon bei der Ernte bekämpfen

Warum es bei einem hohen Ackerfuchsschwanzbesatz ratsam ist, Stoppelsturz bzw. Bodenbearbeitung mehrere Wochen nach hinten zu schieben.

Lesezeit: 3 Minuten

Dieser Beitrag ist Teil der top agrar-Pflanzenschutzempfehlung vom 28.6.2023, die die Redaktion zusammen mit proPlant und der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen herausgibt.

Warme Temperaturen im letzten Herbst gewährten Ackerfuchsschwanz einen günstigen Auflauf bis in den November hinein. Auch zu späten Saatterminen herrschten oft noch günstige Keimbedingungen. Wurden ausgangs Winter sonst über 90 % Wirkung von Herbizidbehandlungen beobachtet, waren es nach diesem Winter häufig nur 60 bis 70 % Wirkung. Die Gründe dafür sind mehrfaktoriell: So werden z.B. Wirkstoffe bei Wärme schneller abgebaut, gleichzeitig war es im Frühjahr regional schwierig, auf drainierten Flächen früh zu behandeln (Drainauflage oder kein Befahren möglich). Die Folge: Zur anstehenden Ernte befindet sich in einigen Beständen viel Ackerfuchsschwanz.

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Nach der Ernte gibt es nun zwei Situationen, in denen Sie wie folgt handeln können:

  • Zunächst zum positiven Fall: Es ist kaum oder nur wenig Ackerfuchsschwanz vorhanden (1 Pflanze auf 10 m²). In diesem Fall sollte man die Strohverteilung optimieren. Bei der Stoppelbearbeitung braucht man aber auf den Ackerfuchsschwanz keine Rücksicht nehmen.
  • Der negative Fall: Trotz Behandlungsmaßnahmen sind viele Ackerfuchsschwanzähren im Getreide zu sehen. Bei einem Besatz von 100 Ungrasähren/m² kommen mindestens 10.000 Samen je m² zusammen. Frisch ausgefallene Samen haben eine primäre Keimruhe von 6 bis 8 Wochen. In dieser Zeit lässt sich nur ein Bruchteil von ihnen durch Bodenbearbeitung zum Auflaufen bewegen. Wenn etwas aufläuft, sind es meist Samen aus dem Bodenvorrat.

Wird allerdings der Boden durch Bearbeitung bewegt, gelangen die frischen Samen in den Boden. Selbst wenn sie nur wenige cm eingearbeitet werden, gehen sie von der primären Keimruhe in die sekundäre Keimruhe (Dormanz) über. Die Samen keimen dann erst wieder, wenn Temperatur, Bodenfeuchte und Lagerungstiefe passen und ein Lichtreiz entsteht. Die Abbaurate im Boden liegt bei ca. 50 % pro Jahr. Auf leichten bzw. biologisch sehr aktiven Böden geht es schneller als auf tonigen, steifen Böden. Während die Samen auf Sandböden oft nach 4 Jahren verschwunden sind, muss man auf Tonböden 5 bis 8 Jahre kalkulieren.

Tipp: Nach dänischen Untersuchungen ist die Abbaurate des Samens am höchsten, wenn sie an der Oberfläche verbleiben. Daher empfiehlt sich bei sehr hohem Ackerfuchsschwanzdruck Folgendes: Verzichten Sie in den ersten 6 Wochen nach der Ernte auf Bodenbearbeitungsmaßnahmen. Weil in diesem Fall bei einer Winterung als Folgefrucht nur wenig Zeit für eine Nachverteilung des Strohs bleibt, ist bei diesem System eine optimale Strohverteilung das A und O. Wird ein Hochschnitt durchgeführt, bleibt zumindest ein Teil des Strohs an der richtigen Stelle. Der Rotteprozess lässt sich durch Einsatz eines Schlegelmulchers deutlich beschleunigen.

Weiterer Hinweis: Das System kann durch eine Einsaat einer Zwischenfrucht komplettiert werden. Die Einsaat kann beim Mulchen oder direkt nach der Ernte (im Schatten des Dreschers) erfolgen. Geeignete Zwischenfrüchte sind u.a. Phacelia (7 kg/ha) + Alexandrinerklee (7 kg/ha).

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

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