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Rotklee und Luzerne: Wann wird eine Sorte empfohlen?

Zugelassene Sorten eignen sich nicht automatisch für den Anbau in jeder Region. Wie kommen nun Empfehlungen für z. B. Rotklee und Luzerne zustande?

Lesezeit: 6 Minuten

Unser Autor: Dr. Stephan Hartmann, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Freising

Üppig wachsende Luzerne aus z.B. Italien sieht gut aus und das Saatgut ist oft auch günstig zu bekommen. Doch meist zeigt sich nach den deutschen Wintern, dass diese Sorten nicht für unsere Klimate geeignet sind.

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Die Enttäuschung über ausgewinterte Sorten kann man vermeiden, indem man in Deutschland zugelassene und auch empfohlene Sorten anbaut. Wichtig dafür sind die Wertprüfungen (WP) des Bundessortenamtes sowie die Landessortenversuche (LSV) der Länderdienststellen.

Zugelassene Sorten durchlaufen die Wertprüfung

Zwar ist Saatgut in Deutschland vertriebsfähig, wenn die entsprechende Sorte in einem EU-Mitgliedsstaat zugelassen ist – wie besagte Luzerne aus Italien. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie auch für den Anbau geeignet ist.

Nur bei in Deutschland zugelassenen Sorten wird ist sichergestellt., dass sie eine Mindesteignung für Deutschland besitzen. Erste Datengrundlage dafür sind die Ergebnisse WPs. Und nur Gräser-, Klee- und Luzernesorten, die diese WPs bestanden haben, werden in den LSVs geprüft – so lautet der Konsens zwischen den Länderprüfstellen und dem Bundessortenamt.

Für den Anbau in Deutschland sind knapp 20 Rotklee- und Luzernesorten zugelassen. Wertprüfungen und Landessortenversuche werden bei Rotklee nur alle zwei Jahre und bei Luzerne nur alle vier Jahre an etwa 20 Standorten in Deutschland angelegt. An einzelnen dieser Standorte werden jeweils WPs und LSVs zu Rotklee bzw. Luzerne kombiniert.

Um bei dieser geringen Anzahl nicht Gefahr zu laufen, Versuche zu verlieren und damit z.B. die Ertragsleistungen nicht differenzieren zu können, werden die Versuche eher in Gunstlagen angelegt als in Gefährdungslagen. Damit gehen aber auch sonst in den LSV’s quasi nebenbei gewonnene Informationen z.B. zum regionalen Schaderregeraufkommen verloren.

Sortenempfehlung nach Anbaugebiet

Doch nicht alle wertgeprüften Sorten sind für jeden Standort empfohlen – das ist auch durch die unterschiedlichen Boden-Klima-Räume in der Bundesrepublik begründet.

Seit 2009 wird Deutschland auf Grundlage dieser Boden-Klima-Räume in unterschiedliche Anbaugebiete für jede Kultur eingeteilt. Anbaugebiete sind dabei die fruchtartspezifische Zusammenfassung mehrerer Boden-Klima-Räume zu einem Empfehlungsgebiet. Für Grünland- und Futterpflanzen sind zwölf Anbauregionen definiert – und diese verteilen sich über verschiedene Bundesländer, da sie sich an Umweltmerkmalen und nicht an politischen Grenzen orientieren.

Warum unterschiedliche Anbaugebiete?

Sinn der Anbaugebiete ist, „dass sie für jede Pflanzenart Regionen mit weitgehend einheitlichen oder zumindest ähnlichen Produktionsbedingungen festlegen“, so erklären es die Autoren Graf et al. 2009 in der entsprechenden Arbeit. Bei der Anzahl der definierten Anbaugebiete (pro Pflanzenart) spiele auch die wirtschaftliche Bedeutung einer Kultur eine wesentliche Rolle.

Somit liegen für jede Fruchtart eine sehr unterschiedliche Datenbasis sowie eine unterschiedliche geographische Datendichte vor, aus der die regionalen Empfehlungen erstellt werden.

Erfahrungsgemäß sind mindestens vier Ergebnisse pro Anbaugebiet für eine statistische Absicherung im Sortenversuchswesen notwendig. Folglich sind pro Anbaugebiet mindestens fünf Versuche anzulegen. Der Vorteil der oben genannten Methode gründet auf der Einbeziehung der Versuchsorte aus den Nachbargebieten in die Verrechnung entsprechend ihrer „genetischen Ähnlichkeit“. Diese ergibt sich aus der Ähnlichkeit von Sortenreihung aus aktuellen und vorangegangenen Versuchen an den einbezogenen Standorten.

Es wird daher angestrebt, in der Summe der Gewichte mindestens das Äquivalent von vier Versuchen je Zielgebiet zu erreichen. Damit kann bei dem bestehenden sehr dünnen Netz an Versuchsstandorten dennoch eine regionale Auswertung durchgeführt werden. Hierbei gilt: Je größer die Gebiete sind, die zwangsläufig zusammengefasst werden müssen, um eine hinreichende Anzahl an Versuchen bzw. deren Äquivalenten zu erreichen, umso stärker wird die Heterogenität des Prüfgebietes und umso eher werden „Generalisten“ in der Rangfolge vorne liegen. Je kleiner das Gebiet ist, umso stärker können Sorten mit spezifischen Vorteilen für diese Gebiete erkannt werden. Als Faustregel gilt „Spezialisten“ sind den „Generalisten“ in ihrer Speziallage überlegen.

Sortenempfehlungen nach Beratungsgebieten

Ob eine zugelassene Gräser- oder Leguminosensorte für den Anbau empfohlen wird, erarbeiten in Deutschland Arbeitsgruppen der etablierten übergreifenden Beratungsgebiete aus den Ergebnissen der WPs und LSVs.

Davon gibt es fünf: die Arbeitsgemeinschaft der norddeutschen Landwirtschaftskammern, die Arbeitsgemeinschaft der nordostdeutschen Landeseinrichtungen, die Arbeitsgemeinschaft für Grünland und Futterbau der Bundesländer in den Mittelgebirgen sowie die Länderdienststellen in Bayern und Baden-Württemberg.

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Landwirte bauen immer mehr kleinkörnige Leguminosen an

Der Anbau von Kleegras und Leguminosen auf deutschen Äckern nimmt zu. Die meisten Bestände stehen in Süddeutschland. Von Klaus Dorsch und Gerlinde Toews-Mayr.

Pflanzen zur Grünernte werden vor allem für die Fütterung, aber auch für die Biogaserzeugung angebaut. In einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes werden darunter Getreide zur Ganzpflanzensilage (GPS), Silomais/ Grünmais einschließlich Lieschkolbenschrot (LKS), Feldgras/ Grasanbau auf Ackerland und Leguminosen zur Ganzpflanzenernte sowie andere Pflanzen zur Ganzpflanzenernte zusammengefasst.

346.000 ha Leguminosen in Deutschland

Die Leguminosen sind dabei Klee und Luzerne und Mischungen ab 80 % Leguminosenanteil. Diese Leguminosen werden im Unterschied zu den Körnerleguminosen auch als kleinkörnige Leguminosen bezeichnet. In Deutschland wurden sie im vergangenen Jahr auf 346.000 ha der landwirtschaftlichen Nutzfläche (LF) angebaut. Gegenüber 2016 entspricht das einer Steigerung von ca. 84.000 ha.

Der Mais hat nach wie vor den weit größten Anbauumfang an den Ackerfutterpflanzen. Aber sowohl das Ackergras als auch die Leguminosen zur Ganzpflanzenernte haben einen erheblichen Anteil an der Anbaufläche, wobei die Leguminosen gegenüber dem Ackergras in den letzten Jahren etwas zulegen konnten. Andere Pflanzen sowie auch Getreide zur Ganzpflanzenernte sind vom Anbauumfang deutlich untergeordnet.

Wenn wir nun noch einen Blick auf die Verteilung des Klee- und Luzerne-Anbaus innerhalb Deutschlands werfen, sehen wir hierbei einen Schwerpunkt in Bayern und Baden- Württemberg, gefolgt von Brandenburg. Diese drei Bundesländer erreichen ca. zwei Drittel des Anbaus in Deutschland.

Bayern, Baden-Württemberg und Brandenburg liegen vorn

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 2,4 Mio. Tonnen Trockenmasse aus dem Feldfutterbau mit Leguminosen geerntet, wobei 38% davon in Bayern produziert wurden.

Wenn man den Anteil von der Menge an produziertem Raufutter vom Acker und vom Grünland betrachtet, wird ersichtlich, dass die Hauptmasse an Raufutter in Deutschland auf dem Grünland produziert wird. Dennoch haben die kleinkörnigen Leguminosen auf Ackerflächen einen Anteil von 8 % am gesamten produzierten Raufutter.

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