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Carbon Farming: Der CO2-Saldo ist entscheidend

Die deutsche Landwirtschaft fixiert zurzeit mehr Treibhausgase, als sie emittiert – das belegen die Berechnungen von betrieblichen Treibhausgasbilanzen. Doch es gibt noch Luft nach oben.

Unsere Autoren: Prof. Dr. Gerhard Breitschuh (ehem. Präsident der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Jena) und Thorsten Breitschuh (BELANU Werdershausen)

Die deutsche Klimadiskussion und -politik fokussiert sich auf die Senkung der Treibhausgas (THG)-Emissionen. Dies ist dem Vergleich der Volkswirtschaftszweige geschuldet, weil sich nur die Emission in allen Wirtschaftszweigen gleichermaßen analysieren und bewerten lässt. Die Folge: Auch für die Landwirtschaft gilt die öffentliche Aufmerksamkeit ausschließlich der THG-Emission je Flächen-, Tier- und Produkteinheit. Dementsprechend fordert die Bundesregierung bis 2050 ausschließlich Emissionsminderungen für alle Wirtschaftsbereiche.

In der politischen und öffentlichen Klimadebatte dominiert zurzeit folgende Auffassung: Je extensiver Agrarflächen bewirtschaftet werden, desto geringer sind die Emissionen je Flächeneinheit und der Landwirtschaft insgesamt. Also werden extensive Wirtschaftsweisen als Königsweg für die Land- und Forstwirtschaft zur Einhaltung der geltenden Minderungsvorgaben angesehen. Intensive Landwirtschaft wird dagegen als klimabelastend bewertet. Doch ist dieser Ansatz wirklich richtig?

Nur der Treibhausgas-Saldo zählt!

Die 25-jährigen Erfahrungen mit der sogenannten KUL-THG-Bilanz stehen im krassen Gegensatz zu dieser öffentlichen Diskussion. Das Verfahren „Kriterien Umweltverträgliche Landwirtschaft (KUL)“ bewertet – neben anderen Kriterien – die Treibhausgasbilanz von Betrieben nach dem Hoftorprinzip. Mittlerweile liegen bundesweit insgesamt 900 im Zeitraum 1994 bis 2021 berechnete THG-Bilanzen vor. Hier die Kernelemente, die das Verfahren zugrunde legt:

1. Die Pflanzen nehmen über die Fotosynthese atmosphärisches Kohlendioxid (CO2) auf und fixieren den darin enthaltenen Kohlenstoff in marktfähiger Biomasse. Der C-Gehalt der den Betrieb verlassenden pflanzlichen und tierischen Marktprodukte stellt den C-Output bzw. die fixierte CO2-Menge dar (Hoftorprinzip).

2. Der erhöhte CO2-Gehalt in der Atmosphäre fördert das Pflanzenwachstum auf den Feldern und Wiesen, solange ausreichend Wasser und Nährstoffe verfügbar sind. Belastend für die Pflanzen sind dagegen der Temperaturanstieg, Niederschlagsveränderungen und in deren Folge veränderte phytosanitäre Verhältnisse.

3. Der Treibhausgas-Saldo ist der entscheidende Maßstab, um den Einfluss von Land- und Forstwirtschaft auf die klimatischen Veränderungen zu beurteilen. Denn nur dieser berücksichtigt neben der Emission auch die Fixierungsleistung.

Im Rahmen der KUL-THG-Bilanzierung ließ sich feststellen, dass sich die betrieblichen THG-Salden weiter verbessern lassen, indem man vermeidbare Emissionen mindert und gleichzeitig hohe Erträge und Leistungen umweltverträglich erzeugt. Dass Agrarbetriebe durch eine weitere Prozessoptimierung die THG-Fixierung um 19% steigern und die Emissionen um 14% senken können (und sollten), zeigt folgende Übersicht:

Exkurs: Gegenüber dem THG-Saldo...

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