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topplus Unkraut regulieren

Fünf Tipps, um besser zu striegeln

Immer mehr Landwirte integrieren mechanische Maßnahmen zur Unkrautkontrolle in den Anbau. Doch nur mit der richtigen Einstellung zum optimalen Termin ist man erfolgreich.

Lesezeit: 14 Minuten

Unser Autor: Alexander Watzka, Bioland Erzeugerring Bayern e. V.

Im ökologischen Ackerbau gehört er inzwischen zum Standardrepertoire, aber auch immer mehr konventionelle Betriebe setzen auf das Gerät: Der Striegel. Doch die Auswahl fällt oft schwer – denn das Angebot der Hersteller ist groß, wie die Agritechnica 2023 eindrucksvoll zeigte. Grundsätzlich sind zwei Systeme zu unterscheiden, direkt und indirekt gefederte Striegelzinken. Mehr zu den Systemen, zu Vor- und Nachteilen sowie Tipps, worauf man beim Kauf achten sollte, lesen Sie unter „Welcher Striegel?“.

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Für hohe Wirkungsgrade und eine ­effiziente Unkrautregulierung ist al­lerdings nicht allein das Gerät oder ein System verantwortlich. Vielmehr kommt es auf die Einstellung an. Die folgenden fünf Punkte geben Hinweise für die laufende Saison:

1. Chancen und Grenzen ­kennen

Ein Striegel kann nur dann vollflächig selektiv arbeiten, wenn Unkraut und Ungras noch klein und verschüttbar sind bzw. sich mit der Wurzel enterden lassen. Da zu diesem Zeitpunkt auch die Kulturpflanzen klein und verletzlich sind, muss man einen Kompromiss zwischen möglichst starker Unkrautregulierung und möglichst geringer Kulturpflanzenschädigung eingehen. Denn abhängig von der Einstellung wirkt ein Striegel zu ca. 70 % über das Verschütten und lediglich zu ca. 30 % über das Herausreißen bzw. Enterden von Wurzeln der unerwünschten Pflanzen. Die Wirkungsgrade liegen je nach Unkrautstadium und Aggressivität der Einstellung bzw. des Einsatzes zwischen 0 und 90 %. Somit besteht nur die Chance auf eine ausreichende Arbeitsweise im Vorauflauf (= nach der Saat bis kurz vor dem Durchstoßen des Keimlings) und im frühen Nachauflauf.

Wer den optimalen Zeitpunkt verpasst – Unkraut oder Ungras sind schon zu weit entwickelt – verliert automatisch an Wirkungsgrad. Eine effiziente Regulierung ist so nicht mehr möglich. Daher kommt im ökologischen Ackerbau vor allem in konkurrenzschwachen Sommerungen mit langsamer Jugendentwicklung häufig zusätzlich die Hacke zum Einsatz. Denn während der Striegel unabhängig von der Reihenweite den Boden vollflächig bearbeitet und somit auch direkten Kontakt zur Kulturpflanze hat, arbeitet die Hacke reihenabhängig und bearbeitet nur den Raum zwischen den Kulturpflanzen. Vorteile sind, dass die Kulturpflanzen deutlich weniger leiden, zudem kann die Hacke auch etwas größere Unkräuter und Ungräser noch bekämpfen (schneiden) oder verschütten.

Doch auch hier gibt es Grenzen: Grundsätzlich haben beide Geräte keine Effekte auf klassische Wurzelunkräuter wie Distel, Ampfer oder Quecke. Striegel und Hacke sind deshalb auch nur ein Baustein gegen Samenunkräuter bzw. -gräser und können andere Maßnahmen wie eine ausgeglichene und vielfältige Fruchtfolge nicht ersetzen. Eine weite Fruchtfolge mit Kleegras kann z. B. Unkräuter besser und nachhaltiger regulieren als jeder Striegeleinsatz – gerade was die Wurzelunkräuter anbelangt.

Stimmen die Basics im Ackerbau (u. a. Fruchtfolge, Bodenbearbeitung, Nährstoffversorgung, Sortenwahl, Bodenstruktur), kann der Striegel das ackerbauliche System ergänzen. Das gleiche gilt auch für den konventionellen Ackerbau: Möchte man komplett auf Herbizide verzichten, dann sind andere Stellschrauben (u. a. Düngeintensität, Sortenwahl) anzupassen. Der Einsatz des Striegels kann den Herbizideinsatz nicht gänzlich ersetzen, wohl aber reduzieren.

Beachten Sie aber: Ein stabiles Ökosystem Acker braucht auch eine stabile Begleitflora – daher sind Beikräuter von Unkräutern zu unterscheiden. Prüfen Sie eine notwendige Maßnahme auch immer im Hinblick auf Artenvielfalt (Ackerwildkräuter fördern), Nützlingsschonung und Bodenbrüterschutz. Es gilt abzuwägen, wo ein intensiver Einsatz notwendig ist und wo reduziert werden kann. Mit der richtigen Strategie kann man den Einsatz des Striegels in konkurrenzschwachen Kulturarten auf das Notwendigste begrenzen. Dies kann gelingen, indem man den Striegel z. B. in Kulturen mit langsamer Jugendentwicklung wie Mais und Soja intensiv einsetzt. In konkurrenzstarken Kulturen wie Winterroggen kann man hingegen sogar komplett darauf verzichten, wenn über die Fruchtfolge und Bodenbearbeitung der Unkrautdruck gering gehalten wird.

2. Den Einsatz vorab planen

Als mechanisches Gerät gegen Unkräuter erzielen Striegel die Effekte über den direkten Boden- und Pflanzenkontakt. Um Verletzungen an den Pflanzen gering zu halten, sowie ein effektives Arbeiten zu gewährleisten, sollte man bereits bei der Aussaat und Grundbodenbearbeitung auf Folgendes achten:

  • Eine exakte Unkrautregulierung erfordert ein exaktes Saatbett. Achten Sie bereits bei der Grundbodenbearbeitung, Saatbettbereitung und Aussaat auf eine ebene Bodenoberfläche. Walzen vor oder nach der Saat kann hilfreich sein.

  • Eine gleichmäßige und exakte Tiefenablage des Saatkorns ermöglicht auch eine gleichmäßige und exakte Tiefenführung des Striegelzinkens. Das verschafft Spielraum beim Striegeleinsatz. Saatgutbeschädigungen – insbesondere beim Striegeln im Vorauflauf – werden damit reduziert. Die Striegelzinken dürfen das Saatkorn nicht berühren.

  • Die Bodenoberfläche sollte feinkrümelig sein und wenig zur Verschlämmung neigen. Achten Sie daher auf ein nicht zu grobes Saatbett und prüfen Sie die Kalkversorgung des Bodens. Ein schwerer Tonboden wird natürlich nie so krümeln wie ein Sandboden und ein Schluffboden wird naturgemäß stärker zur Verschlämmung neigen. Dennoch sollte ein Augenmerk auf Strukturstabilität gelegt werden. Zu grobe Kluten verletzen die Kulturpflanze beim späteren Striegeln und erschweren den exakten Einsatz.

  • Wer sich noch unsicher in der Striegeleinstellung ist, kann die Saatmenge um 5 bis 15 % erhöhen, um mögliche Kulturpflanzenverluste durch den Einsatz des Striegels auszugleichen. Dies sollte aber keine Standardmaßnahme sein, denn zu dick gesäte Bestände haben andere, pflanzenbauliche Nachteile.

3. Den optimalen Einsatz­termin treffen

Haupteinsatzgebiete von Striegeln sind der Vor- und frühe Nachauflauf. Zu dieser Zeit wird der höchste Wirkungsgrad erzielt, wenn sich das Unkraut bzw. Ungras im Fädchen- bis Keimblattstadium befindet. Dies gilt auch für das Striegeln im Vorauflauf: Hier sollten tatsächlich keimende Unkräuter oder -gräser bzw. weiße Keimfäden im Striegelhorizont zu finden sein.

Ein Sonderfall ist der Einsatz zu späteren Stadien. Dann wirkt das Gerät allerdings ausschließlich über das Herausreißen von Pflanzenteilen (= Kämmen). Als Beispiel sei hier das Herauskämmen von Klettenlabkraut im kniehohen Bestand in Getreide genannt.

Am Einsatztag selbst sind Boden und Witterung entscheidend:

Boden: Der Boden sollte tragfähig und die oberen Bodenschichten ausreichend trocken sowie krümelig sein. Oberflächlich stärker verkrustete Böden lassen sich mit einer Cambridge-Walze oder einer ähnlich brechenden Walze vor dem Striegeleinsatz anbrechen – sofern die Kulturpflanze dies verträgt. Ist es zu nass, sollte die Bearbeitung unterbleiben. Andernfalls verschmieren die Böden, zudem bleibt der Regulierungseffekt und die Schüttwirkung durch den Striegel aus.

Wetter: Der Einsatztag sowie die kommenden ein bis zwei Nächte danach sollten möglichst frostfrei und trocken sein. Ebenso sollten keine zu starken Temperaturschwankungen auftreten. Denn die mechanische Belastung durch den Striegel verursacht häufig leichte Verletzungen an den Kulturpflanzen. Temperaturen über dem Gefrierpunkt und trockene Bedingungen helfen, die Wundheilung der Pflanzen zu verbessern. Trockene Witterung verbessert zudem den Regulierungseffekt gegenüber den Unkräutern. Frost hingegen trocknet die freigelegten Wurzelhälse aus und erschwert die Wundheilung der Pflanzen.

Tageszeit: Setzen Sie den Striegel, wenn möglich, am Mittag oder Nachmittag ein. Dann ist es wärmer und der innere Zelldruck (Turgor) in den Pflanzen nimmt ab. Die Kulturpflanze wird damit elastischer und knickt bei mechanischer Belastung nicht so leicht ab. Zudem sind die Bestände bis mittags besser abgetrocknet, das wiederum verbessert die Wundheilung der Pflanzen. Im besten Fall scheint die Sonne.

4. Die Geräte richtig ­einstellen

Wie der Striegel auf Beikräuter wirkt, wird über den Bodeneingriff der Zinken gesteuert. Folgende drei Faktoren bestimmen dabei maßgeblich das Endergebnis:

  • Der Anstellwinkel der Zinkenenden zur Bodenoberfläche,

  • der Druck, mit dem der Striegelzinken belastet wird

  • und die Fahrgeschwindigkeit.

In der Grundeinstellung wird der Striegel mit dem Oberlenker so eingestellt, dass der Striegelrahmen bzw. die Striegelfelder waagerecht zur Bodenoberfläche stehen. Die weitere Einstellung ist abhängig von der jeweiligen Tätigkeit.

Das Blindstriegeln findet zwischen Saat und Auflauf der Kulturpflanze statt – im  Vorauflauf . Der begrenzende Faktor der Arbeitstiefe und des Zeitfensters ist dabei die Saattiefe und die Länge des Keimsprosses. Sie geben vor, wie tief mit dem Zinkenende maximal in den Boden eingegriffen werden darf und wie lange das Blindstriegeln möglich ist.

Als Beispiel: Bei einem 5 cm tief gesäten Maiskorn, das bereits einen 2 cm langen Keimspross im Boden gebildet hat, ergibt sich eine maximale Arbeitstiefe der Zinken von 2 cm, inklusive Bearbeitungsspielraum. Im Vorauflauf sind zudem die meisten anderen Beikrautsamen höchstens angekeimt. Die Striegeleinstellung ist also auf maximales Verschütten auszurichten. Beikräuter herauszureißen, sollte in diesem Stadium noch keine Rolle spielen. Sind im Saatbett im Vorauflauf keine Beikräuter im Fädchen- bzw. Keimblattstadium zu finden, könnte man auf das Blindstriegeln auch verzichten.

Fahren Sie möglichst mit dem Schlepper und den Rädern des Striegels in einer Fahrgasse, um Schäden am Keimling durch den Druck des Maschinengewichts zu reduzieren. Sobald der Keimspross in die Arbeitszone des Striegelzinkens gewachsen ist, verbietet sich das Blindstriegeln!

Generell sollten die Striegelzinken im Vorauflauf nur flach in den Boden eindringen, aber viel Boden vor sich herschieben, um einen Verschüttungseffekt zu erreichen. Stellen Sie den Zinken daher schleppend ein, d. h. mit einem Neigungsgrad der Zinkenenden von 90 ° zur Bodenoberfläche. Der Druck auf die Striegelzinken sollte nur so stark sein, dass die Arbeitstiefe von z. B. 1 bis 2 cm gewährleistet wird. Die Arbeitsgeschwindigkeit kann je nach Bodenoberfläche zügig sein, etwa 3 bis 10 km/h. Beachten Sie aber, dass bei höheren Fahrgeschwindigkeiten die Genauigkeit der Tiefenführung abnimmt.

Das Striegeln im frühen Nachauflauf kann stattfinden, sobald die Kulturpflanze ein Minimum an „Striegel­verträglichkeit“ aufweist. Die Kulturpflanze ist auch der begrenzende Faktor in der Aggressivitätseinstellung des Striegels. Deshalb ist im Gegensatz zum Blindstriegeln im frühen Nachauflauf auf wenig Bodenbewegung zu achten. Denn die meisten jungen Kulturpflanzen reagieren empfindlich auf ein Verschütten in der frühen Jugendphase.

Zudem sind mit den Kulturpflanzen bereits die ersten Beikrautsamen aufgelaufen. Besonders jene, die das Blindstriegeln überstanden haben, müssen über den zweiten Striegeleffekt – das Herausreißen – reguliert werden. Je mehr Zeit im Nachauflauf vergeht und die Kulturpflanze sich festigt und verwurzelt, desto aggressiver kann der Striegel eingestellt und auch Boden bewegt werden. Allerdings ist zu beachten, dass das Beikraut während dieser Zeit natürlich auch an Standfestigkeit gewinnt.

Stellen Sie die Zinkenenden im späteren Nachauflauf daher zunehmend auf „Griff“: Der Winkel ist im Vergleich zum Blindstriegeln etwas abgeflacht. Somit schiebt der Striegelzinken weniger Boden vor sich her, die junge Kulturpflanze wird weniger verschüttet und die jungen Wurzeln der Beikräuter werden besser enterdet.

Soll sehr wenig Erde bewegt werden, da die junge Kulturpflanze sehr empfindlich auf ein Verschütten reagiert, sollte das Zinkenende im 30 bis 40 °-Winkel zur Bodenoberfläche gestellt werden. Die Zinken bewegen dann sehr wenig Erde vor sich her, gleichzeitig darf aber auch nur sehr wenig Druck auf den Zinken gegeben werden, um ein zu tiefes Eindringen in den Boden und damit Wurzelschäden an der Kulturpflanze zu vermeiden.

Kann etwas mehr Erde bewegt werden, weil die Kulturpflanze schon etwas weiter in der Entwicklung ist und nicht mehr so leicht verschüttet wird, kann das Zinkenende im 50 bis 70 °-Winkel zur Bodenoberfläche gestellt werden. Über den Druck auf den Striegelzinken lässt sich dann die Eindringtiefe in den Boden bestimmen.

Sind die Kulturpflanze und Beikräuter stärker entwickelt, ist der Zinkendruck höher zu wählen. In allen Fällen ist es wichtig, die Fahrgeschwindigkeit zusätzlich zur Regulation zu nutzen. Je schneller gefahren wird, desto mehr Boden wird bewegt. Gerade im frühen Nachauflauf sollte die Geschwindigkeit auf 1 bis 2 km/h reduziert werden, um Kulturpflanzenverluste durch Verschütten zu vermeiden. Später kann die Fahrgeschwindigkeit zügiger gewählt werden.

5. Prüfen Sie Den ­Wirkungsgrad

Gerade die ersten Pflegegänge mit einem Striegel sind in jungen Kulturpflanzenstadien oft wirkungsvoll, aber auch kritisch. Für das richtige Ver­hältnis zwischen Beikrautregulierung und Kulturpflanzenverlusten kann das ­Minimum-Maximum-Prinzip hilfreich sein: Das Minimum gibt an, wie aggressiv Sie den Striegel mindestens einstellen müssen, um einen akzeptablen Wirkungserfolg zu haben. Das Maximum gibt an, wie aggressiv der Striegel maximal arbeiten darf, damit die Kul­turpflanzenverluste vertretbar sind. Je kleiner das Unkraut und je größer die Kulturpflanze, desto einfacher gestaltet sich diese Gratwanderung.

Gehen Sie dabei mit System vor:

  1. Vergleichen Sie die bearbeitete und unbearbeitete Fläche während des Einsatzes durch Auszählen oder Abschätzen: Wie viele Beikräuter wurden verschüttet bzw. herausgerissen und liegen enterdet obenauf? Wie viele Beikräuter haben den Bearbeitungsgang überstanden? Wie stark wurde die Kulturpflanze geschädigt?

  2. Vergleichen Sie im Anschluss verschiedene Einstellmöglichkeiten am Striegel und beurteilen Sie die Arbeitsbilder der Varianten. Nur so können Sie den Wirkungsgrad über die fachgerechte Einstellung optimieren.

  3. Führen Sie die Ergebnisse zusammen, um notwendige weitere Arbeitsgänge abschätzen zu können. Eine Dokumentation kann hierbei praktisch sein: Im Beispiel 70/5 wären somit 70 % der Beikräuter erfolgreich reguliert und 5 % Kulturpflanzenverluste traten auf. Ist die Regulation mit dem Striegel im ersten Durchgang trotz optimierter Einstellung ungenügend, kann optional eine sofort nachfolgende zweite Überfahrt den Wirkungsgrad verbessern – auch in Gegenrichtung oder diagonal zur ersten Fahrt.

  4. Beobachten Sie die Fläche erneut in den nächsten Tagen. Ist eine zweite Bearbeitung notwendig? Gehen Sie dann wieder systematisch ab Punkt 1 vor.

Welcher Striegel passt? Beachten Sie die ­Systemunterschiede.

Das Angebot an Striegeln wächst. Wichtig für den Anwender ist das Grundkonzept hinter dem jeweiligen Gerät. Die derzeit am häufigsten in der Praxis eingesetzten Striegel lassen sich grundsätzlich in zwei Systeme kategorisieren:

  • direkt gefederte Zinkenstriegel und

  • indirekt gefederte Zinkenstriegel.

Jede Striegelbauart weist dabei systembedingte Unterschiede in der Einstellung auf.

Bei  direkt gefederten  Striegelsystemen ist die Feder im Striegelzinken selbst verbaut – sie ist also ein Teil davon. Der Anstellwinkel des Zinkens zum Boden, z. B. 90 ° oder 45 °, lässt sich zentral anpassen. Das Verstellen der Rahmenhöhe gibt oder nimmt Gewicht auf die Striegelfeldern. In Kombination mit der Fahrgeschwindigkeit bestimmen diese Faktoren, wie aggressiv die Zinken arbeiten. Ein Vorteil dieses Systems sind die tendenziell niedrigeren Anschaffungskosten pro Meter Arbeitsbreite.

Nachteile sind die geringere Seitenstabilität der Zinken und die schlechtere Bodenanpassung. Ersteres kann dazu führen, dass sich mehrere Zinken in der gleichen Rille zusammenführen, letzteres erfordert höchste Präzision bei der Saatbettbereitung, um eine in sich ebene Bodenoberfläche zu erhalten, damit der Striegel effektiv arbeiten kann. Ebenso kann es in kupiertem Gelände zu Nachteilen in der Einstellung kommen.

Bei  indirekt gefederten  Striegelsystemen verfügt jeder Striegelzinken über eine eigene Zugfeder, die nicht Teil des Zinkens, sondern an ihm montiert ist. Den Anstellwinkel des Zinkens zum Boden, z. B. 90 ° oder 45 °, wird anders als bei den direkt gefederten Systemen über die Rahmenhöhe bestimmt. Der Rahmen kann also je nach Hersteller kein bzw. wenig Druck auf das Zinkenfeld geben oder nehmen.

Stattdessen regulieren die montierten Federn über die Vorspannung den Druck auf die Zinken. Auch hier ist die Fahrgeschwindigkeit ein weiterer, maßgeblicher Faktor für die Aggressivität. Vorteil dieses Systems ist die hohe Seitenstabilität des Striegelzinkens, die sehr gute Bodenanpassung und die somit gleichmäßige Druckverteilung an jedem einzelnen Zinken. Nachteilig ist der im Verhältnis zum direkt gefederten Zinkenstriegel sehr hohe Anschaffungspreis, welcher in der Praxis häufig doppelt so hoch wie beim direkt gefederten Striegel ist.

So ist der Markt aufgestellt

Die Weiterentwicklung im Bereich der Striegeltechnik veranlasst immer mehr Hersteller dazu, indirekt gefederte Zinkenstriegel in ihr Angebot aufzunehmen. Diese Bauweise hat einfach bauartbedingte Vorteile bei der Tiefenführung, der Arbeitsqualität sowie im Einsatzbereich, z. B. in Dammkulturen.

Das Interesse seitens der Praktiker an exakter Striegeltechnik spiegelt die immer größer werdende Palette an Geräten wider. Hierbei gibt es Geräte, welche schon seit vielen Jahren am Markt und in der Praxis erprobt sind (hinsichtlich Standdauer, Einstellmöglichkeiten und Präzision). Neue Geräte am Markt sollten Praktiker ausführlich testen. Hierbei sind folgende Punkte zu beachten:

Strichstabilität: Der Striegelzinken muss strichstabil sein, die Zinken sollten nicht zu stark nach links oder rechts ausweichen. Der Striegel sollte möglichst ganzflächig arbeiten, nur so lassen sich alle Beikräuter erfassen. In keinem Fall sollten z. B. drei Zinken eines Striegels in einer Bodenrille arbeiten. Nur bei hoher Strichstabilität kann ein indirekt gefederter Striegel sein feinfühliges Einstellpotenzial auch wirklich entfalten.

Zinkendruck: Für exaktes Arbeiten, vor allem bei Bodenunebenheiten oder in Dammkulturen, ist wichtig, dass der ­indirekt gefederte Striegel einen gleichbleibenden Zinkendruck in allen Anstellpositionen ermöglicht. Wenn Sie den Striegelzinken an der Spitze mit dem Finger nach oben ziehen, können Sie feststellen, ob der Druck womöglich zunehmend ist – sprich der Zinken sich nach oben hin schwerer hochziehen lässt – oder ob er absolut gleichbleibend ist.

Vergleichbare Daten: Wer unterschiedliche Striegel vergleicht, muss dieselben Rahmendaten nutzen. Dies sind bei den indirekt gefederten Striegeln: Zinkendurchmesser, Strichabstand zwischen den Zinken, Gewichtsangabe Zinkendruck, gleichbleibender Zinkendruck über den gesamten Federweg oder Abweichungen davon sowie die Rah­menhöhe. Optionale Ausstattungen wie Hartmetallbestückung, Mulchsaatzinken oder Doppelfedern sollte man dabei berücksichtigen.

Preis: Zu beachten sind die deutlich höheren Preise für die indirekt gefederten Striegelsysteme im Vergleich zu den klassischen, direkt gefederten Striegeln. Deren Anschaffung ist also immer mit den im Betrieb angebauten Kulturen sowie dem vorherrschenden Beikrautdruck zu prüfen. Bei einfachen Getreidefruchtfolgen, hohem Kleegrasanteil oder bei Ackerbaubetrieben mit wenig Unkrautdruck kann ein klassischer Striegel womöglich ausreichen. Andernfalls ist vielleicht auch eine Maschinengemeinschaft vor Ort oder in der Region eine Option.

Wie ist Ihre Erfahrung beim Striegeln?

Arbeiten Sie schon mit Striegeln mechanisch gegen Unkräuter gearbeitet oder planen Maßnahmen? Schreiben Sie uns Ihre Hinweise für die top agrar-Community an friederike.mund@topagrar.com. Wir behalten uns vor, Einsendungen gekürzt zu veröffentlichen.

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