Studien

Insektenrückgang: Dänischer Bauernverband sieht Zusammenhang mit EU-Agrarpolitik Premium

Der dänische Bauernverband hat sich die beiden deutschen Insektenstudien angeschaut und stellt fest, dass es nicht die Bauern sind, die für den Rückgang verantwortlich sind, sondern die EU-Politik

Kürzlich hat eine zweite Studie belegt, dass es in Deutschland offenbar einen massiven Rückgang der Insekten gibt. Sie bestätigt damit die Untersuchung von Krefelder Forschern aus dem Jahr 2017. Der Bauernverband Baeredygtigt Landbrug aus Dänemark hat sich beide Studien genauer angesehen.

Gemeinsam sei ihnen, dass der Einbruch der Insektenpopulation von einem auf das andere Jahr, also sehr plötzlich erfolgt sei. In der neuen Studie, die den Zeitraum 2008 bis 2017 beleuchtet, sei fast der gesamte Insektenrückgang zwischen 2008 und 2009 vorgekommen, während die Krefelder Forscher den Rückgang in ihrem Naturschutzgebiet in den Jahren 2006 bis 2007 feststellten. Die beiden Rückgänge treten laut dem Bauernverband gleichzeitig mit Änderungen in der EU-Agrar- und Umweltpolitik auf.

"Unabhängig davon, ob die EU-Vorschriften entscheidend sind oder nicht, sollte untersucht werden, warum der Rückgang von Insekten anscheinend innerhalb eines Jahres eintritt", sagt Hans Aarestrup, Direktor für nachhaltige Landwirtschaft. Folgende Grafik zeige deutlich, dass der Rückgang tatsächlich in diesem einen Jahr stattfand. Danach gebe es fast keine Veränderung. Die Anzahl der Arten im Jahr 2017 sei die gleiche wie im Jahr 2009, während die Menge und die Biomasse etwas geringer sind. Bei der Gammadiversität, die für alle Gebiete die biologische Vielfalt darstellt, sei sowohl für 2009 als auch für 2010 ein...

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Eckehard Niemann

Thomas Schaffner

Wieso "unser" Verband??

von Eckehard Niemann

@ Thomas Schaffner

Wiese "unser" Verband?

von Thomas Schaffner

So So

Da kommt der dänische Bauernverband darauf. Was mach unser Verband?

von Harald Butenschön

Unfug

Die Analyse zweier handwerklich ungenügenden "Studien" ist zwangsläufig eine ungenügende Analyse. Ich kann diesen zusammenphantasierten Murks nicht mehr hören!

von Harald Butenschön

Unfug

Die Analyse zweier handwerklich ungenügenden "Studien" ist zwangsläufig eine ungenügende Analyse. Ich kann diesen zusammenphantasierten Murks nicht mehr hören!

von Rudolf Rößle

Imker

ich habe mich im Sommer mit einem Imker unterhalten, der sagte , dass er von Vielschnittwiesen kaum Honig ernten kann, da die Pflanzen nicht wirklich blühen können. Würden wir kleine Inseln stehen lassen und diese beim nächsten Schnitt mit mähen , dann andere Stellen stehen lassen, könnten wir die Situation entschärfen. Ich denke auch, dass sich viele diesen Winter Gedanken machen werden , welche Projekte sie in Angriff nehmen wollen.

von Anton Obermeier

@Bichlmeier

Die paar Biogasanlagen? Ich weiß ja nicht wo Sie herkommen aber bei uns sind damals im Umkreis von 7 km 5 Biogasanlagen entstanden, drei davon im Umkreis von 2 km. Durch den unsäglichen NaWaRo-Bonus wollten die Grünen so viel Fläche wie möglich der landwirtschaftlichen Produktion entziehen wie möglich. Das ist ihnen scheinbar auch gelungen, wie der darauf folgende Preisanstieg gezeigt hat. Da muss man keinen Zusammenhang "erfinden", der ist offensichtlich. Außerdem habe ich mit keinem Wort die Betreiber von Biogasanlagen für diese Entwicklung verantwortlich gemacht, sondern die politisch Verantwortlichen. Mir hierfür Spaltungstendenzen zu unterstellen ist eine Frechheit.

von Rudolf Rößle

30 Jahre

vor dreisig Jahren haben wir schon gehört, dass ein 1 Meter Grünstreifen um den Acker die Insektenanzahl stark steigern würde. Gepflügt wird aber auf oft 30 cm zum Feldweg. Einfache Lösungen sind oft die Sinnvollsten.

von Michael Rau

Studie des dänischen BV

Mit seiner laschen Haltung zu den Verunglimpfungen und Schuldzuschiebungen wegen des Insektensterbens, an dem wir Landwirte die Verursacher sein sollen, werden wir von unserem Verband verraten und verkauft. Warum ist unser Verband nicht selber in derLage so eine Darlegung wie der dänische Bauernverband zu erstellen und fundiert in die Öffentlichkeit zu tragen und zuvertreten. Angestellte und wohl auch gut honorierte Personen gibt es doch auch im DBV um so etwas leisten zukönnen

von Karlheinz Gruber

Warum die Insekten weniger werden ist bei uns ganz klar

Derzeit werden bei uns die Reste der Pockinger Heide (ehemaliges BW Übungsplatz) komplett umgegraben und für Ausgleichsmaßnahmen!!!!! für den Kibitz, der wo bei uns nachweislich in den Maisfeldern brütet umgebaut. D. h. bis zu 6 m Kiesabgrabungen (wobei der Kies selbstverständlich dann so nebenbei wieder in die Autobahn eingebaut wird), ansäen, und diverses Mähen zu bestimmten Zeitpunkten. Die Fläche wird dann als Höherwertig eingestuft und eingezäunt. So nebenbei werden auch noch 6!! Verbotstatbestände nach EU Artenschutz getätigt, aber sei s drum.... Allerdings gibt es jetzt keine Heide mehr. Als die BW aufgelöst und das Areal verkauft wurde, durfte kein Bauer dort mitbieten und Felder daraus machen. Antwort: die Heide ist der letzte Rest und absolut schützenswert. Wer hat es dann gekauft. Ein Inestor, zufällig mit einem ehemaligen Verteidigungsminister verwandt, und meine Kommune....In der Zwischenzeit hat sich die Örtliche ÖDP gemeldet und sich aufgeregt, warum dort alles zerstört wird. Es sieht nach einer Mondlandschaft aus und es ist keine Freizeitgestaltung dort mehr möglich. Tja, liebe Grüne, Ihr habt auch für die Autobahn und andere Straßenprojekte bei uns gestimmt, und jetzt seht ihr, warum die Insekten weniger werden. Nicht die Bauern sind immer Schuld, sondern ein Blick in den Spiegel... Solche Berichte wären auch mal was TA....

von Willy Toft

@ Hermann

Die Dänen bestätigen "meine Studie", wo wenig Nutzung und gleichzeitig wenig "Grün" ist, entwickelt sich nicht allzu üppiges Leben! Natuschutzflächen müssen zumindest, extensiv bewirtschaftet werden! Die Naturschützer wollen gerade diese Randflächen haben, warum wohl? Weil sich dort alles noch ansiedelt, denn dort ist Leben! Vom Wiesenvogel bis zu den Insekten, alles vorhanden!

von Wilhelm Grimm

Alles eine Frage des Charakters !!!!!!

Diese Regierung braucht keine Beweise, sie betreibt ihre zerstörerische Agrarpolitik aufgrund der philosophischen Messungen und Zählungen des BMU und ihrer Angestellten vom NABU, BUND und weiterer grüner Höriger und Relotiusse unserer Qualitätsmedien. Das aber kann nur gelingen, wenn unsere Gegenwehr zu schwach ist. Aber jetzt steigt mit Hilfe von "Land schafft Verbindung" ein stärkeres Kaliber in diesen ungleichen Kampf ein. Es muss besser werden.

von Reiner Matthes

Klimawandel

ist nun mal da. Derzeit gibt es in der Sahara fast keine Insekten, in Skandinavien jede Menge. Wir liegen dazwischen. Aber die Grenzen verschieben sich wegen des Klimawandels: Ohne geregelte Wasservorkommen gibts weniger Insekten. Also lasst uns erst mal etwas gegen Klimawandel tun: Bio abschaffen und die dadurch freiwerdenden Flächen am Amazonas wieder aufforsten. Der Urwald am Amazonas, in Indonesien und in Afrika ist nun mal die Lunge der Erde.

von Josef Bichlmeier

Flächenstilllegung abschaffen und Insektenrückgang wegen Biogas???

Die Flächenstilllegung wurde abgeschafft, weil im Jahr 2007 eine enorme Preissralley bei den Marktfrüchten weltweit stattgefunden hat und das sicherlich nicht wegen der paar Biogasanlagen in Deutschland! Der Aufwuchs von Stillegungsflächen durfte davor schon immer als NawaRo in Biogasanlagen oder zum Rapanbau für Energiezwecke verwendet werden. Es werden alle Biogasanlagen von Landwirten betrieben oder beliefert! Lasst diese Spalterei mit erfundenden Zusammenhängen!

von Josef Bichlmeier

Flächenstilllegung abschaffen und Insektenrückgang wegen Biogas???

Die Flächenstilllegung wurde abgeschafft, weil im Jahr 2007 eine enorme Preissralley bei den Marktfrüchten weltweit stattgefunden hat und das sicherlich nicht wegen der paar Biogasanlagen in Deutschland! Der Aufwuchs von Stillegungsflächen durfte davor schon immer als NawaRo in Biogasanlagen oder zum Rapanbau für Energiezwecke verwendet werden. Es werden alle Biogasanlagen von Landwirten betrieben oder beliefert! Lasst diese Spalterei mit erfundenden Zusammenhängen!

von Hermann Bramkamp

Dänische Experten

Das erst dänische Bauernverbands Experten kommen müßen um eine deutsche Nabu Insekten Studie genauer zu annalysieren und zu interpretieren stimmt mich doch sehr nachdenklich. Es gibt übrigens in NRW zahlreiche große Naturschutzgebiete mit einer Größe von mehreren 100ha zusammenhängender Fläche in denen mann keine Fallen aufgestellt hat . Warum wohl nicht? Die Nabu Aussage hätte dann so nicht aufrecht gehalten werden können.

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Ursachenforschung

In der letzten Woche referierte ein Wissenschaftler, in unserer Gemeinde, über Wildbienen und Insekten. Er führte aus, dass der allgemeine Rückgang der Insekten der Ordnungsliebe der Landkreise, Kommunen und auch Landwirte geschuldet ist, die ihre Wegränder, Straßenränder und Ackerrandstreifen immer wieder abmulchen oder mähen. Dadurch würden die Rückzugsräume der Insekten vernichtet. Blühstreifen sind, nach seiner Aussage, nicht der Weisheit letzter Schluss, da hier nur einzelne Insektenarten angelockt werden und davon profitieren. Im Bereich der Zwischenfrucht ist Öllein keine gute Wahl. Besser sei hier der Senf da er für eine Vielzahl von Insekten interessant ist. Im Rahmen des Greenings wird aber u.a. Öllein als Mischung vorgeschrieben. Hier besteht Änderungsbedarf. Ein weiterer Faktor ist, nach seiner Meinung, die teilweise intensive Nutzung des Grünlands. Über die Vor- bzw. Nachteile der aktuell verwendeten Fungizide, Herbizide und Insektizide gab es keine Aussage. Ich bin der Meinung, dass hier in letzter Zeit schon einiges für die Insekten getan wurde und unsere Landwirtschaft für dieses Thema sensibilisiert ist.

von Johann Sickinger

UMTS Lizensen11

Zwischen 2008 und 2009 ist 3G in Betrieb genommen worden. Wenn in absehbarer Zeit 5 G kommt, dann wird es leise in der Natur!

von Anton Obermeier

Stilllegung

Durch die Einführung von Biogasanlagen durch die Grünen wurde die Abschaffung der Flächenstilllegung notwendig. Also sind die Grünen direkt für das Insektensterben verantwortlich. Als Konsequenz sollten diese Ideologen davon abgehalten werden durch ihren populistischen Unsinn weiteren Einfluss auf die Landwirtschaft zu nehmen. Genau das Gegenteil ist zurzeit in Deutschland der Fall.

von Ottmar Ilchmann

War doch klar!

Eigentlich werden Fehlentwicklungen in der Landwirtschaft fast immer ausgelöst durch falsche politische Weichenstellungen! Landwirte reagieren lediglich auf politisch gesetzte Anreize. Die Aufhebung der Flächenstillegung war ja eine Begleiterscheinung des Biogas-Booms, die vorherigen Brachflächen sollten jetzt lieber für den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen für die "klimaschützenden" Biogasanlagen verwendet werden.

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Wenn diese These stimmt,

müßte am Anfang der Stillegungsverpflichtung aber auch ein sehr starker Anstieg zu verzeichnen gewesen sein.

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