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Drohendes Höfesterben abgewendet

Landwirte in Soester Börde sehr erleichtert über gescheiterte EU-Pflanzenschutzpläne

Über die Hälfte der Agrarflächen im Kreis Soest liegen im Vogelschutzgebiet und wären vom EU-Pflanzenschutzverbot betroffen gewesen. Das Aufatmen ist riesig.

Lesezeit: 2 Minuten

Große Erleichterung herrscht bei den Landwirten im Kreis Soest (NRW) über das EU-Aus der Beschränkungen des Pflanzenschutzmitteleinsatzes. Die Pläne zur Halbierung des PSM-Einsatzes bis 2030 in der EU hätten massive Auswirkungen auf die Region gehabt. Denn für FFH- und Vogelschutzgebiete war sogar ein Komplettverbot des chemischen Pflanzenschutzes angedacht.

Allein im Kreis Soest wären so über 35.000 ha Ackerböden vom Verbot betroffen, weil sie im Vogelschutzgebiet Hellwegbörde liegen. Die mahnenden Briefe der Landwirte, wie z.B. vom Vorsitzenden des Kreisverbandes Soest, Josef Lehmkühler, nach Brüssel waren daher ebenso erfolgreich wie die Traktorprotestfahrten und die Mahnfeuer.

Bauern, Naturschützer und Regionalpolitiker zogen an einem Strang

Gegenüber dem WDR schildert ein Landwirt aus der Börde, was das Verbot für ihn bedeutet hätte. In Bad Sassendorf baut er Kartoffeln, Zuckerrüben, Weizen und Raps an. Ohne Pflanzenschutz würde das nicht gehen, stellt er unmissverständlich klar. Statt bunter Fruchtfolgen und der Vielfalt an Kulturen in der Soester Börde wäre der Anbau monoton geworden. "Maispflanzen als Beispiel sind nicht so empfindlich: Überall würden große Maismonokulturen entstehen", schildert der Praktiker.

Genau davor hatten auch Vogelschützer Angst. Deshalb hatte sich auch die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz auf die Seite der Landwirte gestellt. "Natürlich ist es wichtig, so schnell wie möglich auf Spritzmittel zu verzichten", erklärte der ABU-Vorsitzende Joachim Drüke, aber: Große Monokulturen würden der Vogelwelt auch nicht weiterhelfen.

Schützenhilfe hatten die Bauern im Kreis Soest auch von Landrätin Eva Irrgang bekommen, so der WDR weiter. "Für viele Landwirte hier in der Soester Börde geht es um die Existenz", erklärte sie - und verwies ebenso wie die ABU auf die jahrzehntelange gute Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Umweltschutz.

Besonders durch Förderprogramme seien z.B. Nester der seltenen Wiesenweihe geschützt worden: Bauern machten um die Gelege einen großen Bogen und wurden dafür entschädigt. Mechanische Unkrautbekämpfung könnten zu einer zusätzlichen Gefahr für seltene Bödenbrüter werden - Die Nester würden durch Hacken oder Striegel zerstört.

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