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Massive Schäden: Bundesrat lehnt Lockerung des Schutzstatus von Saatkrähen ab

Schäden in der Landwirtschaft durch Krähen sind für die Bauern nicht länger tolerierbar. Jetzt steht die Maisaussat an und die Krähen warten schon. Der Bundesrat sieht das allerdings anders.

Lesezeit: 3 Minuten

Der Bundesrat hat am Freitag über die Herabstufung des Schutzstatus der Saatkrähe beraten. Eingebracht hatten den Antrag die Freien Wähler aus Bayern. Die Länderkammer lehnte ihn jedoch ab.

Für Benno Zierer, den umweltpolitischen Sprecher der Freien Wähler, ist das nicht nachvollziehbar. Die Saatkrähen-Population steige seit Jahren bundesweit an und verursache auch in anderen Bundesländern mittlerweile erhebliche Probleme, die von Verunreinigungen und Lärm über Schäden an Fensterverklebungen bis hin zu Verlusten ganzer Aussaaten reichen, argumentiert der Politiker.

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Maßnahmen zur Vergrämung würden das Problem lediglich verlagern: „Die Tiere ziehen weiter und gründen andernorts neue Kolonien. Dabei ist der Schutz der Vögel ein Relikt aus einer Zeit, als deren Bestand tatsächlich vom Aussterben bedroht war. Doch seither hat sich die Population nicht nur erholt, sondern wächst dermaßen schnell, dass eine Bestandsregulierung perspektivisch unumgänglich sein wird“, so Zierer.

Dass die mehrheitlich rot-grün geführten Länder diesen Weitblick heute haben vermissen lassen, ist für ihn nicht nur „Beleg für ihre ideologische Verblendung, die Bedürfnisse der Menschen dem Schutz der Natur unterzuordnen“. Sie zeuge auch von erheblicher Ignoranz gegenüber den Interessen unserer Landwirte.

Und sein Parteikollege Hans Friedl ergänzt: „Wenn wir der Überpopulation Herr werden wollen, kommen wir nicht umhin, die Saatkrähe in Deutschland in die Liste der jagdbaren Arten aufzunehmen – so wie dies in anderen europäischen Ländern bereits üblich ist.“

Die notwendige Herabsetzung des Schutzstatus hält er für überfällig. Das belege auch eine unabhängige Studie, wonach die Saatkrähe in Bayern längst nicht mehr vom Aussterben bedroht ist, sondern ein Bestandsniveau erreicht hat, das es noch nie gegeben hat.

Schäden nicht mehr tolerierbar!

Jürgen Maurer, Vizepräsident des Landesbauernverbandes aus Baden-Württemberg hatte zuvor ebenfalls für eine Herabsetzung geworben. Die durch Saat- und Rabenkrähen verursachten Schäden in der Landwirtschaft hätten für die Bauern ein nicht mehr tolerierbares Niveau erreicht. "Die stetig ansteigenden Bestände dieser Vögel rechtfertigen diesen Eingriff. Alle gängigen Vergrämungsmaßnahmen der schlauen Vögel sind wirkungslos. Die Kosten für Ernteverluste, Qualitätseinbußen, aber auch erfolglose Abwehrmaßnahmen belasten die landwirtschaftlichen Betriebe erheblich und nehmen kontinuierlich zu“, sagt Maurer.

Überall Schäden durch Saat- und Rabenkrähen

Der Bauernverband erinnert an den Schadensbericht aus dem Jahr 2021. Damals wurde die größte Betroffenheit im LBV-Gebiet aus den Regionen Heilbronn, Rhein-Neckar-Kreis, Stuttgart-Filder, Biberach, Ludwigsburg, Karlsruhe, Esslingen und dem Hohenlohekreis gemeldet.

Im Verbandsgebiet des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV) wurden die größten Schäden aus den Kreisen Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen, Rastatt, dem Ortenaukreis und Konstanz gemeldet. Insgesamt wurden 166 Schäden an 24 Kulturarten gemeldet.

Über die Hälfte der Schadensmeldungen betraf die Kulturart Mais. Die Schadenshöhen für einzelne Betriebe belaufen sich auf bis zu 25.000 €. Rabenvögel sind ausgesprochen schlau und lernfähig, deshalb lassen sich die Tiere von Vergrämungsmaßnahmen wie Vogelscheuchen, Reflektoren, Blinklichter, Flatterbänder, Windspiele oder Hagelnetze nicht beeindrucken.

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