Abgefressen und zugekotet

Neue Studie über Gänsefraßschäden in Niedersachsen belegt Größe des Problems

Die auf den Weiden der Bauern an der Küste überwinternden Nonnengänse verursachen die größten nachweisbaren Schäden. Das belegt eine Langzeitstudie des Umweltministeriums.

Tausende Gänse fallen jedes Jahr über Wochen auf dem Grünland und den Weiden norddeutscher Bauern ein und hinterlassen abgefressene und zugekotete Felder. Die Konflikte und Apelle an die Politik nehmen zu, den Landwirten reicht es langsam.

Das niedersächsische Umweltministerium hat nun eine neue Langzeitstudie zu Gänsefraßschäden vorgestellt. In der europaweit ersten Studie dieser Art werden die Biomasseverluste durch Gänsefraß quantifiziert – eine wichtige Grundlage, um Ausgleichszahlungen für die Bewirtschafter in den Hauptgebieten der Gänserast zu bestimmen.

Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer hob bei der Vorstellung dagegen zunächst die „besondere Verantwortung für die nordischen Gastvögel“ hervor, die in Niedersachsen überwintern. Gleichwohl benötigten die Landwirte für nachweislich entstandene Schäden einen gerechten Ausgleich. „Das Land Niedersachsen zahlt, kofinanziert durch die EU, jährlich mehr als 8 Mio. € dafür an landwirtschaftliche Betriebe. Mit der Langzeitstudie erhalten wir in der Debatte um Artenschutz, Fraßverhalten und die Auswirkungen auf die Landwirtschaft eine fundierte und sachliche Basis“, sagt der Grünen-Politiker am Donnerstag.

Nonnengänse sind die schlimmsten

Für die Artengruppe der arktischen Gänse sind in Niedersachsen circa 125.000 ha Fläche als EU-Vogelschutzgebiete ausgewiesen worden. Die Langzeitstudie hat nun belegt, dass die in großer Zahl im Küstenraum überwinternden Nonnengänse den größten nachweisbaren Effekt auf die im Grünland auftretenden Schäden haben.

Die überwinternden Blässgänse sind dagegen in ihrer Ertragsauswirkung zu vernachlässigen, auch weil sie bereits Mitte/Ende März ihre Rastgebiete verlassen und so die Vegetation genug Zeit hat sich zu erholen.

Ein weiteres Ergebnis war die fehlende Auswirkung der Gänseäsung auf die folgenden Grasschnitte. Dies betrifft sowohl den Ertrag als auch die Qualität. Eine Verschmutzung der Grassilage mit Gänsekot konnte in den Untersuchungen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ebenfalls nicht nachgewiesen werden, erklärt Meyer.


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