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topplus Pfeifer & Langen Kampagnengespräch 2023

Viel Regen erschwert Rübenernte - aktuell sind noch 15 % zu roden

Unter oft sehr nassen Bedingungen ernten Landwirte derzeit Ihre Rüben. Anders als der Zuckergehalt sind die Masseerträge zufriedenstellend. Die Kontrahierung für 2024 hat Pfeifer und Langen bereits beendet.

Lesezeit: 4 Minuten

Die Erntebedingungen auf den Rübenschlägen sind derzeit vielerorts alles andere als günstig - oft erreichen die Roder nicht die Flächenleistungen wie in trockenen Jahren. Das Ende der Kampagne wird bei Pfeifer & Langen daher erst in der zweiten Januarhälfte erwartet, wie auf einem Presseevent Anfang Dezember verkündet wurde.

Alles zwei bis drei Wochen später

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Dabei passt der späte Termin des Kampagnenendes nur zu gut zu dieser Anbausaison. "In diesem Jahr war alles zwei bis drei Wochen später", sagt Dr. Hermann Schmitz, Geschäftsleiter Landwirtschaft bei Pfeifer & Langen. So verzögerte sich die Rübenaussaat temperatur- und niederschlagsbedingt bis in den Mai hinein und erfolgte häufig zwei bis vier Wochen später als im Mittel der Vorjahre. Auch der Reihenschluss verzögerte sich um bis zu drei Wochen. Ein Befall mit Cercospora wurde laut Schmitz spät festgestellt, verlief jedoch bis weit in den Herbst hinein.

Viel Masse, wenig Zucker

Die Rübe konnte die spätere Aussaat im weiteren Jahresverlauf gut kompensieren und zeigt eine klare Priorität der Massebildung bei niedrigerer Zuckereinlagerung. "Einige Anbauer konnten in diesem Jahr die 100 t-Marke knacken", so Schmitz. Allerdings lägen die Zuckergehalte oft nur bei rund 16 %. Als Gründe dafür nennt er eine

  • verzögerte Entwicklung infolge der späten Aussaat,
  • eine gewisse Priorität auf Massebildung aufgrund der hohen Wasserverfügbarkeit,
  • einen späten Befall mit Cercospora sowie
  • zu wenig Sonneneistrahlung und zu warme Nächte bis in den Oktober.

Insgesamt erwartet man in der Pfeifer & Langen-Region durchschnittliche Zuckererträge. "In Kombination mit guten Rübenpreisen bleibt die Rübe wirtschaftlich sehr attraktiv", so Schmitz. "Das ist sicherlich auch ein Grund dafür, dass wir bereits im August 2023 die Kontrahierung beenden konnten.

Neue Herausforderung Stolbur

Ein Aspekt, welcher die gesamte Zuckerbranche zusehends beschäftigt, ist die Ausbreitung "neuer" Krankheiten. So ist in diesem Jahr auf deutschen Rübenfeldern erstmals in einem größeren Ausmaße Stolbur ertragsbeeinflussend aufgetreten. Stolbur bzw. das Phytoplasma-Bakterium wird von der Schilfglasflügelzikade und anderen Zikadenarten übertragen.

In Folge der Infektion kommt es zu Gewebeschäden an den Rüben, die zu einer gummiartigen Konsistenz führen. Es entstehen sogenannte Gummirüben, welche zudem eine geringere Lagerfähigkeit haben. Die Erträge betroffener Flächen fallen geringer aus, weil der Zuwachs im Herbst eingeschränkt ist. Im Jahr 2023 sind in Deutschland ca. 50.000 ha von Stolbur betroffen. Die meisten Flächen liegen in den wärmebegünstigten Regionen im Süden. In den Anbauregionen von Pfeifer & Langen seien die Gebiete vor allem an der Elbe und Saale im Einzugsgebiet der Zuckerfabrik Könnern in Sachsen-Anhalt zu finden. Um die betroffenen Rüben schnellstmöglich in die Fabrik zu bringen und zu verarbeiten, wurden die Rodefolgen angepasst. Größere Verluste für die landwirtschaftlichen Betrieben konnte man damit bislang vermeiden.

Entwicklung im Pflanzenschutz fordert neue Lösungen

Beim Kampagnengespräch ging es auch über die aktuelle Situation beim Pflanzenschutz. Die jüngst erlassene Zulassungsverlängerung für Glyphosat auf EU-Ebene ist aus Sicht von Pfeifer & Langen seit langem ein positives Zeichen einer wissenschaftsbasierten Entscheidung. Auch die Ablehnung der Sustainable Use Regulation (SUR) im Europäischen Parlament sei ein richtiger Schritt und mache Mut. "Absolute Verbote zum Einsatz von chemischem Pflanzenschutz hätten den Rübenanbau auf über 40 % der Ackerflächen (sensible Gebiete) in den Einzugsgebieten von Pfeifer & Langen unmöglich gemacht", sagt Dr. Hermann Schmitz. Grundsätzlich sei es besser, zu fördern und zu fordern, statt Verbote auszusprechen.

Dass gerade im Zuckerrübenanbau viele neue Lösungen entwickelt werden, weiß Dr. Alexander Hubertus Ungru. Ungru ist Leiter der landwirtschaftlichen Beratung bei Pfeifer & Langen und steht in regem Austausch mit wissenschaftlichen Einrichtungen, der öffentlichen Beratung, Verbänden, Landwirten, dem Handel und der Industrie. "Es ist wichtig sich zu vernetzen und in Kooperationen den Innovationsprozess zu entwickeln", so Ungru.

Er und seine Kollegen entwickeln, testen und präsentieren neue Lösungen im Feld. Hierzu zählen z.B. ausgereifte, kameragestützte Hackmaschinen, Bandspritzen, Spotsprayer oder Roboter. Insbesondere die positiven Erfahrungen die Pfeifer & Langen gemeinsam mit der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft beim Praxiseinsatz mit der ARA-Feldspritze gemacht hat, sind hervorzuheben. Laut Karl Heinz Klötergens von der Buir-Bliesheimer Genossenschaft kann das Einsparpotenzial bei einer NAK und normaler Verunkrautung bis zu 75 % betragen. "Das Gerät kann natürlich auch in vielen anderen Kulturen zum Einsatz kommen", sagt Klötergens.

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