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topplus Vermehrungsflächen schrumpfen

Pflanzkartoffeln: Knappes Angebot, schlechte Sortierung – was ist zu tun?

Sinkende Vermehrungsflächen und die regional extreme Nässe sorgen dafür, dass Wunschsorten knapp sind. Viel Ware wird zurzeit geschnitten, dabei ist aber einiges zu berücksichtigen.

Lesezeit: 3 Minuten

Der Pflanzkartoffelmarkt zeigt sich in dieser Saison von einer Seite, die man von den vorherigen Jahren nicht kennt. Wunschsorten sind knapp oder ausverkauft. Sortierungen, die den Landwirten und der Legetechnik einiges abverlangen, und nicht wünschenswerte Qualitäten im Nachbau (Eigennachbau) sind die Ausgangslage für das anstehende Anbaujahr.

Weniger Vermehrungsflächen

Die Gründe dafür: Die Anbaufläche von Vermehrungskartoffeln sinkt seit mehreren Jahren. Im Vergleich zu 2022 sind die Vermehrungsflächen in den fünf wichtigsten Produktionsländern um rund 7 % zurückgegangen. Die gesamte Anbaufläche schrumpfte in den letzten drei Jahren um rund 10.000 ha. Darunter fallen Vermehrungen aller Sorten und Verwertungsrichtungen. Doch nicht nur im Kartoffelbau spürt man die Knappheit, auch bei Getreide, Mais oder Gemüse gehen die Vermehrungsflächen zurück und die Saatgutpreise steigen.

Zudem führen politische Fehlentscheidungen zu Engpässen bei der Pflanzkartoffelvermehrung (Fehlmengen müssen notgedrungen zum Teil vom Ausland ausgeglichen werden). Oft fehlt der finanzielle Anreiz, um das gestiegene Risiko z.B. durch fehlende Pflanzenschutzmittel auszugleichen. Die Wirkstoffpalette zur Vektorbekämpfung von Viruskrankheiten und zur Resistenzvermeidung wird immer schmaler. Als Folge davon nimmt der Anteil an aberkannten Partien durch zu hohen Virusbesatz zu. Hinzu kommen noch Reklamationsansprüche, steigende Verpackungs- und Versandkosten sowie gestiegene Lohnkosten bei zusätzlich noch fehlendem Fachpersonal. Das alles macht den Anbau von Pflanzkartoffeln uninteressanter.

Hohe Aberkennungsrate, schlechte Sortierungen

Im vergangenen Jahr gab es einen sehr frühen und starken Flug von virusübertragenden Läusen, der sich nur schwer mit Öl und insektiziden Wirkstoffen regulieren ließ. Die Folge: Laut dem Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg (LTZ Augustenberg) waren letztes Jahr z.B. von 177 Proben 63 so stark mit Virus belastet, dass sie nicht anerkannt wurden. Das entspricht einem Befall von 35,6 %. In der Biovermehrung sieht es ähnlich aus.

Ein weiterer Grund für die Knappheit ist der regional schlechte Ansatz der Kartoffeln. Dass sich in 2023 weniger Knollen je Pflanze bildeten, lag an den schlechten Pflanzbedingungen im Frühjahr, gefolgt von Hitze und am Ende regnete es viel zu viel. Laut AMI konnten mehrere 100 ha Pflanzgut in den Niederlanden durch den anhaltenden Regen nicht geerntet werden. Aus diesen Gründen werden aktuell alle Kaliber angeboten, von 28 mm als Drillinge bis zu 65 mm als Übergröße. Bei den Übergrößen müssen Sie unbedingt den erheblich höheren Pflanzgutbedarf und die damit verbundenen höheren Pflanzgutkosten berücksichtigen (oft wird versucht, dies durch einen Preisausgleich aufzufangen). Doch auch die Logistik muss passen und nicht zuletzt muss die „dicke Knolle“ durch die Legemaschine gehen.

Bei geschnittener Ware ist einiges zu beachten!

Um die fehlenden Pflanzkartoffeln zu ersetzen, werden vor allem im Industriebereich viele Kartoffeln geschnitten - nicht nur die ganz großen, auch Kaliber von 45 bis 55 mm. Vereinzelt gilt das auch für Sorten im Speisebereich. Hier sollte man aber im Vorfeld klären, bei welchen Sorten das Schneiden „funktioniert“ und sinnvoll ist (Krankheiten/Keimung auf allen Hälften). Sprechen Sie daher mit Ihren Beratern. Beachten Sie, dass geschnittene Ware jeglichen Anspruch auf Reklamation verliert. Das Risiko liegt dann beim Landwirt. Ebenfalls ist es wichtig, das Risiko von Infektionen durch Viren, Bakterien und Quarantänekrankheiten genau zu beurteilen.

Wenn Wunschsortierungen oder Wunschsorten ausverkauft sind, bleibt nur der Kompromiss. Wenn Sie ein bestimmtes Kaliber bestellt haben, aber Übergrößen oder Drillinge bekommen, bleibt ihnen meist nichts anderes übrig, als die Partie anzunehmen. Wegen der Knappheit sind momentan viele neue, noch unbekannte Sorten im Umlauf. Schauen Sie genau hin, ob die neue Sorte zu Ihnen, der geplanten Anbaurichtung und -zeit und zu Ihrem Betrieb passt. Sprechen Sie möglichst mit Ihren Beratern vor Ort.

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