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Tipps zur kommenden Rapssaat - Wie die Saat, so die Ernte​ ​

Wer seinen Raps früh in Einzelkornsaat sät, erzielt oft die höheren Erträge. Tipps zur Aussaat gibt unsere Autorin.

Lesezeit: 9 Minuten

Ein Fachbeitrag von Dr. Jana Peters von der Landesforschungs­anstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFAMV)

SCHNELL GELESEN
Auf Wetterkapriolen zur Rapssaat muss man flexibel reagieren – z.B. mit der Bodenbearbeitung und der Wahl des Saattermins.
Frühsaaten bringen vor allem bei reduzierter N-Düngung oft höhere Erträge, das zeigen Versuche. Spätsaaten haben hingegen Vorteile bei der Unkrautkontrolle.
Die Einzelkornsaat wird beliebter. Vor allem bei Trockenheit erreicht man damit bessere Feldaufgänge als bei Drillsaat.
Unter- bzw. Beisaaten können Vorteile bringen, z. B. bei der Nährstoffversorgung des Rapses.

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Die Aussaat von Winterraps war für Landwirte in den letzten Jahren herausfordernd – und zwar über alle Bundesländer hinweg. Die Probleme sind vielfältig:

  • Ist es zu trocken oder zu nass, können Strohnester, Kluten, nasse Stellen, Lehmkuppen oder trockene Oberböden schwierige Aussaatbedingungen hinterlassen.
  • Bei einer Trockenphase nach der Aussaat muss man hoffen, dass es früh genug regnet, damit das Saatgut nach dem Keimen nicht vertrocknet.
  • Gibt es Starkniederschläge kurz nach der Saat, werden die Körner entweder ausgewaschen oder aber der Acker verschlämmt dermaßen, dass der Raps keine Chance hat, die Kruste zu durchbrechen.
  • Nach erfolgreicher Saat sorgt sich mancher dann um den Rapserdfloh: In den Hotspotregionen wurden die Bekämpfungsschwellen im letzten Herbst teils sechs Mal überschritten, sodass auch sechs Maßnahmen notwendig waren. Immerhin sind die Kohlfliegen mittlerweile dank wirksamer Beizen ein geringeres Problem.

Trotz dieser angesprochenen Schwierigkeiten ist es möglich, zufriedenstellende Bestände zu etablieren. Nachfolgend werden einige Möglichkeiten diskutiert, die dafür hilfreich sein könnten. Dabei gilt grundsätzlich, dass es niemals ein allgemein gültiges Standardverfahren für den Raps geben wird. Die Möglichkeiten sind als Baukastenprinzip zu sehen.

Jeder Betriebsleiter muss sich die Bausteine aussuchen und zusammenstellen, die für seine Flächen und betrieblichen Voraussetzungen am besten passen.

Nicht gepflügt ist auch ­gearbeitet

Mittlerweile gibt es viele Landwirte, die Raps pfluglos in Mulch- oder Direktsaatverfahren erfolgreich anbauen – dass man Raps nicht pfluglos anbauen sollte, ist seit Langem widerlegt. Vorteile der minimalen Bodenbearbeitung gegenüber dem Pflugeinsatz sind neben einer höheren Schlagkraft, dass weniger Bodenwasser verdunstet und Wasser bei zu nassen Bodenbedingungen besser infil­triert wird.

Nachteilig wirkt bei minimaler Bodenbearbeitung die höhere Gefahr der Verunkrautung sowie eine ungleichmäßigere Strohverteilung der Vorfrucht. Letzteres kann zu Auflaufproblemen des Rapses führen. Ist im Betrieb aus ackerbaulicher Sicht eine tiefere Bodenbearbeitung notwendig, sollte man diese bei trockenen Böden zu strahlungsärmeren Zeitpunkten durchführen, z. B. in den Abendstunden. Das Ziel ist ein möglichst feines Gefüge mit einer gröberen abschließenden Schicht.

Eine Frage des Saattermins

Für einen gut etablierten Rapsbestand ist der Aussaattermin ein wesentlicher Faktor. Wichtig ist, dass sich die Bestände zu Beginn der Vegetationsruhe passend entwickelt haben: Raps sollte mindestens mit sechs bis acht Blättern und einem Wurzelhalsdurchmesser von mehr als 5 mm in den Winter gehen.

Der ideale Saatzeitraum liegt z. B. in Mecklenburg-Vorpommern zwischen dem 16. und 25. August. In dieser Zeitspanne ließ sich in der Vergangenheit die höchste Rentabilität erzielen. Beachten Sie aber, dass sich die langjährigen Empfehlungen auf normale witterungsbedingte und agronomische Vo­raussetzungen beziehen.

Diese waren in den letzten Anbaujahren alles andere als normal: Meist waren die Böden zur Saatzeit ungewöhnlich trocken und ausreichende Niederschläge nicht in Sicht. Auf den Regen wartend, wurden vielerorts deshalb Aussaattermine bis zum 31. August zur Normalität. Die Auswinterungsgefahr bzw. die Gefahr des Überwachsens war für diese spät gesäten Bestände gering. In diesem Fall waren die wärmeren und längeren Herbstperioden teils bis in den Dezember hinein von Vorteil.

Auffällig waren allerdings die unterschiedlichen Bestandsbilder vor Winter. So hatten die mancherorts in den puren Staub gesäten Frühsaaten (1. August bis 15. August), anders als die Normalsaaten, durch die längere Ausnutzung der verbleibenden Vegetationsperiode noch genügend Zeit für eine gleichmäßige Bestandsentwicklung.

Frühsaaten oft effizienter

In langjährigen Versuchsreihen an mehreren Standorten in Mecklenburg-Vorpommern zeigten Bonituren in früh ­gesäten Beständen zusätzlich einen ge­ringeren Befall durch den Erdfloh, insbesondere gegenüber der normalen Saatzeit. Der Befall mit Kohlfliegen war dagegen in den früh gesäten Beständen tendenziell höher. Allerdings kompensieren die kräftigere Wurzel- und Pflanzenentwicklung der Frühsaaten den Schädlingsbefall besser.

Beim Ertrag lagen die Frühsaaten mit den Normalsaaten gleichauf. Bei einer Gesamt-N-Düngung von unter 140 kg/ha wurde sogar ein signifikanter Ertragsvorteil gegenüber der Normalsaat nachgewiesen. Somit würde sich eine Frühsaat gut für den Rapsanbau in Roten Gebieten eignen.

Berücksichtigen muss man aber den Mehraufwand durch einen höheren Pflanzenschutzaufwand, da es unter phytosanitären Gesichtspunkten einiges zu bedenken gibt: Der Kontrollaufwand gegenüber Begleitunkräutern erhöht sich und somit teilweise auch der Einsatz von Herbiziden im Herbst. Zudem steigt die Gefahr, dass Bestände überwachsen, wodurch eventuell eine stärkere Wachstumsregulierung notwendig ist (Auswinterungsgefahr).

Dieses Risiko können frühsaatgeeignete Sorten mildern – gegen den stärkeren Kohlherniebefall bei Frühsaaten helfen resistente Sorten.

Spätsaaten bringen ­weniger Ertrag

Eine Spätsaat (nach dem 1. September) hat Vor- und Nachteile. Günstig ist, dass sie Arbeitsspitzen entzerren kann und eine gute Saatbettbereitung ermöglicht. Zusätzlich ist dann eine Scheinsaatbettbestellung durchführbar, die vor allem den Unkrautdruck senken kann. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Resistenzen gegenüber Herbiziden empfehlen sich solche mechanischen Maßnahmen. Ein weiterer Vorteil ist die geringere Befallsgefahr durch Kohlhernie und Kohlfliegen.

Nachteile einer Septembersaat sind die niedrigeren Erträge gegenüber den anderen Saatterminen. Dies kann man durch eine geeignete Sortenwahl und agrotechnische Maßnahmen wie Einzelkornsaat, N-Startgaben und Unterfußdüngung abmildern. Beachten Sie dabei die Vorgaben der Düngeverordnung.

Nicht zu viel säen

Der Aussaattermin und auch das Saatsystem bestimmen die Aussaatstärke. Weitere Faktoren sind die Aussaat- und Standortbedingungen. Es gilt: Je schlechter die Auflaufbedingungen vor Ort sind, desto höher sollte man die Saatstärke wählen. Aus Ergebnissen langjähriger Versuche zu Saatzeiten, Aussaatdichten und Reihenweiten lassen sich die Saatstärken in Übersicht 2 empfehlen. Bei Einzelkornsaat sät man mindestens 10 Körner/m² weniger als bei der Drillsaat.

Grundsätzlich gilt bei beiden Verfahren: Raps zählt zu den Feinsämereien und muss als Lichtkeimer flach in die feuchte Erde – 1 bis 2 cm Saattiefe sind ausreichend. Um zu quellen, benötigt das Korn ausreichend Wasser. Dieses kann nur durch den Nabelansatz am Korn (Hilium) aufgenommen werden. Die notwendige Menge beziffert Dr. Schönberger (N.U. Agrar GmbH) auf 7 bis 10 mg Wasser pro Korn.

Regnet es nach der Saat nicht, braucht der Samen zum Keimen im bestelltrockenen Boden demnach den Wasservorrat aus einem Umkreis von 10 mm. Unter sehr trockenen Bedingungen kann eine 3 cm tiefe Ablage von Vorteil sein.

Einzelkornsaat im Vorteil?

Seit einigen Jahren wird die Einzelkornsaat auch im Raps immer beliebter. Das hängt auch mit dem Standraum zusammen – denn dieser hat den stärksten Einfluss auf den Einzelpflanzenertrag. Laut Schönberger gilt: Je enger die Pflanzen stehen, umso dünner ist der Wurzelhals, gleichzeitig berühren sich die Blätter früher und treiben den Spross in die Höhe – somit setzt die Sprossstreckung in dichten Beständen früher ein.

Stehen Pflanzen zu eng, setzt Raps auch weniger Verzweigungen und weniger Schoten je Verzweigung an. Auch am Haupttrieb bilden sich weniger Schoten. Zudem steigt das Lagerrisiko.

In Mecklenburg-Vorpommern werden derzeit schätzungsweise ein Drittel der Winterrapsbestände in Einzelkornsaat gesät. Dafür gibt es u. a. folgende Gründe:

  • Versuche zu unterschiedlichen Aussaatverfahren auf einem Sandstandort in Mecklenburg-Vorpommern zeigten, dass unter trockenen Aussaatbedingungen die Einzelkornsaat einen 20 % höheren Feldaufgang aufwies als die Drillsaat.
  • Eine gleichmäßigere Ablage in der Reihe sorgt für eine bessere Einzelpflanzenentwicklung.
  • Bei der Einzelkornsaat kann in den gängigen Verfahren zusätzlich die Hacke zum Einsatz kommen. Das ist für die seitens der Politik angestrebte Pflanzenschutzmittelreduzierung eine Möglichkeit, den Herbizideinsatz flächenmäßig zu verringern.
  • Auch die N-Düngung kann nach ­ersten Erkenntnissen verringert werden. In einer 5-jährigen Versuchsreihe mit einer reduzierten N-Gesamtdüngung von 130 kg/ha ließ sich kein Ertragsnachteil gegenüber einer N-Gesamtdüngung von 200 kg/ha nachweisen.
  • Bei einigen Einzelkornsämaschinen ist es möglich, gleichzeitig zur Aussaat eine Unterfußdüngung zu applizieren. Das wiederum fördert die Bestandesentwicklung zusätzlich.

Nachteile der Einzelkornsätechnik sind die höheren Anschaffungskosten bzw. die Kosten für den Lohnunternehmer. Wem es in erster Linie um eine mechanische Unkrautregulierung im Raps geht, der kann bei der vorhandenen Drillmaschine jedes zweite Säschar aushängen. Passen Sie vor dem Aushängen dann noch die Aussaatdichte an, um ­einen zu engen Pflanzenabstand innerhalb der Reihe zu verhindern.

Außerdem müssen Sie auf die Särichtung ­achten, ansonsten kommt es eventuell zu sehr weiten Reihenabständen zwischen den anschließenden Drillspuren.

Was bringen Untersaaten?

Einige Rapsanbauer denken seit Längerem über die Etablierung von Unter- bzw. Beisaaten im Raps nach oder ­setzen dies bereits um. Vorteile dieses Anbausystems werden u. a. in einer ­geringeren Verunkrautung des Bestandes gesehen. Sind leguminosen-haltige Untersaaten mit im Spiel, so wird von einer N-Einsparung für den Raps ausgegangen. In welcher Höhe dies möglich ist, hängt vom Bestand der Untersaat und dem Leguminosenanteil ab.

Als Saatsystem eignet sich z. B. das absätzige Verfahren, bei dem die Untersaat vor dem Raps gesät wird. Auch Saatmaschinen mit zwei Tanks eignen sich, sind allerdings nur auf wenigen Betrieben vorhanden.

Problematisch kann sich starke Trockenheit zur Saat der Untersaat aus­wirken. So konnte sich in Versuchen am Standort Gülzow in Mecklenburg-Vorpommern nur in 33 % der Anbaujahre eine zufriedenstellende Untersaat entwickeln. In Landesteilen mit einer günstigeren Wasserversorgung zur Aussaat ­gelang die Etablierung besser. Dann kommen auch die Bonuseffekte der Untersaat eher zum Tragen.

Untersaat säen per Drohne

Eine noch sehr junge Methode zur ­Etablierung einer Untersaat bietet die „Flugsaat“. Hierbei streuen Agrardrohnen in den bereits bestehenden Bestand vor bzw. zu Vegetationsbeginn im Frühjahr eine Untersaat aus.

Dieses System dient vor allem der frühen Etablierung der Untersaat als Zwischenfrucht nach Raps. Es soll eine ganzjährige Boden­bedeckung und eine Speicherung des Stickstoffüberhanges des Rapses für die Folgefrucht gewährleisten.

Hierzu sind allerdings noch Untersuchungen notwendig, z. B. welche Zwischenfruchtarten sich am besten für welchen Zweck und zu welchem Termin eignen. Wichtig sind sowohl die Art der Keimung als auch das Konkurrenz- oder das Blühverhalten der Zwischenfrüchte.

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