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Versuchsserie

Rapsanbau ohne Pflanzenschutz bringt massive Ertragseinbußen

In MV fanden dieses Jahr Versuche in Raps statt, den Pflanzenschutzeinsatz zu reduzieren. Die Ergebnisse waren eindeutig. Dennoch haben die Fachleute einige Tipps.

Lesezeit: 3 Minuten

Fachleute grübeln seit Jahren, wie man Pflanzenschutzmaßnahmen in Raps reduzieren kann. Etwa 120 Teilnehmer diskutierten nun auf der 29. Jahrestagung Integrierter Pflanzenschutz des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock dazu.

Mit Ergebnissen einer mehrjährigen Versuchsserie an verschiedenen Orten verdeutlichten die Experten den Beitrag des chemischen Pflanzenschutzes zur Ertragssicherung. Die bisherigen Ergebnisse unterstreichen, dass die Kontrolle der Beikräuter mit 24 %, die Bekämpfung der Schadinsekten mit 16 % die Ertragsbildung im konventionellen Anbau des Rapses beeinflussen können. Die Bekämpfung von Pilzkrankheiten hatte hingegen keinen deutlich positiven Ein-fluss auf höhere Erträge.

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„Einsparungspotentiale sind im Bereich des chemischen Pflanzenschutzes somit grundsätzlich nachgewiesen“, resümiert Marcus Hahn, Regionaldienstleiter des Pflanzenschutzdienstes in Schwerin. „Vor allem auf Flächen mit geringer Verunkrautung bietet sich die Einbindung der mechanischen Unkrautkontrolle mittels der Hacke an, was bei unseren Versuchen eine gut wirksame Variante darstellte“, ergänzt er.

Rapsertrag ohne Behandlung fällt auf 29 dt/ha

Die seit 2019 ermittelten Zahlen dienen einer sachgerechten Diskussion über Reduktionsmöglichkeiten der Pflanzenschutzintensität. So wurde ermittelt, dass der Rapsertrag ohne jegliche Behandlung bei 29 dt/ha und nach der Anwendung von chemischer Unkrautbekämpfung sowie Insektiziden bei 48,5 dt lag.

Allein der Einsatz von Insektiziden ermöglichte in den vergangenen Jahren einen Mehrertrag zwischen 4,6 bis 14,5 dt/ha Raps, so das LALLF weiter. Pauschal verringerte Anwendungsintensitäten von Pflanzenschutzmitteln reduzierten also grundsätzlich die Sicherheit der Ernte.

Integrierter Pflanzenschutz dämmt Schädlinge ein

Rapserdfloh, Rapsglanzkäfer und Kohlschotenrüssler unterliegen einer Populationsdynamik: Über Jahre gibt es sie in Massen, dann wieder in geringen Zahlen. Integrierter Pflanzenschutz heißt dann, Feldbestände kontrollieren, Schwellenwerte beachten und dann Entscheidungen treffen. Eine konkretere Handlungshilfe ist aber kaum möglich, unterstreicht Nadine Ließ, Abteilungsleiterin Pflanzenschutzdienst im LALLF in Rostock.

EU will Reduktion um die Hälfte

Ziel der EU ist es, in den Mitgliedstaaten die Menge und das Risiko des Pflanzenschutzmitteleinsatzes bis 2030 um 50 % zu reduzieren. Für ökologisch sensible Gebiete soll ein Totalverbot gelten bzw. strenge Einschränkungen der Wirkstoffwahl vorgeschrieben werden.

Kritik erfährt der Entwurf, nicht nur durch die EU-Agrarminister, in Bezug auf fehlende wissenschaftliche Begründungen für die Zielvorgaben, den mehr als ambitionierten Zeitplan, eine unzureichende Folgenabschätzung für die Ernährungssicherheit und anfallende Kosten sowie in Bezug auf die strengen Vorgaben für ökologisch sensible Gebiete. „Es sind nahezu unmöglich erscheinende Forderungen. Wir müssen einfach noch abwarten, was politisch entschieden wird“, so Ließ.

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