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topplus Meister und Macher

Von der Schülerin zur Energieeffizienz-Expertin

Antonia Rewer analysierte für ihren Ferkelaufzuchtbetrieb den Energieverbrauch und hat bereits erste Lösungen aus ihrer Arbeit im Betrieb umgesetzt.

Lesezeit: 4 Minuten

Beim diesjährigen Meister & Macher-Wettbewerb haben elf Preisträgerinnen und Preisträger eine Auszeichnung für ihre Abschlussarbeiten erhalten. Wir stellen Ihnen die Köpfe hinter den Arbeiten vor.

Ein aktuelleres Thema hätte Antonia Rewer aus Ahaus in NRW für ihre Projektarbeit zur staatlich geprüften Agrarbetriebswirtin nicht wählen können: Denn insbesondere seit den Preissteigerungen für Strom, Gas und Öl, bedingt durch den Ukrainekrieg, hat das Thema für Landwirte an Bedeutung gewonnen.

Insbesondere Ferkelerzeuger benötigen viel Wärme. Daher hat die 25-Jährige im Rahmen einer Projektarbeit die Energienutzung und -erzeugung des eigenen Betriebes mit 270 Sauen und rund 47 ha Ackerbau analysiert und die Energiekosten gesenkt. Die Energieerzeugung bildet einen weiteren kleinen Betriebszweig. Die Familie hat zwei PV-Anlagen.

Den Strom der 40 kWp-Anlage speisen sie vollständig ins Netz ein. Den Strom der 30 kWp-Anlage verbrauchen sie weitgehend selbst. Zusätzlich nutzen Rewers ein Blockheizkraftwerk (BHKW), das mit Gas gespeist wird und Strom und Wärme erzeugt.

Kosten drücken

Ziel ihrer Arbeit war es, die Kosten für eine Kilowattstunde Strom oder Heizenergie zu senken und dadurch einen höheren Unternehmergewinn zu erzielen. Außerdem sollte der Energieverbrauch im Betrieb optimiert werden, um auch dadurch Kosten zu sparen. Dazu hat sie zunächst die verschiedenen Verbrauchsposten im Betrieb, den sie seit Sommer 2023 gemeinsam mit ihren Eltern führt, aufgelistet und einen Vergleich zu anderen Betrieben gezogen.

Schnell wurde klar: Insbesondere die Umwälzpumpen und das Lüftungssystem im Sauenstall waren zu große Stromfresser. Daher haben Rewers nach Abschluss der Arbeit bereits in neue Umwälzpumpen investiert. Das Problem mit der Lüftung will die junge Betriebswirtin als Nächstes angehen.

Im zweiten Teil der Arbeit knüpfte sich Rewer die mögliche Umstellung der Energieerzeugung vor und analysierte, ob es sich für den Betrieb lohnen würde, das BHKW gegen eine Hackschnitzelheizung auszutauschen. Neben der Wärme erzeugte das BHKW zum Zeitpunkt der Arbeit Anfang 2022 etwa 61.304 kWh Strom und deckt damit etwa 80 % des Strombedarfes des Betriebes. Den Rest kaufte die Familie von den Stadtwerken zu.

Steckbrief

2. Platz in der Kategorie ­Betriebskonzepte und Innovationen

Antonia Rewer, Ahaus (NRW)

Alter: 25 Jahre

Abschluss: staatlich geprüfte ­Agrar­betriebswirtin

Betrieb: Rewer GbR, Ferkelerzeugungsbetrieb mit 270 Sauen, 47 ha Ackerbau

Ansatz: Antonia Rewer steigerte die Energieeffizienz ihres Betriebes und prüfte die Senkung der Energiekosten.

Beim Wechsel von Gas auf Holz würden Rewers zwar bei den Wärmeerzeugungskosten sparen. Es hätte jedoch auch einen Nachteil: Nutzt die Familie eine Hackschnitzelheizung, müsste sie Strom zukaufen. Bei ihren Analysen waren daher insbesondere der Gas- und Strompreis ausschlaggebend. Das Ergebnis: Die Anschaffung einer Hackschnitzelheizung hätte sich Ende 2021 nicht gelohnt.

Als durch den Ukrainekrieg dann aber die Gaskosten im März 2022 enorm stiegen, wendete sich zunächst das Blatt: „Meine Berechnungen zeigen, dass die Entscheidung über den Kauf einer Hackschnitzelanlage stark vom Gaspreis abhängig ist. Dieser hat sich derzeit wieder etwas beruhigt. Wenn ich daher die aktuellen Preise betrachte, lohnt sich die Umstellung auf eine Hackschnitzelheizung nicht“, so Rewer. „Schaffe ich das BHKW ab und ersetze es durch eine Hackschnitzelheizung, könnte ich zwar günstigere Wärme beziehen, müsste dafür aber mehr Strom zukaufen.“ Das wäre in der Summe teurer.

Daher hat sich die Familie für ein neues BHKW entschieden: „Das alte mussten wir eh erneuern. Jetzt haben wir ein neues angeschafft, das wir künftig mit bis zu 40 % Wasserstoff speisen können. So halten wir uns für die Zukunft alles offen“.

Erweitertes Blickfeld

Die Arbeit zeigt, wie wichtig es ist, die Kostenstruktur dauerhaft im Blick zu halten. Weder sie noch ihr Vater hätten erwartet, dass die Preise so einen enormen Einfluss auf die Investitionsentscheidungen haben würden und welche starken Ausmaße schon kleine Änderungen von Centbeträgen auf den gesamtwirtschaftlichen Erfolg des Betriebes haben.

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