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topplus Bachelorarbeit an der FH Kiel

CO2: Das sind die Stellschrauben in der Milchviehhaltung

Der CO2-Fußabdruck spielt in der Milchviehhaltung eine immer größere Rolle. Friederike Hansen hat für den Betrieb ihrer Eltern untersucht, wo Emissionen entstehen und wie sie sich reduzieren lassen.

Lesezeit: 3 Minuten

Beim diesjährigen Meister & Macher-Wettbewerb haben elf Preisträgerinnen und Preisträger eine Auszeichnung für ihre Abschlussarbeiten erhalten. Wir stellen Ihnen die Köpfe hinter den Arbeiten vor.

Auf dem elterlichen Betrieb von Friederike Hansen stehen die Zeichen auf Zukunft: Die 260 Milchkühe haben den frisch an- und umgebauten Stall mit vier Melkrobotern bezogen, für mehr Tierwohl sorgen große Liegeboxen, Außenausläufe und Massagebürsten. Auch die Ansprüche von Verbrauchern und Politik hat die Familie im Blick: „Neben Tierwohl und GVO-Freiheit fragen die Molkereien auch zunehmend nach dem CO2-Fußabdruck der Milch,“ so Friederike Hansen.

Um dem Thema auf die Spur zu kommen, machte sie die Treibhausgas-Emissionen (THG) zum Thema ihrer Bachelorarbeit an der FH Kiel. Das Ergebnis: Im Wirtschaftsjahr 2020/21 entstand im Betrieb Hansen Freiheit GbR ein CO2-Fußabdruck von 1,108 kg CO2 pro Kilo energiekorrigierter Milch (ECM mit 4 % Fett; 3,4 % Eiweiß) – ein durchschnittlicher Wert.

Für die Berechnung nutzte die Agrarstudentin den Berechnungsstandard für einzelbetriebliche Klimabilanzen (BEK), eine kostenfreie Excelanwendung des KTBL. „Vorteil ist, dass ich einzelne Betriebszweige berechnen und so Potenziale für Verbesserungen erkennen konnte“, so die 27-Jährige. Dafür sind eine Menge Daten nötig: Verlässt z. B. die Maissilage den Betriebszweig Pflanzenbau, wird die enthaltene THG-Menge dort gutgeschrieben und der Tierhaltung zugeschrieben. Damit sich verschiedene Gase wie Methan (CH4) aus Verdauung und Güllelager, Lachgas (N2O) aus der Düngung oder CO2 vom Humusabbau verrechnen lassen, wandelt man alle Gase in CO2-Äquivalente (CO2e) um.

Steckbrief

3. Platz in der Kategorie Betriebskonzepte und Innovationen

Friederike Hansen, Jardelund (Schleswig-Holstein)

Alter: 27 Jahre

Abschluss: Bachelor Agrarwirtschaft

Betrieb: Hansen Freiheit GbR

Ansatz: Friederike Hansen berechnete, wo im Milchviehbetrieb CO2 entsteht und was die Emissionen mindern kann.

Was senkt CO2-Ausstoß?

Um den CO2-Fußabdruck im Betrieb zu senken, hat Friederike Hansen drei Optionen durchgerechnet. Ergebnis: Die Einführung der Weidehaltung vom 1.5. bis 30.9. würde die CO2-Emissionen um 0,031 kg auf 1,077 kg CO2e je kg Milch mindern. 

Eine teilweise selbst erzeugte Kraftfuttermischung käme ohne die Emissionen aus Sojaerzeugung und Transport aus. Selbst produzieren könnte der Betrieb eine Vormischung aus 0,6 kg Körnermais, 2,58 kg Lupinen, 0,6 kg Weizen und 0,54 kg Roggen, zukaufen müsste man 1,5 kg Rapsextraktionsschrot und 0,18 kg Mineralfutter. Diese 6 kg-Ration würde zu Emissionen von 1.041 kg CO2e/kg Milch führen, eine Reduktion von 0,067 kg CO2e. Der CO2e-Fußabdruck sinkt auch, wenn man Eigenstrom der Biogasanlage verwendet: Eine Reduktion von 0,013 kg CO2e/kg Milch wäre möglich.

Setzt der Betrieb alle drei Maßnahmen bei sonst gleichen Bedingungen um, sinkt der CO2e-Fußabdruck auf 0,996 kg CO2e/kg ECM, umgerechnet gut 1.110 kg CO2e je Kuh weniger.

Weitere Stellschrauben

Friederike Hansen weist auf weitere Ansatzpunkte hin, z. B.: Hohe THG-Emissionen entstehen durch den Humusabbau bei Silomaisanbau, insgesamt 6.802 kg CO2e/ha. Eine Untersaat mit Weidelgras könnte die Humusbilanz verbessern. Die Methan-Emissionen der Verdauung tragen besonders viel zum THG-Ausstoß bei.

Versuche weisen darauf hin, dass Algenfutter mit Rotalge den CH4-Ausstoß stark reduzieren könnte. Weniger Protein in der Ration senkt der Harnstoffgehalt im Harn der Kühe. Roboter für die Spaltenreinigung mindern Emissionen, weil Oberflächen schneller abtrocknen.

Eine niedrige Remontierungsrate, die Verringerung des Erstkalbealters oder eine Erhöhung der Milchleistung reduzieren den CO2e-Fußabdruck.

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