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Plant Habeck den Rückbau der Gasnetze?

Nach dem Gebäudeenergiegesetz im vergangenen Jahr sorgen nun Ideen aus dem Wirtschaftsministerium für neue Verunsicherung von Verbrauchern, die auf ihre Gasthermen setzen. Haben die noch eine Zukunft?

Lesezeit: 3 Minuten

Im vergangenen Jahr hatte das Gebäudeenergiegesetz (GEG) viele Verbraucher in Angst und Schrecken versetzt, lasen sich frühe Entwürfe doch wie ein mittelfristig drohendes Nutzungs- und Einbauverbot für Gasthermen und andere fossile Heizträger. Medienberichten zufolge plant Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nun einen Rückbau der Gasversorgungsnetze. Das könnte auch auf ein de facto-Verbot für viele Gasheizungen hinauslaufen.

Green Paper des Wirtschaftsressorts

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In einem sogenannten Green-Paper des Bundeswirtschaftsressorts zur „Transformation Gas/Wasserstoff-Verteilernetze“ soll die Annahme postuliert werden, dass Gasverteilernetze spätestens bis 2045 in der derzeitigen Form und Umfang nicht mehr benötigt werden. Aus dieser Prämisse wird abgeleitet, dass ein beachtlicher Teil des heute rund 500.000 km langen Gas-Verteilernetzes bis 2045 abgebaut werden könnte.

Heute wird noch in jedem zweiten Haushalt auf diese Weise geheizt. Diese Wohnstätten müssten dann auf andere – regenerative – Heizungssysteme umgestellt werden. In der Praxis bedeutet das Fernwärme oder Wärmepumpe - beides ist nicht zum Spottpreis zu haben.

Ministerium beschwichtigt

Auf Nachfrage der Berliner Zeitung gab das Bundeswirtschaftsministerium Entwarnung. „Die Gasverteilernetze müssen im Rahmen der Transformation sicher weiter betrieben werden“, sagte ein Ministeriumssprecher. Eine sichere und noch wirtschaftliche Versorgung müsse bis zum Aufbau der Alternativen gewährleistet werden.

Im Ergebnis werde es jedoch bei den über 700 Gasverteilernetzbetreibern jeweils auf die örtliche Gegebenheit ankommen, heißt es. „Die Kommunen arbeiten dazu jetzt im ersten Schnitt an der Wärmeplanung und werden dabei entscheiden, wo sie auf Fernwärme setzen und wo Gasverteilernetze auf Wasserstoffnetze oder Biomethan umgewidmet werden sollen.“ Das Ministerium bemüht sich sichtlich, Sorgen zu zerstreuen und betont, das geleakte Papier sei kein fertiger Plan, sondern nur Teil einer „rein fachlichen Konsultation“, in der verschiedene Fragen behandelt werden.

Alternativen zum Erdgas gäbe es

Gasnetze müssen nicht zwingend mit klassischem Erdgas betrieben werden, alternativ können beispielsweise auch Biomethan oder unter bestimmten Voraussetzungen sogar Wasserstoff als Energieträger dienen. Deshalb sind viele Verbraucher oder auch Fachleute jetzt von den im Papier getätigten Annahmen irritiert, zumal die Bundesregierung eine Wasserstoffstrategie angekündigt hat, zu der auch Importe gehören.

Die Frage, warum nun solche Szenarien in einem derartigen Papier außen vor bleiben und am Ende wie schon beim GEG für die meisten Haushalte nur Fernwärme oder eine Wärmepumpe als Alternative steht, beantwortet das Ministerium von Robert Habeck nicht.

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