top agrar plus Gasversorgung

„Biomethan wird in Europa eine stärkere Rolle im Energiemarkt spielen“

Im top agrar-Interview erklären Christian Löffler und Constantin Veitl vom Biomethanhandelsunternehmen Landwärme, welche Chancen Biogasanlagenbetriebe beim Einstieg in die Biomethanerzeugung haben.

Inwieweit hat der Krieg in der Ukraine die Nachfrage nach Biomethan beeinflusst?

Löffler: Durch den russischen Angriffskrieg ist deutlich geworden, dass die Energiepolitik der vergangenen Jahre eine fatale Abhängigkeit von fossilen Gasimporten verursacht hat. Die gestiegene Nachfrage nach einer krisensicheren Energieversorgung durch zum Beispiel Biomethan überrascht uns nicht. Biomethan leistet seit Jahren einen soliden Beitrag zur Energiewende, der jedoch leider bisher vernachlässigt wird. Das Erzeugungspotenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft.

Welchen Stellenwert kann Biomethan in der Energiewende zukünftig einnehmen?

Veitl: Wir müssen uns von dem einen Energieträger als Heilsbringer für unsere Versorgung verabschieden. Es gilt die regionalen Erzeugungspotenziale zu nutzen und in einem System die Vorteile verschiedener Ressourcen sinnvoll zu kombinieren. In einem neuen Energiesystem wird es einen Dreiklang aus Wasserstoff, erneuerbarem Strom und grünem Methan geben müssen. Der Vorteil von Methan ist seine Vielfalt – das Gas lässt sich aus unterschiedlichen Ausgangsstoffen wie Biogas, Holzgas oder Wasserstoff herstellen und über die vorhandene Gasinfrastruktur transportieren. Auch die Speicherung und Anwendung von Biomethan im Gasnetz ist technologisch etabliert und hilft dabei, die Volatilität vieler Erneuerbarer zu reduzieren. Zudem ist Biomethan gerade für den Schwerlastverkehr und die Schifffahrt als Kraftstoff die sinnvolle Alternative zur Elektrifizierung. Aber auch im Wärmemarkt, ob als Ökogas in der Heizung oder über Kraft-Wärme-Kopplung, senkt Biomethan die Treibhausgasemissionen erheblich.

Wie bewerten Sie die politischen Instrumente zur Förderung von Biomethan?

Veitl: Hier müssen wir zwischen Strom- und Kraftstoffmarkt unterscheiden. Im Strommarkt ist das EEG ausschlaggebend. Mit der jüngsten Novelle hat die Bundesregierung die Verwendung von Biomethan als Energieträger für Spitzenlastkraftwerke priorisiert. Die jährliche Ausschreibungsmenge für Biomethan-BHKW wurde von 150 auf 600 MW angehoben. Zudem wurden die Vergütungssätze, also die Höchstgebotsgrenzen, erhöht. Auch die Leistungsobergrenze von 20 MW ist gefallen. Jedoch geht dies mit einer Verringerung der maximal möglichen jährlichen Laufzeiten einher, was gerade bei kleineren Wärmenetzen einen Biomethaneinsatz erschwert. An dieser Stelle soll Biomethan im sogenannten „Peaker-Kraftwerk“ die Fluktuation der PV- und Windstromproduktion ausgleichen und Erzeugungskapazität in der sogenannten Südregion stellen,...

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