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„Der Solarpark der Zukunft muss mehrere Ziele erfüllen“

Freiflächensolaranlagen sollten auch Raum für mehr Artenvielfalt schaffen. Die ausschließlich effizienzgetriebenen Parks seien der falsche Weg, sagt Hanno Schoklitsch von „Deinland“ aus Hamburg.

Lesezeit: 3 Minuten

Deinland entwickelt und errichtet mittelgroße Photovoltaikanlagen auf Freiflächen und Gewerbeimmobilien in Deutschland. Das Start-up, das 2022 gegründet wurde, hat dafür zwei Geschäftsbereiche: Immo-PV und Land-PV.

Bei den Immobilien will Deinland horizontale wie vertikale Flächen von gewerblichen Bestands- und Betriebsimmobilien zur Solarstromproduktion nutzen. Ziel dabei ist, mit den Flächen einen Mehrwert für die Immobilie und seinen Eigentümer zu generieren, zum Eigenverbrauch oder als Geldanlage bei gewerblichen Bestandsimmobilien. Bei der „Land-PV“ will Deinland auf Grünflächen, landwirtschaftlich benachteiligten Flächen und Konversionsflächen Solaranlagen errichten. Die Integration in den natürlichen Raum sowie die Förderung der Biodiversität spielen für das Unternehmen eine wichtige Rolle, wie Geschäftsführer Hanno Schoklitsch erläutert.

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Sie legen bei Solarparks einen besonderen Fokus auf Biodiversität. Wie setzen Sie das um?

Schoklitsch: Unser Ziel ist es, Freiflächensolaranlagen in Bio-Reservate zu verwandeln, sodass kleinere Wildtiere und Insekten einen geschützten Lebensraum erhalten. So wollen wir Rückzugsräume für Tiere errichten und einen Raum für mehr Artenvielfalt schaffen. Dazu gehören Blühstreifen genauso wie Biotope für Kleintiere und größere Reihenabstände zwischen den Modulen. Was wir auch glauben: Die ausschließlich effizienzgetriebenen Parks sind der falsche Weg.

Steigt damit nicht aber der Hektarverbrauch, sodass weitere Flächen der Landwirtschaft verloren gehen?

Schoklitsch: Auf den ersten Blick ja. Aber Solarparks können in einer intensiven Agrarlandschaft ein wertvoller Rückzugsraum für Wildtiere und Pflanzen sein und damit auch der Landwirtschaft zugutekommen. Zudem sind diese Parks ein Ansatz für Stilllegungsflächen oder für wiedervernässte Moore. Auch damit wären sie ein Gewinn für die Landwirte.

In welcher Größenordnung bewegt sich die Leistung Ihrer Parks?

Schoklitsch: Unser Fokus liegt auf Solarparks mit 3 bis 10 MW Größe. Wir wollen nicht die ganz großen Anlagen, da wir Wert auf Dezentralität legen. Das ist auch für die Akzeptanz der Bevölkerung wichtig. Denn wir sollen bis 2045 über 400 GW Solarstromleistung in Deutschland haben. Das bedeutet, dass wir ganze Landschaften transformieren müssen. Das geht nur mit Akzeptanz. Außerdem ist das Zerschneiden der Region bei dieser Größenordnung noch überschaubar. Denn wichtig ist, dass Wildwechsel weiterhin stattfinden können.

Damit fallen Sie ja unter die Ausschreibung, wenn Sie eine EEG-Vergütung anstreben. Auf Effizienz getrimmte Parks dürften hier wirtschaftliche Vorteile haben. Wie reagieren Sie darauf?

Schoklitsch: Mit zwei Maßnahmen: Zum einen akzeptieren wir einen gewissen Renditeverzicht. Zum anderen versuchen wir, mit einem effizienten Bau wirtschaftliche Nachteile wieder aufzuholen. Das betrifft nicht nur die Baukosten, sondern auch eine schnellere Genehmigung, weil wir gewisse Umweltauflagen von uns aus schon anbieten. Diese werden von immer mehr Genehmigungsbehörden gefordert.

Haben Sie bevorzugte Regionen?

Schoklitsch: Mit unserer Größenordnung orientieren wir uns eher in Richtung West – und Süddeutschland, das passt gut zur dortigen Flächenstruktur. Wir starten mit Bayern oder Baden-Württemberg.

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