top agrar plus Interview

„Die Güllevergärung muss auch ohne Vergütung lukrativ sein“

Florian Weh, Geschäftsführer des renergie Allgäu e.V., erklärt im top agrar-Interview, welche Perspektiven er für Ü20-Biogasanlagen sieht.

Inwieweit werden Anlagenbetreiber nach 20 Jahren die Anlage weiter betreiben oder stilllegen?

Weh: Unserer Einschätzung nach denken gerade Betreiber von sehr kleinen Anlagen über eine Stilllegung nach. Für sie gibt es nach dem EEG keine Perspektive. Die zehnjährige Verlängerung mit dem Ausschreibungsverfahren ist für viele abschreckend.

Welche Folgen hätte das?

Weh: Zum einen fehlt mit der Stilllegung grüner Strom für die Energiewende. Aber genauso schwer fällt ins Gewicht, dass in den Kleinanlagen viel Gülle vergoren wird. Diese wird dann wieder unvergoren ausgebracht, mit entsprechenden klimawirksamen Methanemissionen. Die Politik müsste jetzt die Weichen dafür stellen, dass auch die Kleinanlagenstruktur erhalten bleibt. Das aktuelle EEG und andere Vorschriften sorgen allerdings dafür, dass nur noch Großanlagen wirtschaftlich sind.

Wie werden Landwirte weitermachen, die sich für die zehnjährige Verlängerung entschieden haben?

Weh: Wer weitermachen will, entscheidet sich oftmals, die Leistung zu halbieren, um die geforderte doppelte Überbauung zu erreichen. Was nach dem Ende der zehn Jahre geschieht, ist noch nicht absehbar. Aber ich befürchte, dass auch Betreiber innerhalb dieser Zeit aussteigen werden. Denn der Höchstgebotswert in dem Ausschreibungsverfahren lag zwischenzeitlich nur bei gut 16 ct/kWh und ist auf zehn Jahre fixiert. Wir haben aber in letzter Zeit extreme Preissteigerungen gehabt, nicht nur für Ersatzteile, sondern vor allem beim Substratpreis. Nur die hohen Börsenstrompreise wie aktuell sorgen dafür, dass die Erlöse diese Preissteigerung decken. Es gibt für die Betreiber aber keine zehnjährige Planungssicherheit, da es im Strombereich – anders, als bei der...

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