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Klimaschutz im Verkehr: Experten fordern technologieoffenen Ausbau der Optionen

Biokraftstoffe sind aktuell unersetzlich für den Klimaschutz im Verkehr – sowohl bei Pkw, als auch im Schwerlastverkehr oder in der Landwirtschaft. Das ist das Resümee des zweitägigen Fachkongresses.

Lesezeit: 4 Minuten

Mehr als 660 Experten diskutierten beim 21. Internationalen Fachkongress für erneuerbare Mobilität „Kraftstoffe der Zukunft 2024“ Herausforderungen und Lösungsoptionen für Klima- und Ressourcenschutz im Verkehr. Das Resümee des zweitägigen Kongresses: Um den enormen fossilen Energieeinsatz in Straßen-, Luft- und Schiffsverkehr schnell zu reduzieren, muss ein ambitionierter und vor allem technologieoffener Ausbau aller erneuerbarer Antriebsoptionen wie Biokraftstoffe, E-Fuels und E-Mobilität oberste Priorität haben.

Biokraftstoffe unverzichtbar

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Die Teilnehmer des Kongresses senden die klare Botschaft, dass mit Blick auf den Aufholbedarf beim Klimaschutz im Verkehr und den weltweiten Fahrzeugbestand von rund 1,3 Mrd. Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor an alternativer Kraftstoffen kein Weg vorbeiführt. Auch wenn Elektrofahrzeuge zukünftig die Pkw-Neuzulassungen dominieren, werden Klimaschutzlösungen für nicht-elektrifizierbare Einsatzbereiche wie Luft- und Schifffahrt, Maschinen in Land- und Forstwirtschaft oder den Schwerlastverkehr sowie den Fahrzeugbestand mit Verbrennungsmotor benötigt.

Größter Klimaschutzbeitrag

Der Vorsitzende des Bundesverbandes Bioenergie, Artur Auernhammer, betonte zur Kongresseröffnung, dass nachhaltige Biokraftstoffe wie Biodiesel, Bioethanol oder Biomethan aktuell den größten Klimaschutzbeitrag im Verkehr leisten, zukünftig aber noch weitere Optionen wie E-Fuels und HVO hinzukommen müssten, die in der bestehenden Infrastruktur eingesetzt werden können.

Beim Kongress wurde deutlich, dass Kraftstoffhersteller und Fahrzeugindustrie bereitstehen, um mehr nachhaltige Kraftstoffe einzusetzen. Die von der EU mit dem Green Deal gesetzten Rahmenbedingungen stellen erstmals einen vollständigen Regelungsrahmen für den gesamten Verkehrsbereich ohne Mineralöl inklusive der Infrastruktur bereit. Die Experten aus Wissenschaft und Unternehmen waren sich einig, dass ein technologieoffener Ansatz für Flottengrenzwerte und eine umfassende Treibhausgasbilanzierung aller Antriebsstränge entscheidend sei, um schnelle und umfassende Treibhausgasreduzierungen und somit Klimaschutzziele zu erreichen.

Kritik an Biodieselimporten

Die Kongressteilnehmer äußerten unmissverständlich ihren Unmut angesichts der Untätigkeit von EU-Kommission und Bundesregierung zur Aufklärung und Eindämmung der mutmaßlich gefälschten Importe an angeblich fortschrittlichem Biodiesel aus China. Sie machten deutlich, dass die seit etwa einem Jahr andauernden Marktverwerfungen durch diese Importe Investitionen in alle Formen erneuerbarer Mobilität gleichermaßen gefährden.

Sorge über Pläne des BMU

Mit Blick auf die nationale Politik für erneuerbare Kraftstoffe zeigten sich die Kongressteilnehmer irritiert über das fortbestehende Vorhaben des Bundesumweltministeriums (BMUV), Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse aus der Anrechenbarkeit auf die Treibhausgasminderungsquote zu nehmen. Die Branche ist zudem besorgt über Pläne des Ministeriums, das in den Entwürfen für eine nationale Biomassestrategie ein Absenken des Beitrags zum Klimaschutz im Verkehr von Biokraftstoffe der ersten Generation vorschlägt. Der bereits letztes Jahr von anderen Bundesministerien abgelehnte Vorschlag gefährde die Planungssicherheit der Branche und verhindere verlässliche politische Rahmenbedingungen, die Grundpfeiler für Forschung und Innovation bei erneuerbaren Kraftstoffen seien. 

Aiwanger: „Vernunft statt Ideologie!“

Auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger setzt sich für erneuerbare Kraftstoffe ein „Biokraftstoffe sparen gegenüber fossilen Kraftstoffen durchschnittlich rund 90 % Treibhausgase. Wer Biokraftstoffe verhindert, schadet nicht nur dem Klima, sondern lässt die ganze Biogas-Branche bluten – eine Branche, die durch Energiegewinnung vor Ort die lokale Wertschöpfung vorantreibt. Ich fordere, dass die Ampel ihre Ideologie beiseitelegt und Vernunft walten lässt.“

Im Rahmen der Novelle der 10. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) fordert Bayern, die Bedingungen für Biokraftstoffe zu verbessern. Für jeden soll es möglich werden, umweltfreundliche Kraftstoffe zu tanken. Bayern verlangt eine rasche Einführung von HVO100 an Tankstellen. HVO100 wird aus Abfall- und Reststoffen hergestellt und stößt 90 % weniger Treibhausgasemissionen aus als fossiler Diesel. Zudem solle die Vorhaltepflicht von Super E5 abgeschafft werden. „Bislang müssen Tankstellen Super E5 vorhalten. Entfällt diese Verpflichtung, werden Tanksäulen für umweltfreundlichere Alternativen wie E20, B10 oder HVO100 frei. Ich bin davon überzeugt, dass die Tankstellenbetreiber selbst entscheiden können, welchen Kraftstoff sie an ihren Tanksäulen anbieten möchten. Sie brauchen keine von oben diktierte Verpflichtung“, sagt der Minister.  

Insgesamt leisten Biokraftstoffe mit einem Anteil von rund 85 Prozent an allen erneuerbaren Energien im Verkehr den Hauptbeitrag zum Klimaschutz. Laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung haben Biokraftstoffe im Jahr 2022 den CO2-Ausstoß im Verkehr um über 11,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente reduziert (im Vorjahr 11,1 Mio.). Mit 59 Prozent macht Biodiesel den größten Anteil der insgesamt eingesetzten Biokraftstoffe aus.

Weitere Infos und Links

  • Der BLE-Bericht 2022 ist hier erhältlich.

  • Der Bayerische Rundfunk hat über den Landwirt Adrian Reuß aus Werneck in Unterfranken berichtet, der unter den vielen Teilnehmern der Bauerndemos womöglich als einziger mit klimafreundlichem Treibstoff fuhr – mit Rapsöl vom eigenen Acker. Anders als fossiler Diesel ist das steuerlich nicht begünstigt. Der BR berichtete zudem in dem Beitrag „Rapsöl im Schlepper-Tank: Landwirtschaft wird ausgebremst“ über die Benachteiligungen, die der alternative Kraftstoff erfährt.

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