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Landmaschinen unter Strom: Lader und Traktoren mit Batterieantrieb

Die Bandbreite der elektrischen Landmaschinen wird immer größer. Sie sind eine Option, vor allem für Landwirte mit Eigenverbrauchs-Solaranlagen, Kleinwindrädern oder Ü20-Biogasanlagen.

Lesezeit: 7 Minuten

Batterieelektrische Maschinen wie Teleskop- oder Radlader, Traktoren und Futtermischwagen kommen vor allem bei hofnahen Arbeiten zum Einsatz. Das zeigt die Bandbreite der Neuheiten auf der Agritechnica 2023.

Batterieelektrischer Teleskoplader

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Der Landmaschinenhersteller Claas hält elektrische Maschinen im unteren Leistungsbereich für sinnvoll. Sie sind geeignet für den Materialumschlag, hofnahe Arbeiten oder im Kommunalbereich. Für Landmaschinen im oberen Leistungsbereich empfiehlt das Unternehmen dagegen Verbrennungsmotoren mit nachhaltigen Kraftstoffen wie HVO (Hydrierte Pflanzenöle).

Auf der Agritechnica hat Claas den batterieelektrischen Teleskoplader Scorpion 732e vorgestellt, den der Hersteller aus Harsewinkel gemeinsam mit Liebherr entwickelt hat. Er arbeitet mit zwei unabhängigen, je 90 kW starken E-Antrieben, einem modularen 64 kWh Batteriekonzept für bis zu 4 Stunden Arbeitseinsatz und einem 22 kW Onboard-Ladegerät. Die Zugkraft beträgt maximal 53 kN, die Maximalgeschwindigkeit liegt bei 30 km/h. Zum Laden der Batterie kann der Landwirt u.a. selbst produzierten Strom aus Photovoltaik oder der Biogasanlage nutzen. (www.claas.de)

Radlader für Innenräume

Das Arbeiten in Ställen, Hofgebäuden, Lagerhallen oder Gewächshäusern wird laut Hersteller Kramer mit elektrisch angetrieben Ladern für Mensch und Tier deutlich angenehmer. Der elektrisch angetriebene Radlader KL25.5e ist mit einer 96 Volt Lithium-Ionen-Batterie mit 37,5 kWh Speicherkapazität ausgestattet, die laut Hersteller eine Laufzeit von bis zu 4 Stunden ohne Zwischenladung ermöglichen soll. Der Radlader bietet zudem kompakte Abmessungen sowie eine Schaufelkipplast von 2.800 kg. (www.kramer-online.com)

Ohne Emissionen im Stall

Der elektrische Hoflader 403E ist der jüngste Neuzugang in der E-Tech-Reihe von JCB. Er besitzt eine Nutzlast von 850 kg. Die mögliche Dauerleistung beträgt 10,6 kW, die Spitzenleistung 33,4 kW. Die Batterie hat eine Speicherkapazität von 20 kWh. Sie lässt sich an einer Haushaltssteckdose oder über eine CEE-Steckdose laden. (www.jcb.com/de-de)

Elektrisch hoch hinaus

Der 25.5-90 von Merlot ist ein elektrischer Teleskoplader mit einer Leistung von 66 kW (90 PS) und einer Hubhöhe von 4,8 m. Er ist mit Zweirad- oder Allradantrieb (4WD) erhältlich und hat immer eine starre Vorderachse. Der „E-Worker“ lässt sich auch von einer Arbeitsbühne aus bedienen. Mit der Betriebsart „Eco“ fährt der Lader bis zu 19 km/h, mit „Power“ 22 km/h und mit „Power+“ 25 km/h. In der 4WD-Version zieht die Maschine maximal 3 t.

Als Batterietechnik setzt Merlot auf Blei-Säure-Akkus. Die Betriebsdauer gibt der Hersteller mit acht Stunden an, neun Stunden dauert die Ladezeit. Um die Wartezeit bei der Ladung zu verkürzen, lassen sich die Batterien austauschen. (www.merlot.com)

Leistung des E-Laders entspricht 45 PS

Die Leistung des ab 2,2 t schweren Elektroladers 23e von Schäffer entspricht der einer 45 PS starken Diesel-Maschine. Kipplast und Hubhöhe sind bei Elektro- und Dieselmaschine nahezu identisch. Der Elektromotor mit 21 kW für den Fahrantrieb ist direkt an der Hinterachse angeflanscht und sorgt so für eine direkte Kraftübertragung des Drehmomentes. Der Elektromotor für die Arbeitshydraulik hat 9,7 kW. (www.schaeffer.de)

E-Lader mit drei Batterie-Varianten

Der neue Radlader 1390e von Weidemann hat je nach Ausstattung ein Betriebsgewicht von 2.700 bis 3.200 kg. Die Lithium-Ionen-Batterie mit 96 Volt ist wahlweise in drei Leistungsstärken erhältlich, sodass man die Laufzeiten der Maschine auf die betrieblichen Arbeitsanforderungen abstimmen kann: Der Standard liegt bei 14,1 kWh, es gibt aber ebenfalls Varianten mit 18 und 28 kWh. Damit ist eine Laufzeit von bis zu 5,3 h möglich. Im Standard wird ein 3 kW Onboard-Ladegerät verbaut. Optional kann ein zweites Ladegerät mit 3 kW gewählt werden, um die Ladeleistung auf 6 kW zu erhöhen. Damit ist eine schnellere Ladezeit möglich, die sich im besten Fall auf 1,8 h verkürzen lässt (von 20 auf 80 %).

In der Maschine werden zwei getrennte Elektromotoren eingesetzt: einen für den Fahrantrieb (33,1 kW) und einen für den Antrieb einen für die Arbeitshydraulik (21,2 kW). (www.weidemann.de)

Elektrisch füttern

Der eTruck 2012 von Siloking ist die Weiterentwicklung des eTruck 1408 aus dem Jahr 2016. Er hat je 80 kW Leistung beim Fahr- und Mischantrieb, wobei jedes Rad und jede Mischschnecke mit jeweils einem eigenen Motor ausgestattet sind. Den eTruck gibt es in vier Modellen von 12 bis 20 m3 Volumen. Bis auf den 2012-12 sind alle Modelle mit zwei Mischschnecken ausgestattet. Eine Ladung des Lithium-Eisen-Phosphat-Akkupakets soll für zwei bis vier Futtermischungen reichen. Eine Schnellladefunktion mit 22 kW soll für schnelles Wiederaufladen innerhalb von sechs Stunden sorgen. (www.siloking.com)

Futtermischer mit Fahrerstand

Strautmann hat mit dem eVerti-Feed eine neue Maschinenbaureihe vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen batterieelektrisch angetriebenen Futtermischwagen mit Triebkopf und integriertem Fahrerstand. Der 40 kWh-Speicher soll ausreichen, um mehr als 10 t Futter mischen zu können. Hydraulikaggregat und Mischerantrieb werden von zwei Elektromotoren mit je 46 kW Leistung angetrieben. Den Strautmann eVerti-Feed gibt es als 1-Schneckenmischer mit einem nutzbarem Mischvolumen von 10 bis 12,5 m3. Nach intensiven Tests in 2023 und 2024 soll der Startschuss für die Serienfreigabe zur Messe EuroTier 2024 erfolgen. (www.strautmann.com)

Schmalspurtraktor unter Strom

Das Modell Fendt e107 V Vario mit einer Außenbreite ab 1,07 m sowie einer Höhe von ca. 2,45 m wurde für den Einsatz in Sonderkulturen, Gewächshäusern und Kommunen sowie auf landwirtschaftlichen Betrieben mit eigener Stromproduktion entwickelt. Der Antriebsstrang des Fendt e107 V Vario baut sich aus der Batterie mit einem Elektromotor und dem Fendt Vario-Getriebe auf. Der maximale Leistungsbereich liegt bei 50 kW (68 PS) nach ECE R85 im Fahrmodus Eco. Im Fahrmodus Dynamic stehen bis zu 55 kW (75 PS) bereit und als Peak-Antriebsleistung stellt die Maschine im Betriebsmodus Dynamic+ kurzzeitig bis zu 66 kW (90 PS) zur Verfügung. Die Batterie besitzt eine Kapazität von 100 kWh. Das entspricht bei Einsätzen im Teillastbereich wie Laubschneiden, Mulchen oder mit einer Kehrmaschine einer Einsatzzeit von etwa 4 bis 7 Stunden.

Der Traktor ist mit einer CCS2-Steckdose ausgerüstet. Diese entspricht dem Automobilstandard. Ein Typ2-Stecker ermöglicht das Laden über Wechselstrom bis 22 kW. Dieser findet sich an handelsüblichen Wallboxen oder öffentlichen Ladesäulen. Ebenso kann der Fendt e107 V Vario über die weit verbreitete Industriesteckdose mit 32 A in Kombination mit einem mobilen Ladegerät mit 22 kW laden. Mit dieser Ladeleistung kann die Batterie innerhalb von 5 Stunden vollständig aufgeladen werden. Über einen CCS-Stecker ist DC-Schnellladen mit einer Ladeleistung von bis zu 80 kW möglich. (www.fendt.com)

Minitraktor mit Batterie

Bereits seit April 2023 auf dem europäischen Markt ist der Kompakttraktor LXe-261 von Kubota mit 19 kW (26 PS). Der Hersteller gibt die Laufzeit mit einer Batterieladung mit drei bis vier Stunden an. Die Schnellladefunktion soll ein Laden in der Mittagspause möglich machen. (www.kubota.de)

Batteriepack für Landmaschinen

Highlight des Messeauftritts von MAN Engines auf der Agritechnica war nach Unternehmensangaben das MAN BatteryPack für mobile und stationäre Anwendungen in der Landtechnik. Die Batterien werden bereits in den vollelektrischen Nutzfahrzeugen der Truck & Bus SE von MAN eingesetzt. Jedes BatteryPack enthält 89 kWh Energie, wovon 80 kWh nutzbar sind. Mit drei unterschiedlichen Formen – von nahezu quadratisch bis länglich – können die Akkus in unterschiedliche Maschinen integriert werden. Dabei lassen sich aktuell bis zu sechs BatteryPacks miteinander kombinieren, um Systemkapazitäten von bis zu 480 kWh netto zu erreichen. Ein MAN eTruck der schweren Baureihe erreicht damit Tagesreichweiten bis zu 800 Kilometern. (www.man.eu)

Innovative E-Maschinen

In der „agrifood start-up lounge” der Agritechnica zeigten drei Aussteller innovative Ansätze für einen elektrischen Traktor:

  • Der Hersteller Onox hat einen elektrischen Traktor entwickelt, der über 50 PS Leistung hat. Eine Besonderheit ist die gute Übersicht aufgrund der fehlenden Motorhaube. Der Traktor ist mit fünf Steckplätzen für Wechselbatterien ausgestattet, die je 30 kWh Strom speichern können. (www.onox.de)
  • Der „Tadus“-Prototyp hat 100 kW Leistung und etwa vier bis sechs Stunden Einsatzdauer. Auch er ist mit einem Batterieschnellwechssystem ausgestattet. (www.tadus.com)
  • Die Technische Universität München (TUM) entwickelt im Forschungsprojekt TUMtrac einen Entwicklungsbaukasten für kleine bis mittlere Traktoren, wie sie beispielsweise im Obstanbau verwendet werden. Die Plattform bietet Module für verschiedene Zwecke und bei Bedarf auch eine Art Powerbank als Wechselakku. (http://go.tum.de/228132)

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