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Neues Buch zur Energiewende

So schaffen wir die Energiewende mit Biogas, Wind, Solar und Wasserstoff

Das Buch „Energiewende – wenden und vollenden“ der Agrarwissenschaftlerin Dr . Marianne Karpenstein-Machan ist eine praktische Anleitung für Kommunen auf dem Weg zur Selbstversorgung mit Energie.

Lesezeit: 4 Minuten

Die Potenziale zur Nutzung erneuerbarer Energien sind weltweit und regional im Überfluss vorhanden, die Technik ist verfügbar, der technische Fortschritt steigt stetig. Warum sollte die Energiewende in Deutschland, also die Umstellung auf 100 % erneuerbare Energien, nicht gelingen? Das fragt die Agrarwissenschaftlerin Dr. Marianne Karpenstein-Machan in ihrem Buch „Energiewende – wenden und vollenden! Regional, dezentral, bürgernah“. Die Autorin weiß, wovon sie spricht: Als Wissenschaftlerin hat sie mit Teams der Universitäten Kassel und Göttingen im Jahr 2005 in Jühnde das offiziell erste Bioenergiedorf wissenschaftlich und praktisch betreut und weitere Energiewendedörfer auf den Weg gebracht und deren Entwicklung begleitet.

„Wenn man die Krise als Chance begreift, haben wir derzeit viele Chancen: Wirtschaftlich und menschlich gebeutelt durch die Corona-Krise, der Ukraine-Krieg mitten in Europa und über allen schwebt die globale Klimakrise und der Artenschwund“, schreibt die Autorin, die auch aktuelle Entwicklungen aus dem Jahr 2023 berücksichtigt hat.

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Energiewende in Kurzform

Das knapp 140 Seiten umfassende Buch bringt in leicht verständlicher Art quasi in Kurzform den gesamten Stand der Energiewende auf den Punkt: Von den gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen und die gesetzlichen Rahmenbedingungen über die zur Verfügung stehenden Technik bis hin zu Organisationsformen sowie Chancen für Kommunen.

Betreiber von Biogasanlagen werden mit Wohlwollen feststellen, dass die Wissenschaftlerin dabei der Bioenergie genauso viel Bedeutung beimisst wie der Wind- und Solarenergie. Denn anders, als die aktuelle Bundesregierung, sieht sie die Rolle der Biomasse als Lückenschließer und bezieht sowohl Biogas als auch Holz einschließlich Holzgas und pyrolisierte Pflanzenkohle in die Auflistung ein. Auch interessant aus Sich der Landwirtschaft ist der Blick auf bifaciale Module in Form von Agri-PV-Anlagen.

Kritik an Importen

Dazu passt, dass sie u.a. die Ziele der Bundesregierung anzweifelt, die zwar einen enormen Ausbau der Wind- und Solarenergie forciert, aber eine mögliche Vollversorgung – obwohl möglich – nicht im Blick hat. Zudem fokussiert sich die Bundesregierung fast nur noch auf den Stromsektor. „Ziele für Wärme und Mobilität werden von Regierungsseite nicht mehr aufgeführt. Man geht davon aus, dass der Wärmebedarf für Gebäude, die Mobilität und die Industrieprozesse zunehmend elektrifiziert werden“, schreibt sie und zeigt auf, dass die Ausbauziele nur ausreichen würden, um 33 % des Endenergieverbrauchs im Jahr 2030 mit erneuerbaren Energien zu decken. Die Lücke soll mit Importen von Strom und Wasserstoff gelingen. Dabei setzt sich die Autorin durchaus kritisch mit dem Import auseinander: „Man folgt den alten Mustern der fossil-atomaren Energiewirtschaft mit Großprojekten in fernen Ländern, die die Schaffung von gigantischen Infrastrukturmaßnahmen und weite Transporte über die Weltmeere erfordern.“ Die Bürgerenergie werde dabei komplett ausgeklammert.

Chancen für Bürgerenergie

Dabei sieht sie viele Chancen für die heimische Energieproduktion:

  • Bioenergiedörfer nutzen regionale Rohstoffe und erzeugen damit Strom und Wärme für die Bevölkerung.
  • Kommunen können anfallende Bioabfälle oder Biomasse von der Landschaftspflege zur Energieerzeugung nutzen.
  • Die lokale Kombination von Wind, Solarenergie und Biomasse sorgt für die nötige Sektorkopplung, die dazu beiträgt, dass Anlagen weniger häufig abgeregelt werden müssen und anfallende Energien wie Abwärme vor Ort effizient genutzt werden.

16 informative Kapitel

Das Buch ist in 15 Kapiteln unterteilt:

  • Warum ist eine Energiewende notwendig?
  • Energiewende als technische, ökonomische und
soziale Herausforderung
  • Langfristziele der Bundesrepublik für die Einhaltung der Klimaziele
  • Ist Vollversorgung mit Erneuerbaren in Deutschland möglich?
  • Der Weg zu regenerativen Energien über Nachhaltigkeitsprinzipien
  • Regenerative Energie und ihre Potenziale
  • Status quo der Technologien und Zukunftsmusik
  • Kommunale Konzepte zur Eigenversorgung
  • Kommunale Konzepte mit Wertstoffen
  • Sektorenkopplung mit Wind, Sonne und Biomasse
  • Energiewende durch Digitalisierung erst möglich?
  • Wie gehen wir es an? Energie in Bürgerhand (Bürgerkraftwerke, Energiegenossenschaften, Stadt- und Gemeindewerke)
  • Was führt zum Erfolg?
  • Fazit, Ausblick – Die Krise als Chance

Viele Beispiele

Als Beispiele für die erfolgreiche Energiewende vor Ort hat die Autorin mehrere Kommunen aufgeführt:

  • Alheim
  • Lathen
  • Dronninglund
  • Bracht
  • Stuttgart
  • Rhein-Hunsrück-Kreis
  • Landkreis Marburg-Biedenkopf
  • Nechlin
  • Bosbüll
  • Saerbeck
  • Haffhus Hotel
  • Elektrizitätswerke Schönau (EWS)

Abgerundet wird das Buch durch knapp 100 Literaturhinweise und Belegen von Fakten sowie einem Vorwort der Klimaökonomin Prof. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.

Das Buch bietet Anlagenbetreibern, Bürgern und Kommunen einen knappen, aber sehr informativen Überblick über erneuerbare Energien, ihre Technik und die Rahmenbedingungen. Zudem zeigt es anhand der vielen Beispiele Lösungen, wie die Energiewende vor Ort gelingt und wie Interessierte ein Projekt umsetzen können.

Energiewende – wenden und vollenden! Regional, dezentral, bürgernah (ISBN: 978-3-8382-1885-4, Taschenbuch, 29,90 €).

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