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Apps, Partnerbörsen, Podcasts: Wie Landwirte im Netz die große Liebe finden

Seinen Herzensmenschen zu finden, dabei helfen heute zahlreiche Apps und Websites. Wir haben mit Landwirtinnen und Landwirten gesprochen, die online suchen oder schon fündig geworden sind.

Lesezeit: 5 Minuten

Sie im ersten Chat nach dem Treffer auf „Tinder“: „Ich reite, aber ich bin keine typische Reitertussi.“ Er darauf: „Ich fahre nebenbei beim Lohnunternehmer, bin aber kein typischer Lohner.“ „Dieser Running Gag gehört einfach dazu, wenn wir erzählen, wie wir uns per Dating-App ­gefunden haben“, meint ein Landwirtspaar aus Nordrhein-Westfalen am Telefon. Inzwischen sind die beiden verheiratet und haben einen Sohn.

Schnell gelesen

  • Online-Dating ist für viele inzwischen ganz normal. Paare finden sich über Apps, Websites oder Social Media.

  • Wie man sich im Netz präsentiert, ist wichtig. Experten raten dazu, selbst­be­wusst zu zeigen, wer man ist.

  • Nach wem suche ich? Wer sich im ­Vorfeld Gedanken macht, welche ­Eigenschaften der Wunschpartner ­mitbringen sollte, kann sein Profil danach ­ausrichten.

Seinen Herzensmenschen im Internet zu suchen, also etwa über spezielle Apps, Websites oder die eigenen Social-Media-Kanäle, ist inzwischen ganz normal – auch wenn so manches Paar nur zögerlich davon erzählt. „Ehrlich und dem Zeitgeist entsprechend“, nennt Landwirtstochter und Social-Media-Beraterin Maja Mogwitz das. Den künf­tigen Partner müsse man nicht mehr unbedingt auf der nächsten Dorfparty kennenlernen. Das ginge z. B. auch über die Tonspur in einem Podcast.

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So hat die 31-Jährige kürzlich die Aktion „Frühlingsgefühle“ ins Leben gerufen: In ihrem Podcast „Jung und Landwirtin“ können sich Singles vom Land mit fünf Fakten vorstellen, sagen, was sie mit der Landwirtschaft verbindet, wen sie suchen und wie man sie kontaktieren kann. Auch andere Podcasts, z. B. „Ährensache“ vom Hellweg Radio, interessieren sich für das Thema.

Das eigene Profil einrichten

Der Freundeskreis darfs ruhig wissen, zum Klatsch und Tratsch im Dorf muss es aber nicht werden: Wer sich ein Profil fürs Online-Dating anlegt, sollte sich vorab gut überlegen, wie. Immerhin kann man nicht steuern, wem man über die App oder die Website angezeigt wird – oder eher, wem nicht. In der anonymen Großstadt ist das etwas anderes als auf dem Land, wo man viele Personen im größeren Umkreis von zahlreichen Veranstaltungen auch persönlich kennt.

Wie geht man damit um? „Einen ­großen Radius wählen und wissen, welche Personen man mit seinem Profil ansprechen möchte“, meint Psychologin und Coachin Stella Schultner. Das eigene Selbstwertgefühl zu ver­bessern und auch mögliche Glaubenssätze zu hinterfragen, wie z. B. „Ich finde nie jemanden, der sich auf dem Hof und in meiner Familie zurechtfindet“, kann laut der Expertin ein Schlüssel zum Glück sein. Das Landleben sieht sie nicht als Hindernisfaktor. Viele Menschen suchen in ihren Augen genau das für ihr Leben, was Landwirtinnen und Landwirte zu bieten haben. Und so dürfen sie sich auch selbstbewusst in der Welt des Online-Datings präsentieren.

„In seinem Profil stand, dass er gerne Trecker fährt, im Schützenverein ist und auch andere Hobbys hat. Das ­gefiel mir.“
Eine Landwirtin

Und was ist mit den Bildern, die man von sich zeigt? „Damit, dass ich Bauer bin, hab ich nie hinter dem Berg gehalten“, sagt ein anderer Landwirt im Gespräch. „Ein Foto von mir im Stall habe ich aber nicht hochgeladen“, erzählt er weiter. Stattdessen entschied sich der Hoferbe für ein Bild in der Werkstatt. Für ihn seien Apps wie Tinder, Lovoo, Bumble und Co. der richtige Weg gewesen. Seiner Frau wäre er auf Partys oder über seine Freundeskreise sonst sehr wahrscheinlich nie begegnet – auch wenn sie nur 30 km von seiner Hofeinfahrt entfernt gelebt hat.

Ernsthaft interessiert

In puncto Bilder erklärt eine Betriebsleiterin zudem, sie habe sich bei der Suche gegen Männer entschieden, die sich online mit nacktem Oberkörper zur Schau gestellt haben. „Bei denen habe ich vermutet, dass sie nur auf eine körperliche Beziehung aus waren“, sagt sie. Bei ihrem heutigen Partner fand sie dagegen das Schützenfest-Outfit interessant und dass er gerne Trecker fährt, aber auch andere Hobbys wie Tauchen oder Wandern hat. Ihr Partner mochte ein Foto von ihr unterm Apfelbaum und eines beim Feiern. „Das zeigte mir, dass sie naturverbunden ist und man auch mal mit ihr Party machen kann“, sagt er.

Einmal online zueinandergefunden, stellt sich dann die nächste knifflige Frage: Wo trifft man sich? Am besten an einem neutralen Ort, sagen die Paare, mit denen wir gesprochen haben. Andrea Viktor beispielsweise hat ihren heutigen Verlobten Udo auf eine ihrer Streuobstwiesen eingeladen.

Beide sind Jäger und haben nach einem ebenfalls naturverbundenen Partner gesucht. Fündig wurden sie auf der Plattform  www.landverliebt.de . „Die Menschen auf dem Land haben besondere Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten. Wir wollten gerade Singles aus dünn besiedelten Gebieten die Chance bieten, unkompliziert Kontakt zu Gleichgesinnten zu finden“, sagt Sabrina Scheer, die die Website betreut.

Dass es in puncto Dating aber auch noch analog und offline funktionieren kann, zeigen Veranstaltungen wie die „Single Party“ der Jungen Landfrauen Dithmarschen. Vorletztes Jahr hat sie gut 100 Besucher zwischen 20 und 45 Jahren angelockt: „Uns war es wichtig, einen Ort zu schaffen, an dem man die Leute ansprechen kann“, erzählt Katharina Timmermann, die das Spektakel mit organisiert hat. Wenn jeder auf der Party Single ist, sei das einfacher. Unterstützt wurde das Anbandeln durch kleine Spiele, für die man zur Belohnung einen Schnaps bekam. Gefunkt habe es nachweislich häufiger. „Zum nächsten Valentinstag wiederholen wir die Party. Wann sonst haben Singles nichts vor?!“, sagt sie.

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