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topplus Parlamentarischer Abend

Bauern sollten den Wandel anführen und Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell sehen

Geld verdienen gehört heute auch zur Nachhaltigkeit. Und so könne man Nachhaltigkeit auch als Chance und Geschäftsmodell sehen, hieß es auf dem Parlamentarischen Abend am Donnerstag.

Lesezeit: 4 Minuten

Die Zukunft der Agrar- und Ernährungsbranche stand im Mittelpunkt des diesjährigen Parlamentarischen Abends, zu dem der Verbund Oldenburger Münsterland und das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland auf der EuroTier-Messe in Hannover eingeladen hatten.

Mehr als 260 Parlamentarier, Vertreter von Fachverbänden, Journalisten, Wissenschaftler und Unternehmen befassten sich mit Fragen zur Transformation und Nachhaltigkeit in der Region.

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Die Landräte Johann Wimberg und Tobias Gerdesmeyer verwiesen im Eingangsgespräch unter Moderation von top agrar-Chefredakteur Matthias Schulze-Steinmann auf die nach wie vor große Bedeutung der Agrar- und Ernährungsbranche für das Oldenburger Münsterland. „Sie hat uns stark gemacht und ist unsere Lebensgrundlage“, sagte Wimberg. „Aber wir müssen berücksichtigen, dass sich die Zeiten geändert haben.“

Wir müssen erreichen, dass wir unsere hochkarätigen Lebensmittel weiter in Deutschland produzieren.

Gerdesmeyer fügte hinzu, dass die Herausforderungen von heute andere seien, als früher. Dem müsse man sich durch Innovation stellen. „Wir dürfen im Oldenburger Münsterland die landwirtschaftliche Urproduktion nicht verlieren“, sagte er.

Unterstützung erhielten sie von Sven Guericke, dem Vorsitzenden des Agrar- und Ernährungsforums, der kurzzeitig per Video aus der Antarktis zugeschaltet war: „Unsere Unternehmen sind gut aufgestellt und wachsen mit den Aufgaben.“

Mit Hubertus Paetow, dem Präsidenten der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, war die anschließende Podiumsdiskussion prominent besetzt. Auch er verwies darauf, dass sich durch Corona und den Ukraine-Krieg die Realitäten in der Landwirtschaft verändert hätten. Davon dürfe man sich jedoch nicht abschrecken lassen, sondern müsse versuchen, neue Wege zu finden, um erfolgreich zu wirtschaften.

Wichtig sei es für landwirtschaftliche Unternehmer, „die Stärken des eigenen Standortes und ihrer Persönlichkeit bestmöglich im Sinne der Instrumente einzusetzen, die die Gesellschaft ihnen vorgibt“. Für ihn gehöre Geld verdienen auch zur Nachhaltigkeit. „Das Geschäftsmodell Wachstum in der Tierhaltung sehe ich erst mal nicht mehr. Die Verbraucher, die wir für die Finanzierung von mehr Tierwohl eingeplant haben, sind derzeit nicht mehr da. Deshalb müssen wir unsere Pläne noch mal überdenken“, sagte Paetow.

Dr. Lina Sofie von Fricken wurde grundsätzlich. „Man sollte Nachhaltigkeit als Chance und sogar als Geschäftsmodell ansehen, in unserem Unternehmen machen wir das“, erklärte die Leiterin Strategische Unternehmensentwicklung bei der GS agri eG in Schneiderkrug.

Nachhaltigkeit muss man als Geschäftsmodell sehen

Sie appellierte an die Anwesenden, umzudenken und den Wandel – so weit nicht bereits geschehen – einzuleiten. „Wir im Oldenburger Münsterland können das doch, das haben wir oft genug bewiesen.“ Und Frau von Fricken ging sogar noch einen Schritt weiter: „Wir sollten den Wandel nicht nur begleiten, wir sollten ihn anführen.“

Alfred Kessen, Geschäftsführer der Wernsing Feinkost GmbH, kam in seinem Statement auf drei zentrale Themen zu sprechen. „Zum einen müssen wir uns mehr denn je um die Energieeffizienz und eine CO2-neutrale Energieerzeugung kümmern.“ Zum anderen, so führte er weiter aus, gewinne die „Ressourceneffizienz mit Hilfe der Digitalisierung“ verstärkt an Bedeutung. „Darüber hinaus steht ein kreislauforientiertes Produktdesign bei Verpackungen ganz oben auf der Agenda.“

Kessen forderte zudem dringend einen Bürokratieabbau: „Der hemmt uns in der Entwicklung massiv.“ Zudem mahnt er, die gute heimische Landwirtschaft nicht ins Ausland zu transportieren, um dann qualitativ schlechtere Produkte wieder zu importieren.

An Ideen, so viel wurde an diesem Abend deutlich, mangelt es nicht. Nun geht es an die Umsetzung. Und die Vertreterinnen und Vertreter aus dem Oldenburger Münsterland ließen keinen Zweifel daran, dass sie keine unnötige Zeit verstreichen lassen wollen.

Für gute Stimmung bei den harten Themen sorgte übrigens Dietmar Wischmeyer, der sich einige köstliche Spitzen in Richtung Christian Meyer und Umweltministerium nicht verkneifen konnte.

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