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topplus Das planen Kommission und Parlament

Branche alarmiert: Würgt der EU-Strompreisdeckel die Bioenergie ab?

Brüssel sendet die falschen Signale in Sachen Bioenergie, finden Fachverbände. Strompreisdeckel und Beschränkungen für Holzverbrennung seien jetzt falsch. Umweltverbände sehen das anders.

Lesezeit: 3 Minuten

Die EU-Kommission hat am Mittwoch ihre Vorschläge zur Bewältigung der Energiekrise vorgelegt. Demnach sollen unter anderem europäische Stromerzeuger alle Strommarkterlöse von mehr als 180 Euro je Megawattstunde an den Staat abtreten. Auch bei der Bioenergie sollen – mit Ausnahme von Biomethan – Einnahmen jenseits dieser Preisgrenze abgeschöpft werden. Zustimmen müssen nun die Energieminister der Mitgliedsländer.

Abschöpfung von 18 ct/kWh geht nicht

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„In der aktuellen Situation muss es das oberste Gebot sein, dass in Kraft-Wärme-Kopplung betriebene Holzheizkraftwerke und Biogasanlagen jede mögliche Kilowattstunde (kWh) Strom einspeisen. Mit dem Vorschlag der EU-Kommission, alle Einnahmen oberhalb von 18 Cent pro kWh Strom abzuschöpfen, ist jedoch das genaue Gegenteil zu befürchten. Biomasseanlagen weisen vergleichsweise hohe Betriebskosten auf“ zeigt sich Sandra Rostek besorgt. Sie leitet das Hauptstadtbüro Bioenergie, einen Zusammenschluss der Bioenergieverbände.

Die EU-Pläne konterkarierten die bekräftigte Absicht der Bundesregierung, mehr Biogas in den Markt zu bringen, sowie die im Koalitionsvertrag festgelegten Ausbauziele für erneuerbare Wärme, meint Rostek.

Der einzige Hoffnungsschimmer: Laut EU-Kommission soll Biomethan von der Preiskappung befreit werden.

Was passiert mit Holz-Biomasse?

Gleichzeitig zu den Plänen der Kommission hat sich das EU-Parlament zur Neufassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) positioniert. Danach sollen bis 2030 45 % der benötigten Energie aus erneuerbaren Quellen kommen. Umstritten war der Umgang mit Holz-Biomasse. Ein Kompromiss im EU-Parlament lautet nun: Die Mitgliedstaaten sollen weiterhin Energie aus Holz gewinnen können, dürfen Holzverbrennen aber nicht mehr subventionieren und die genutzten Mengen „reduzieren“.

Kaniber fassungslos

Die bayerische Agrar- und Forstministerin Michaela Kaniber macht das fassungslos: „Wer Holz als Rohstoff ausbremst, befindet sich in Sachen Energiesicherheit, Wirtschaft und Klimaschutz auf dem absoluten Holzweg. Wollen wir nach Kernkraft, Kohle und Gas jetzt auch noch auf Holz als Rohstoff verzichten, obwohl der nachhaltig und klimaneutral ist?“

Bei der energetischen Nutzung von Holz ginge es nicht um wertvolles Bauholz, mit dem geheizt werden soll, so Kaniber. Sondern um Holz aus der Waldpflege oder um Schadhölzer, die für andere Zwecke kaum verwertbar seien. Würde dieses Holz nicht energetisch genutzt, würde es im Wald verrotten und dabei so viel Kohlendioxid freisetzen wie bei der Verbrennung.

WWF: Parlament korrigiert historischen Fehler

Mit der Entscheidung, Energie aus Waldholz-Verbrennung künftig zu begrenzen, korrigiere das EU-Parlament einen historischen Fehler, findet Susanne Winter, Programmleiterin Wald beim WWF.

„Holz zu verbrennen, ist nicht klimaneutral. Und wir können es uns nicht leisten, den dringend benötigten Kohlenstoffspeicher Wald zu verfeuern“, mahnt Winter.

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