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Bundeskabinett: Nationale Moorschutzstrategie beschlossen

Land- und Forstwirte sollen über Anreizsysteme dazu animiert werden, Moore zu vernässen und alternative Bewirtschaftungsformen aufzugreifen. Der DBV pocht auf Freiwilligkeit und Planungssicherheit.

Lesezeit: 3 Minuten

Das Bundeskabinett hat heute die Nationale Moorschutzstrategie beschlossen, die über Anreizsysteme Landwirte zur Wiedervernässung animieren soll. Die von Bundesumweltministerin Steffi Lemke vorgelegte Strategie ist Teil des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz. Damit soll unter Federführung des Umweltressorts ein Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung geleistet sowie die für Moorgebiete typische Artenvielfalt besser geschützt und wiederhergestellt werden.

Einen Schwerpunkt der Strategie bilden die land- und forstwirtschaftlichen Aspekte des Moorschutzes. Für entwässerte, derzeit land- und forstwirtschaftlich genutzte Moorböden wird es finanzielle Anreize für freiwillige Wiedervernässungsmaßnahmen im Rahmen des natürlichen Klimaschutzes geben.

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Neue Vermarktungsmodelle entwickeln

Hierbei sollen nicht nur der Anbau von moorverträglichen Kulturen wie Reet oder Rohrkolben sowie die extensive Viehhaltung im Mittelpunkt stehen, die hohe Wasserstände gut vertragen. Auch die Entwicklung innovativer, ökologisch vorteilhafter Produkte und Dienstleistungen sowie die Schaffung von Vermarktungsketten gilt es entsprechend voranzutreiben und zu unterstützen. Dazu zählt beispielsweise die nachhaltige, naturverträgliche Energiegewinnung wie etwa Photovoltaik auf wiedervernässten, ehemals intensiv genutzten Moorböden.

Laut Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir soll dabei ein integrativer und kooperativer Ansatz verfolgt werden. „Beim Moorbodenschutz heißt es alle an Bord zu holen: Für die Höfe muss es sich lohnen, klimafreundlich zu arbeiten“, stellte Özdemir klar. Ihm zufolge soll dabei das Motto „Schützen und Nutzen“ gelten. Wir unterstützen die Betriebe dabei, klima- und artenvielfaltsfreundliche Bewirtschaftungsformen einzuführen.“

Kohlenstoffspeicher Moor

Nach Angaben des Bundesumweltministeriums gibt es in Deutschland rund 1,8 Mio ha Moorböden, ein Großteil davon befindet sich im norddeutschen Tiefland und im Alpenvorland. Obwohl das nur rund 5 % der gesamten Landesfläche Deutschlands ausmacht, ist in diesen Moorböden genauso viel Kohlenstoff gespeichert wie in den deutschen Wäldern. Diese Ökosysteme müssten daher geschützt und ihre Wasserstände angehoben werden, damit die Kohlenstoffspeicher in den Moorböden erhalten werden, betont das Ressort. Nur so könne es in Deutschland gelingen, bis 2045 treibhausgasneutral zu leben und zu wirtschaften.

Die Nationale Moorschutzstrategie ist eine gemeinsame Strategie der Bundesregierung unter Leitung des Bundesumweltministeriums. Die Moorschutzprogramme der Länder sollen damit aber nicht ersetzt, sondern vielmehr auf Bundesebene ergänzt werden.

Krüsken: Moorschutz braucht dauerhafte wirtschaftliche Perspektive

Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, unterstrich die Bereitschaft der Landwirte zum Moorschutz, warnte die Bundesregierung aber zugleich vor Überforderung der Bauern. „Landwirte sind bereit, die Klimawirkung entwässerter Moorböden zu reduzieren, wenn die Betriebe eine dauerhafte wirtschaftliche Perspektive und Planungssicherheit behalten“, erklärte Krüsken mit Blick auf die Moorschutzstrategie. Die kulturhistorische und früher staatlich geförderte - Leistung der Urbarmachung der Moore zur Lebensmittelerzeugung dürfe aber nicht gegen die Menschen in den Moorregionen gekehrt werden.

Im Namen der Landwirte forderte der DBV-Generalssekretär deshalb den Bund auf, das in der Moorschutzstrategie festgehaltene angestrebte Prinzip der Freiwilligkeit zum Maßstab aller Maßnahmen zur Umsetzung der Strategie zu machen. Das Ziel der Freiwilligkeit und der Kooperation mit den Betroffenen dürfe nicht durch die angekündigten Veränderungen im Rechtsrahmen, sprich durch mehr Verbote und Beschränkungen unterlaufen werden. Es wäre nicht akzeptabel, wenn landwirtschaftliche Betriebe durch Auflagen auf Raten aus der Nutzung von Moorböden gedrängt werden, so Krüsken.

Unverzichtbar ist ihm zufolge auch ein attraktiver und tragfähiger Markt für Erzeugnisse, die auf wiedervernässten Standorten erzeugt werden können. Dazu zählt der DBV-Generalsekretär beispielsweise auch die Nutzung durch Photovoltaik-Anlagen. Wo die Lebensmittelerzeugung mit intelligenten Wasserstandsmanagement machbar sei, müsse sie weiterhin ermöglicht werden.

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