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Wollen die bayerischen Parteien Weidetiere vor dem Wolf schützen?

Am kommenden Sonntag finden die Landtagswahlen in Bayern statt. Doch welche Positionen nehmen die Parteien zu aktuellen landwirtschaftlichen Themen ein? Wir haben bei den Fraktionen nachgefragt.

Lesezeit: 3 Minuten

Deutlich mehr als vor früheren Landtagswahlen kämpfen die politischen Parteien in Bayern in diesem Jahr um die Gunst der Landwirte. Neben der CSU, die seit vielen Wahlperioden, das Agrarressort besetzt, verstehen sich u. a. auch die Freien Wähler, die Grünen und die AfD als Verfechter einer zukunftsfähigen Landwirtschaft. Wichtiger für die Landwirte in Bayern ist, welche Positionen die Parteien zu aktuellen agrarpolitischen Themen einnehmen. Wir haben bei den aktuell im bayerischen Landtag vertretenen Parteien nachgefragt, wie sie zu verschiedenen Themen stehen.

Bejagung von Wölfen: CSU möchte sichere Rechtsgrundlage schaffen

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Die Wolfspopulation nimmt auch in Bayern zu. Wir haben bei den Parteien nachgefragt, in welcher Form sie Weidetiere vor dem Wolf schützen wollen.

Die CSU möchte eine sichere Rechtsgrundlage zur Bejagung von Wölfen in nicht schützbaren Gebieten, bei Annäherungen an Menschen und bei Überwindung von Herdenschutzmaßnahmen schaffen. „Dazu haben wir eine Bayerische Wolfsverordnung beschlossen und in Kraft gesetzt“, sagt Martin Schöffel, agrarpolitischer Sprecher. Die CSU spricht sich für ein effektives Wildtiermanagement aus, das eine Rudelbildung, gerade in nicht schützbaren Gebieten verhindert. Auf Bundes- und EU-Ebene setzt sich die CSU für eine Anpassung des Schutzstatus des Wolfes von Anhang IV nach Anhang V der FFH-Richtlinie ein und fordert, dass der Bund das EU-Naturschutzrecht 1:1 in deutsches Naturschutzrecht übernimmt, um auch schadensunabhängig Wölfe entnehmen zu können.

Freie Wähler und AfD fordern Entnahme

Die Freien Wähler fordern einen „unideologischen und nicht emotional geleiteten Umgang“ mit dem Wolf. Dazu gehöre die Entnahme von Wölfen, wenn sie Probleme verursachen, oder die Population zu groß wird. „Wir fordern weiterhin wolfsfreie Gebiete überall dort, wo kein Weideschutz möglich ist, sowie eine Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht“ erklärt der agrarpolitische Sprecher Dr. Leopold Herz.

Die AfD bewertet den gegenwärtig praktizierte Herdenschutz als völlig unbrauchbar und nutzlos und spricht sich deshalb klar für eine Regulierung des Wolfes aus. „Der Wolf gehört ins Bundesjagdgesetz“, sagt Stephan Protschka, Landesvorsitzender der AfD. Zusätzlich fordert die AfD, Schutzjagden nach skandinavischem Vorbild zu ermöglichen, um Nutztierrisse besser abwehren zu können.

Schadensausgleich und präventive Schutzmaßnahmen

Die SPD beruft sich auf "die Erfahrung", dass alleiniger Abschuss von Beutegreifern keine Lösung zur Verhinderung von Rissen darstellt und setzt deshalb verstärkt auf die finanzielle Unterstützung bei der Etablierung präventiver Schutzmaßnahmen für Betroffene.

Die Grünen wollen ein Zusammenleben von Weidetieren, Mensch und Wildtieren aller Art so gut gestalten, dass möglichst wenige Konflikte auftreten. Das bedeute: Schutz für den Wolf, da wo es möglich ist, und Entnahme da, wo es nötig ist. Die Grünen streben ein europarechtskonformes, regional differenziertes Bestandsmanagement an und wollen dazu das Monitoring stärken und hilfreiche digitale Anwendungen und KI vermehrt einsetzen. „Wir erweitern die Förderkulisse Herdenschutz auf ganz Bayern, übernehmen auch die laufenden Mehrkosten für den Herdenschutz und sorgen für einen schnellen und unbürokratischen Schadensausgleich“, erklärt Agrarsprecherin Gisela Sengl.

Die FDP spricht sich für ein regional differenziertes Bestandsmanagement aus, das europarechtskonform ausgestaltet ist. „Wir werden weiter darauf drängen, dass das auf Bundesebene umgesetzt wird“, erklärt der agrarpolitische Sprecher Christoph Skutella.

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