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Der Abschuss von Wölfen könnte leichter werden

Nach jahrelangem Stillstand bahnen sich in Deutschland und der EU Veränderungen beim Umgang mit dem Wolf an. Auch Agrarminister Özdemir plädiert für einfachere Regeln zum Abschuss.

Lesezeit: 4 Minuten

In Deutschland sind die Bundesländer für das Management von Wölfen verantwortlich. Jetzt sollen geltende Regeln zum Abschuss von Wölfen in der Anwendung vereinfacht werden. Ebenso wie Grünen-Politikerin Steffi Lemke, will auch der grüne Bundesagrarminister Cem Özdemir den Abschuss von Wölfen erleichtern, um Weidetiere besser zu schützen. „Es muss künftig leichter möglich sein, einzelne Wölfe und auch ganze Rudel zu entnehmen, die Herdenschutzmaßnahmen überwinden und Tiere töten», zitiert die Deutsche Presseagentur (dpa) den Grünen-Politiker.

Özdemir und Lemke wollen Länder beim Wolfsmanagement unterstützen

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Bislang seien solche Abschüsse leider an uneinheitlichen Auslegungen der gesetzlichen Vorgaben gescheitert. Das gehöre abgestellt, nötig sei Klarheit, so Özdemir. Er unterstütze Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) bei einer Initiative, sich mit den Ländern für eine vereinfachte Anwendung der geltenden Regeln einzusetzen.

Lemke will Ende September konkrete Vorschläge vorlegen. Laut ihrem Ministerium sind Abschüsse von Wölfen, die mehrfach zumutbare Schutzmaßnahmen für Herden wie Zäune überwunden haben, allerdings auch jetzt schon möglich. Die Genehmigung und der Weg dorthin seien aber zu bürokratisch, sagte ein Sprecher am Montag. Das solle jetzt geändert werden.

„Ich will, dass Schafe, Ziegen und Rinder auch weiterhin möglichst sicher auf unseren Weiden stehen können“, sagte nun Özdemir. „Wir können die Landwirte damit nicht allein lassen, sie verdienen unsere Solidarität und unsere Unterstützung“, so Özdemir.

FDP präsentiert eigene Vorstellungen

Der Koalitionspartner FDP hat eigene Vorstellungen für die Regulierung des Wolfes. Die FDP-Fraktion im Bundestag hatte diese Woche einen Maßnahmenplan für ein dreistufiges Wolfsmanagement vorgelegt.

Darin streben sie für einen gesellschaftlich akzeptierten, dauerhaft günstigen Erhaltungszustand der Wolfspopulation in Deutschland ein dreistufiges Managementsystem an, das dem jeweiligen Zustand des deutschen Bestands gerecht werden soll. Dazu zählen sie ein Reaktionsmanagement, ein Bestandsmanagement und langfristig bei entsprechender Entwicklung des Bestands auch ein Nutzungsmanagement.

Kommissionspräsidenten von der Leyen will Schutzstatus überprüfen

Noch ist der Wolf auf EU-Ebene streng geschützt und grenzt so den Handlungsspielraum in Deutschland ein. Aber auch in Brüssel gibt es Bewegung. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen fordert von den EU-Mitgliedern alle Möglichkeiten zu nutzen, die der Herdenschutz hergibt. Im EU-Recht könnten das auch Entnahmen sein, sagte sie diese Woche.

Die Präsidentin der EU-Kommission fordert die Mitgliedstaaten auf, „Maßnahmen zu ergreifen, wo immer es erforderlich ist“, um Nutztiere vor Angriffen durch Wölfe zu schützen. Gleichzeitig hat sie am Montag angeordnet, den Schutzstatus des Wolfes in der EU zu überprüfen.

Ministerpräsidenten sprechen am Mittwoch in Brüssel über den Wolf

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat angekündigt, auf der Ministerpräsidentenkonferenz in Brüssel am Mittwoch über den Wolf sprechen zu wollen. Es gebe einen sehr hohen Wolfsbestand in Niedersachsen, insbesondere in den Schwerpunktregionen, sagte Weil am Mittwoch in Hannover vor der Abreise nach Brüssel.

Es gebe keine Gefahr, dass der Wolf in diesen Regionen ausgerottet werden könne. Es häuften sich dort zudem Nutzungskonflikte. "Da muss der Staat intervenieren können", sagte Weil. "Das ist unter den heute gegebenen Bedingungen so nicht möglich und das wollen wir in Brüssel sehr ernsthaft vortragen."

Bauern demonstrieren in Brüssel gegen den Wolf

Den politischen Veränderungswillen hinsichtlich des Umgangs mit dem Wolf, wollen Landwirtschaftsvertreter nutzen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat für Mittwoch eine Demonstration in Brüssel angekündigt. Bauern, Weidehalter und Schäfer wollen ein Forderungspapier übergeben. Darin fordert der DBV unter anderem:

  • Eine Verpflichtung der EU-Mitgliedstaaten-zu einem länderübergreifenden Monitoring und Feststellung des günstigen Erhaltungszustands des Wolfes und die
  • Umstufung des Wolfes von Anhang IV zu Anhang V in der FFH-Richtlinie auf europäischer Ebene. Das hohe Schutzniveau sei nicht mehr geboten, so der DBV.

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