Bundestagswahl

Grüne schärfen ihr Wahlprogramm zur Landwirtschaft nach

Die Grünen haben im Beschluss ihr Wahlprogramm in der Agrarpolitik korrigiert. Die Tierhaltung wollen sie nach Öko-Standards ausrichten, konkrete Zahlen zur Pflanzenschutzreduktion fallen raus.

Am vergangenen Wochenende haben die Grünen in Kleinarbeit ihr Programm für den Bundestagswahlkampf ausgehandelt und verabschiedet. Zum Entwurf der Parteispitze hatte die Basis noch 3280 Änderungsanträge vorgelegt. Die Veränderungen in der Abschlussversion betreffen in einigen Fällen auch die Landwirtschaftspolitik.

Neue Ställe nur nach EU-Ökovorschriften

So schärfen die Grünen vor allem zum Thema Tierhaltung ihr Wahlprogramm nochmal nach. Im Programm steht nun, dass „Ställe, in denen Tiere nicht zumindest entsprechend der EU-Ökoverordnung gehalten werden“ nicht mehr gebaut werden sollen. Beeinflusst von der Brandkatastrophe in einer großen Tierhaltungsanlage in Alt Tellin schafft es für den Stallumbau das Wort „brandsicher“ in das Wahlprogramm. Außerdem soll die Tierhaltung an die Fläche und an Obergrenzen pro Stall gebunden werden. Die Größenordnung 2 Großvieheinheiten pro ha hingegen fällt aus dem Programm raus. Die Grünen bleiben dabei, dass „deutlich weniger“ Tiere gehalten werden sollen und der Umbau dahin über einen Tierschutz-Cent auf tierische Produkte finanziert werden soll. Zudem wollen sie eine verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung mit anspruchsvollen Kriterien einführen. Beim Einsatz von Antibiotika werden die Grünen unkonkreter und ersetzen die Formulierung „Halbierung bis 2030“ durch „den Einsatz von Antibiotika deutlich senken“.

Keine festen Zahlen mehr zum Pflanzenschutz

Beim Pflanzenbau und bei der Zukunft der Zahlungen aus der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) bleiben die Grünen weitestgehend bei den Formulierungen aus dem Frühling. Allerdings ersetzen sie bei ihren Zielen für eine Reduktion von Pflanzenschutzmitteln die „Halbierung bis 2030“ aus dem Entwurf in die unkonkretere Formulierung „systematische Pestizidreduktionsstrategie“. An den Zielen Pestizidabgabe, Sofortverbot Glyphosat, Ökolandbauanteil von 30 % bis 2030 halten sie im beschlossenen Wahlprogramm fest.

Share-Deals bei Betrieben regulieren

Konkreter fassen die Grünen ihr Wahlprogramm jedoch noch einmal beim Bodenmarkt. Danach wollen sie nun die verbliebenen Flächen der...


Mehr zu dem Thema

Die Redaktion empfiehlt

Als letzte der etablierten Parteien feilt nun auch die CDU an ihrem Wahlprogramm zur Bundestagswahl. Für die Landwirtschaft soll eine Tierwohlabgabe hinein kommen.

Was steht in den Wahlprogrammen zur Bundestagswahl zur Tierhaltung, zum Pflanzenbau und zur GAP? Und wie unterscheiden sich dabei die Parteien? Wir haben nachgeschaut.

Die Grünen gehen mit der Forderung nach einer Neuausrichtung der Tierhaltung in den Wahlkampf. Die Partei will mit dem „Tierschutz-Cent“ auf tierische Produkte den Umbau in tiergerechte Ställe...