Zukunft der Landwirtschaft

Hohe Erwartungen an die Zukunftskommission

Die Zukunftskommission Landwirtschaft soll eine Übereinkunft für die deutsche Landwirtschaft über Wahlperioden hinweg schaffen. Vor dem Start sind die Erwartungen groß.

Die von der Bundesregierung angestrebte Bildung der Zukunftskommission Landwirtschaft bringt die hohen Erwartungen, die an sie gesetzt werden, ans Licht. „Politik und Gesellschaft müssen sich festlegen: Welche Landwirtschaft wollen wir in Zukunft, und was sind wir dafür bereit zu zahlen?“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU, Gitta Connemann. „Wir brauchen einen Gesellschaftsvertrag, bindend für alle, über Wahlperioden hinweg“, sagte sie weiter.

„Wir brauchen einen Gesellschaftsvertrag, bindend für alle, über Wahlperioden hinweg“ - Connemann (CDU)

Connemann bezeichnete das gemeinsame Konzept von DBV und LsV zur Zukunftskommission Landwirtschaft als einen „großen Schritt hin zu einer akzeptierten Land- und Ernährungswirtschaft in Deutschland“. Die Landwirte würden gebraucht „als CO2-Binder, Energiewirte, Landschaftspfleger, aber an erster Stelle als Urproduzenten“. Gerade jetzt würden die Menschen erkennen, wie unverzichtbar eine Lebensmittelproduktion im eigenen Land sei. „Damit gibt die Zukunftskommission auch die Chance, die Verbindung zwischen Landwirtschaft und Verbrauchern wieder zu stärken“, so Connemann.

"Planbarkeit und Berechenbarkeit sind entscheidende Kriterien" - Stegemann (CDU)

Auch der Agrarsprecher der Union, Albert Stegemann, verknüpft die Zukunftskommission mit den aktuell zu Tage tretenden Herausforderungen für die Landwirtschaft in der Coronakrise. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Pandemie wird deutlich, wie elementar es ist, eine leistungsfähige und somit gut funktionierende, regional verwurzelte Landwirtschaft im eigenen Land zu haben“, sagte er. Die Zukunftskommission sei daher umso wichtiger. „Denn für unsere Landwirtinnen und Landwirte ist Planbarkeit und Berechenbarkeit eines der entscheidenden Kriterien, um diesen Beruf weiter auszuführen oder um diesen Beruf zu ergreifen“, sagte Stegemann. Er begrüße es sehr, dass in der Kommission Vertreter der Landwirtschaft mit anderen gesellschaftlichen Gruppen gemeinsam nach Lösungen suchten.

„Die Zukunftskommission braucht eine breite Aufstellung. Eine die, die Chance beinhaltet, über die nächste Wahlperiode hinaus zu kommen“. – Künast (Grüne)

Die ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin und Grünen Bundestagsabgeordnete Renate Künast betonte, dass die Zukunftskommission Lösungen finden müsse, die über Wahlperioden hinweg gelten. Deshalb forderte sie in einem Tweet eine „breite Aufstellung“ für die Besetzung der Kommission.

Start im August

Abseits des Corona Krisenmodus hatte sich die Bundesregierung am Donnerstag mit dem Deutschen Bauernverband (DBV) und „Land schafft Verbindung“ (LsV) auf ein Konzept für die Zukunftskommission Landwirtschaft geeinigt. Als nächstes will nun die Bundesregierung die Berufung der Mitglieder und des Lenkungskreises vorbereiten. Das Sekretariat und die Organisation der Kommission soll beim Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) liegen. Als Startzeitpunkt peilt das BMEL derzeit den August an.

Erste Unstimmigkeiten

Erste Unstimmigkeiten in der Kommunikation hat es bereits mit den Umweltorganisationen gegeben. Sie fühlen sich übergangen, weil sie weder offiziell noch informell über die Planungen für die Zukunftskommission vom Bundeskanzleramt informiert worden waren. Sie appellieren nun an das Bundeskanzleramt, die Federführung zu übernehmen und keinerlei weitere Vorfestlegungen zu treffen.

Besetzung auf drei gleichgewichteten Säulen

Laut dem DBV soll die Besetzung der Kommission auf drei gleichgewichteten Säulen basieren: Landwirtschaft, Wissenschaft und Beratung sowie andere gesellschaftliche Gruppen, darunter vor allem der Verbraucher, Natur- und Umweltschutz. DBV und LsV hatten als Themen, die die Zukunftskommission bearbeiten soll, vorgeschlagen: Wirtschaftliche Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft, Landwirtschaft und Umwelt, Klimaschutz, Tierhaltung und Zukunft der Agrarpolitik.

Ziele für Tierhaltung und Ackerbau bis 2040

Die Umweltverbände schlagen eine Umgestaltung der Tierhaltung und des Ackerbaus bis 2040 vor. Deutschland müsse sich zu einer Landwirtschaft bekennen, die einen substanziellen Beitrag zum Klima- und Biodiversitätsschutz leistet, ökologische Strukturen fördert und eine tiergerechte, flächengebundene Nutztierhaltung zum Standard macht, heißt es in einem Positionspapier der Umweltverbände.

"Notwendig ist der Einstieg in eine gewässer- und umweltschonende Landwirtschaft" - Weyand (BDEW)

Neben den Umweltverbänden warben auch die Wasserverbände darum, an der Zukunftskommission beteiligt zu werden. „Ein gesellschaftlicher Konsens in Hinblick auf die Zukunft der Landwirtschaft ist nur unter Einbeziehung der Wasserwirtschaft möglich“, sagte Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser. Ein Einstieg in eine gewässer- und umweltschonende Landwirtschaft sei „notwendig“, betonte Weyand weiter. Er verknüpfte seine Forderung mit den Forderungen der Wasserverbände für ein strengeres Düngerecht, wie es die neue Düngeverordnung vorsieht.

Die Redaktion empfiehlt

Die Umweltorganisationen haben sich enttäuscht vom ersten Aufschlag der Bundesregierung zur Zukunftskommission Landwirtschaft geäußert. Sie fühlen sich schon zu Beginn übergangen.

Trotz der Coronakrise gehen die Vorbereitungen zur Einberufung der Zukunftskommission Landwirtschaft voran. Das BMEL zieht die Organisation an sich.

Kanzlerin Merkel und Agrarministerin Klöckner werten den Agrargipfel als einen Auftakt. "Land schafft Verbindung" soll mit dem Bauernverband ein Konzept für eine Zukunftskommission erarbeiten.


von Diedrich Stroman

Der Trick ist zu billig!

Genau Wilhelm,unser Zukunft wierd gerade an die Wand gefahren, immer mehr Familienbetriebe verabschieden sich von der Landwirtschaft, die Politik bastelt und heuchelt herum, die Medien versuchen und spielen Kasperletheater mit dem Thema, alle nicht's Könner stehen am Spielfeldrand und ... mehr anzeigen

von Gregor Grosse-Kock

Zukunftkommission

Nur die Staatsquote wird drastisch steigen?! Wer saß denn in der Kommission? Was kann da werden? Augenreiben und Angst! Danach ein Struckturbruch und danach viel Geld um alles zu korrigieren, Das Fr Merkel ein Studium hat ist schon lange her, auf Sicht zu Fahren bedeutet nur ... mehr anzeigen

von Wilhelm Wackler

Haben wir derzeit keine anderen Themen und Sorgen ?

Es wird höchste Zeit, für den Augenblick mal alle Zukunftsvisionen wie Umbau der Nutztierhaltung oder die Novellierung der Düngeverordnung auf Eis zu legen. Derzeit hat doch nur ein Thema Priorität und das ist die mittlerweile weltweite Corona - Katastrophe. Politik und Wirtschaft, ... mehr anzeigen

von Egon Kaiser

In eine Zukunftskommission für Landwirtschaft gehören nur Leute die in der Landwirtschaft arbeiten und da ihr Geld verdienen und keiner der an der Landwirtschaft verdient. Also keine Vertreter von Düngemittel- Pflanzenschutz- Saatgutfirmen Landhandel Müller Ölmühlen Schlachthöfe ... mehr anzeigen

von Jörg Meyer

wenig zu erwarten

das ist meine persönliche Meinung und ich hab keine Lust sie zu begründen. einfach abwarten und dann wird es sich von selbst zeigen dass alles Beschäftigung for nothing ist.

von Gerd Uken

Wie soll das denn funktionieren?

Wir haben dochceinen globalen Markt? Oder schotten wir die Grenzen dann wieder ab? Das alles entscheidende ist der Preis den der Urproduzent erhält. Dieses ganze Prämienmodell war jedenfalls nur für ein bestimmtes Klientel erfolgreich. Gesellschaftsvertrag über Wahlperioden hinweg ... mehr anzeigen

von Josef Doll

Eine Vorgabe die die NGO's freuen wird !

Hier gibt's doch tatsächlich ein Gesetz der dem Dieselgesetzvorgaben vor 20 Jahren in nichts nachsteht. Es beschreibt eine Landwirtschaft die eine Konventionelle Landwirtschaft niemals erreichen kann. Deshalb wird es nicht lange dauern das die Landwirtschaft natürlich nur mit Hilfe der ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Zukunftskommission

oder Verordnungskommission. In erster Linie geht es um die Berufssicherheit. Ausgestaltungsmöglichkeiten gibt es genug. Extreme haben hier nichts zu suchen.

von Wilhelm Grimm

Ablenkungsmanöver, Ablenkungsmanöver, Ablenkungsmanöver, Ablenkungsmanöver !!!!!

Wie heißt das 11. Gebot? ... Lasst Euch nicht verblüffen !!! Unser Thema dieser Tage ist : Düngeverordnung und Messstellenlüge !!! Dann können wir die nächsten Probleme angehen. Die Unredlichkeit der Politik wird immer heftiger und wir spielen denen in die Hände und folgen deren ... mehr anzeigen

von Norbert Schulze-Darphorn

Notwendig ist auch

Eine Umwelt und Gewässerschonende Wasserwirtschaft. Grundwasserabsenkung bedeutet ebend auch mehr Naturzerstörung und höhere Nitratgehalte. In Zukunft sollte da ehrlicher miteinander umgegangen werden.

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