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topplus Frauen in der Landwirtschaft

„In jedes Bauernverbands-Gremium gehört mindestens eine Frau“

Bilder, wo die Bauernverbands-Vorstände nur aus Herren bestehen, sind Bilder von gestern. Es müsse selbstverständlich werden, dass Frauen Betriebe leiten & in Gremien arbeiten, so Schulze Bockeloh.

Lesezeit: 4 Minuten

Zur Grünen Woche hat der neu gegründete Fachausschuss Unternehmerinnen des Deutschen Bauernverbandes am Dienstag zu einer Podiumsdiskussion rund um das Thema Unternehmerinnen eingeladen – die erste öffentliche Veranstaltung des Ausschusses. Was kann das Unternehmertum von Frauen fördern? Wie kann ihre Stimme im Verband und in der Politik besser wahrgenommen werden? Genau diesen Fragestellungen widmete sich das Unternehmerinnen Forum: „Selbstständig – Selbstbewusst – Selbstverständlich – Unternehmerinnen in Landwirtschaft und Verband“ unter der Moderation von Heike Zeller.

„Der Bauernverband meint es ernst, er will weiblicher werden“, verdeutlichte Susanne Schulze Bockerloh zu Beginn der Veranstaltung. Auch Bauernpräsident Joachim Rukwied weiß: „Frauen denken ein Stück weit anders als wir Männer. Wir brauchen zwingend die Sichtweisen und Ansätze der Frauen…Manchmal haben wir Männer einen Tunnelblick.“

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So sieht es auch Schulze Bockeloh: „Der DBV braucht uns Frauen und das nicht als Lückenbüßer. Frauen haben bestimmte Kompetenzen, die Männer nicht haben. Männer und Frauen sind einfach unterschiedlich. Und Gemeinsam können wir für den Berufsstand und die Landwirtschaft einstehen.“

Netzwerken und Frauen stärken

Ein wichtiges Thema des Unternehmerinnen-Fachausschusses: Das Netzwerken. Die Männer seien bisher noch viel besser vernetzt als die Frauen, vor allem auf der Bundesebene. Eine weiteres Ziel des Ausschusses: Frauen stärken und Mut machen sich im Verband einzubringen. Gremien seien bisher sehr männerlastig. Bilder, wo die Vorstände vom Bauernverband nur aus Herren bestehen, seien Bilder von gestern.

In jedem Vorstand, in jedes Gremium gehöre mindestens eine Frau. Und da eine Frau noch keine Gleichberechtigung macht, am besten mehr Frauen. "Wir wollen auf Bundesebene kein Solitär bleiben, sondern wie es im DBV üblich ist, Vertreter aus den Landverbänden haben."

Derzeit werden rund 11 % der landwirtschaftlichen Betriebe von Frauen geführt, wenn man auf die zukünftige Generation schaut, dann sind es fast 20 %, die landwirtschaftliche Betriebe übernehmen werden. Auch ein Blick auf die Hochschulen zeigt: Fast 50 % der Studierenden sind weiblich. Landwirtschaft wird weiblicher werden, so Rukwied. Der Bauernpräsident wünscht sich, dass weitere Länder Fachausschüsse gründen. „Ich freu mich immer wieder, welchen Drive und Schwung die Unternehmerinnen in unseren Verband bringen.“

„Ich freu mich immer wieder, welchen Drive und Schwung die Unternehmerinnen in unseren Verband bringen.“ - Rukwied

Drei Frauen berichten

Nach den Impulsvorträgen von Rukwied und Schulze Bockeloh erzählten drei Frauen aus ihrem Alltag. Nicole Bauer aus Bayern ist FDP-Politikerin und seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages. Sie selbst ist auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen und u.a. Frauenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion sowie im Ausschuss für Ernährung.

Die Landwirtschaft brauche selbstbewusste Frauen, genauso wie es z.B. ihre Großmutter war. Sie hat vor 30 Jahren auf ihrem Hof die Direktvermarktung vorangetrieben, einige Bauernmärkte gegründet und damit Selbstbewusstsein gezeigt. Das mache sie stolz und sei ihr Vorbild. "Und auch in meinem Umfeld nehme ich so viele tolle Frauen wahr, die großartig sind – jede für sich.“

Christina Ingenrieth wird zu Mitte des Jahres den elterlichen Direktvermarktungsbetrieb „Genholter Hof“ in NRW übernehmen. Die Übernahme des elterlichen Betriebes war für die Landwirtstochter lange keine Option. Nach der Bankausbildung und während ihres BWL-Studiums entdeckte die junge Frau jedoch ihr Interesse für die Landwirtschaft und die Fortführung des Betriebes.

Ingenrieth engagiert sich sowohl bei den Jungen Landfrauen als auch im neu gegründeten Unternehmerin-Ausschusses des DBV. Als Frau brauche es auf dem Weg der Gründung vor allem auch Mut und eine Beratung von außen, die den Gründungsprozess begleitet. Hier helfe ihr auch der Unternehmerinnen-Fachausschuss.

Im Ausschuss würden vor allem Themen besprochen, die Frauen betreffen, wenn sie Unternehmerinnen werden. Der baden-württembergische Fachausschuss habe sich beispielsweise mit Themen, wie besondere Versicherungen beschäftigt. Aber auch: Was passiert wenn eine Betriebsleiterin ein Kind bekommt. Wie sieht es mit Betriebshilfe, Mutterschutzzeiten und staatlichen Unterstützungen aus?

Auf dem Podium diskutierte auch Hella Otten. Sie hat 2017 das Women in Agribusiness-Netzwerk gegründet. „Die ersten 20 habe ich hergebettelt. Heute sind wir 100 Frauen und damit vollständig. Wichtig ist es, das es noch persönlich und für die Mitglieder verbindlich bleibt.“

Otten ist auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen und hat in Kiel Agrarwissenschaften studiert. Heute arbeitet sie als Spezialistin für Risikomanagement Agrar bei der Nord/LB in Bremen. In der Vergangenheit war sie auf vielen Börsenveranstaltungen, wo sie zu 95 % von Männern umgeben war, die Frauen hätten sich verkrochen. „Wir müssen sichtbarer werden“. Deswegen habe sie dieses Netzwerk gegründet.

Beruf, Familie und Ehrenamt seien durch die Digitalisierung viel besser vereinbar geworden. Es hilft vor allem Frauen in ihrer Doppelrolle. Persönliche Austausch kann man damit aber nicht ersetzen, weiß Otten aus Erfahrung.

Die ganze Diskussion können Sie sich hier anschauen:

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