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Minhoff: Özdemir tritt Prinzipien des freien Marktes mit Füßen

In ersten Kantinen ist Fleisch verpönt. Das BMEL plant Werbeverbote für manche Nahrungsmittel. Christoph Minhoff warnt vor solchen Eingriffen und rät im Gastkommentar: Lasst die Bürger entscheiden.

Lesezeit: 3 Minuten

„Dem Wunsch der Belegschaft folgend“, bietet die VW-Kantine im Vorstandshaus nach zwei Jahren rein vegetarischer Kost wieder Fleisch und Fisch an. Der Aufschrei bei der Currywurst-Verbannung war damals groß. Kein Wunder also, dass die Gazetten nun wieder voll sind mit News wider dem Zwangs-Vegetarismus. Was wir am VW-Beispiel lernen können:

Die aktuelle Bundesregierung und allen voran der grüne Bundesminister Cem Özdemir, hat sich viel vorgenommen. Mit der Ernährungsstrategie wollen die gewählten Volksvertreter nicht weniger als das komplette Ernährungssystem transformieren, hinzu einer „gesunden und nachhaltigen Ernährungsweise.“ Das soll erreicht werden, indem „vorteilhafte Ernährungsumgebungen und -muster gefördert und geschaffen werden.“ Das Problem: was ist überhaupt gesund und nachhaltig?

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BMEL will „pflanzenbetonte“ Ernährung

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) lässt keinen Zweifel daran, was es für sie heißt, nämlich pflanzenbetont. Dabei punkten tierische Lebensmittel mit wertvollen Makro- und Mikronährstoffen wie Eiweiß, Eisen, Calcium oder Vitamin B12. Auch bei der Umweltbilanz muss man genau hinschauen. Der Wasserverbrauch beim Anbau und der Produktion von Mandel- und Reisdrinks ist wesentlich höher als der bei Kuhmilch und besonders regional sind weder Mandeln noch Reis.

Was macht man, wenn man mit wissenschaftlichen Fakten an Grenzen stößt? Man schafft „vorteilhafte Ernährungsumgebungen“. Heißt: Werbung abschaffen und Rezepturen vorgeben. Geeinigt haben sich die Ampel-Parteien im Koalitionsvertrag ursprünglich auf den Kompromiss, dass Werbung für Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- oder Salzgehalt bei Sendungen und Formaten für unter 14-Jährige nicht mehr laufen darf. Daraus hat das BMEL jedoch einen Gesetzesentwurf gemacht, der Werbung für die Mehrheit aller Lebensmittel verbietet – unabhängig davon, ob sie sich an Kinder richten.

Bei Lebensmitteln droht Einheitsbrei

Die Anlage des Entwurfs zeigt darüber hinaus, um was es eigentlich geht: strenge Höchstwerte für Zucker, Fett und Salz. Und da das BMEL der Meinung ist, dass freiwillige Selbstverpflichtungen nicht wirken, müssen verbindliche Reduktionsziele her. Diese sind aber die Vorstufe zum Einheitsbrei, das berühmte „In-den-Kühlschrank-hinein-regieren.“

Für die Vielfalt kleiner Unternehmen mit einzigartigen Rezepturen könnte es das Aus am Markt bedeuten, wenn die Lebensmittel eines Herstellers genauso wie die des anderen schmecken. Und wo ist der Sinn? Dank der Nährwerttabelle ist es allen Verbrauchern möglich, das Produkt mit weniger Zucker, weniger Fett oder weniger Salz einzukaufen. Das ist das Prinzip der freien Marktwirtschaft.

Özdemir tritt Prinzipien des freien Marktes mit Füßen

Doch das wird vom grünen Minister gerade mit Füßen getreten. Statt auf Befähigung wird auf Bevormundung gesetzt. Verpflichtungen und Verbote statt Volkes Wille. Das kann nicht gut gehen. Denn am Ende, das zeigt VW, entscheidet eben doch der Verbraucher als Souverän und reguliert durch Nachfrage das Angebot. Dialog schlägt immer Diktat. Bleibt zu hoffen, dass in dieser Frage die liberale und soziale Stimme der Vernunft das letzte Wort hat.

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