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Lemke sucht Schulterschluss mit der Landwirtschaft beim Klimaschutz

Umweltministerin Lemke hat ein Aktionsprogramm zum Klimaschutz in Mooren, Wäldern, Gewässern und Böden vorgestellt. Die Umsetzung soll Teil der strategischen Allianz mit Agrarminister Özdemir sein.

Lesezeit: 4 Minuten

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hat ein Aktionsprogramm für den Klimaschutz in Mooren, Wäldern, Gewässern und Böden vorgestellt. „Die Klimakrise und die Krise des Artensterbens dürfen nicht aus dem Blick geraten“, sagte Lemke bei der Präsentation am Dienstag. Der Klimaschutz trage auch zur Krisenvorsorge bei, so Lemke weiter.

Konkret kündigte Lemke ein mit 4 Mrd. € für die Jahre 2022 bis 2026 untersetztes Aktionsprogramm an. Es soll aus dem Klima- und Transformationsfonds der Bundesregierung finanziert werden. „Das ist mehr, als jemals in Deutschland für diesen Bereich zur Verfügung gestellt wurde“, sagte Lemke. Bisher seien die Klimaschutz Ambitionen bei der Landnutzung vor allem an der Finanzierung gescheitert, resümierte Lemke. Das soll nach ihrem Willen jetzt anders werden.

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Bundesprogramm soll Wiedervernässung von Mooren unterstützen

Als wichtigsten Bereich stelle Lemke die großflächige Wiedervernässung von Moorflächen heraus. Entwässerte Moore haben einen Anteil von 6,7 % an den gesamten nationalen Treibhausgas-Emissionen. Dafür erarbeitet das Bundesumweltministerium (BMUV) eine nationale Moorschutzstrategie, welche eine flächenwirksame Wiedervernässung von Moorflächen bewirken soll.

Über ein eigenes Bundesprogramm sollen Moorbauern Förderungen bei der Umorientierung beantragen können. Lemke betonte, dass sie die in den Moorgebieten wirtschaftenden Landwirte im Blick habe. Das Ministerium wolle Anpassungen für eine nasse Bewirtschaftung von Weiden und Äckern, alternative Bewirtschaftungsformen wie die Schilfnutzung oder Photovoltaik sowie neue regionale Wertschöpfungsketten für nasse Landwirtschaft und deren Produkte fördern.

Dauergrünland auf Überschwemmungs- und Erosionsflächen

Lemkes Aktionsprogramm zielt zudem auf die Renaturierung von Gewässern und Auen und die Förderung der Kohlenstoffspeicherung in Böden ab. Dafür plant das BMUV u.a. den Erhalt und die Neuanlage von Strukturelementen wie zum Beispiel Hecken, Knicks, Agroforstsystemen, Baumreihen und Feldgehölzen sowie den Humusaufbau gezielt zu fördern.

Zudem soll die Umwandlung von Ackerland in Dauergrünland auf erosionsgefährdeten und Überschwemmungs-Flächen gefördert werden. Im Bundesbodenschutzgesetz soll zudem geregelt werden, dass mehr Flächen vor Versiegelung geschützt werden.

Keine pauschale Honorierung für den Wald

Für den Wald umfasst das Aktionsprogramm ein Anreizprogramm, um einen Waldumbau mit Aufforstungen, Artenreichtum und einer bodenschonende Waldbearbeitung anzustoßen. Einen Schwerpunkt legt das BMUV auf den Umbau in naturnahe Wälder. Dabei sollen öffentliche Wälder eine Vorreiterrolle einnehmen.

Eine pauschale Honorierung der CO2-Speicherung im Wald lehnte Lemke hingegen ab. Förderungen seien überall dort möglich, wo über die gesetzlichen Standards hinaus Zusatzleistungen für die Biodiversität oder den Klimaschutz gemacht würden, erläuterte Lemke.

Lemke betont enge Zusammenarbeit mit Özdemir

Bei der Umsetzung ihres Programms betonte Lemke einen engen Schulterschluss mit Landwirtschaftsminister Cem Özdemir halten zu wollen. „Ich bin mir mit Cem Özdemir einig, dass wir das gemeinsam machen und unsere strategische Allianz hier vertiefen“, sagte Lemke. Erste konkrete Maßnahmen aus dem Aktionsprogramm will Lemke noch 2022 ins Bundeskabinett bringen.

Aus der Landwirtschaft erwartet Lemke Unterstützung. Diejenigen, die mit der Natur wirtschaften, bekämen die Auswirkungen des Klimawandels etwa Dürren und Hochwasser als erstes zu spüren, sagte Lemke. "Viele Landwirte spüren die Auswirkungen der Klimakrise und sind selbst auf dem Weg", so Lemke. Sie suchten nach Möglichkeiten, sich anzupassen", so Lemke.

Maßnahmen sollen CO2 im Sektor Landnutzungsänderung einsparen

Alle Maßnahmen aus Lemkes Aktionsprogramm sollen dem Sektor Landnutzungsänderungen aus dem Klimaschutzgesetz von 2021 zugerechnet werden. Lemke sagte, sie könne deren Wirkung nicht in eingesparten Tonnen CO2 quantifizieren. Sie erwarte aber, dass damit die für den Sektor Landnutzung gemachten Ziele erreichbar sind.

Die vorherige Bundesregierung hatte für die Landnutzung im novellierten Bundesklimaschutzgesetz festgelegt, dass diese im Jahr 2030 eine Emissionsbilanz von minus 25 Mio. t ⁠CO2⁠-Äquivalenten erreichen soll. Für den Sektor Landwirtschaft gibt es eigene Ziele. Das Klimaschutzgesetz legt fest, dass die Emissionen der Landwirtschaft bis 2030 auf 56 Mio. t CO2-Äquivalente reduziert werden müssen. Dazu sollen vor allem die Reduktion von Stickstoffemissionen in der Düngung und eine Methanreduktion aus der Tierhaltung beitragen.

Das vollständige Aktionsprogramm zum nachlesen gibt es hier.

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