Biofach 2022

Özdemir sieht Bio als Leitbild der Landwirtschaft

Bio sei mit seiner gesamten Wertschöpfungskette eine Antwort auf die weltweiten Krisen, meint Özdemir anlässlich der Biofach in Nürnberg. Es brauche jetzt mehr Bio, nicht weniger.

Anlässlich der Biofach in Nürnberg hob Bundesagrarminister Cem Özdemir hevor, dass Deutschland „gerade jetzt für ein besonders widerstandsfähiges, ressourcenschonendes und umweltverträgliches Ernährungssystem kämpfen“ müsse. Die Folgen des schrecklichen Angriffskrieges in der Ukraine, die Klimakrise und das Artensterben würden deutlich zeigen, dass ein Umbau drängt, auch um dadurch unabhängiger und krisenresistenter zu sein.

Özdemir hält an 30 %-Ziel fest

Bio sei mit seiner gesamten Wertschöpfungskette eine Antwort auf die planetaren Krisen. Aus genau diesen Gründen sei das 30-Prozent-Ziel in den Koalitionsvertrag geschrieben. „Wir sind uns in der Bundesregierung einig. Wir wollen unser Landwirtschafts- und Ernährungssystem nachhaltig transformieren mit Bio als unser Leitbild für nachhaltige Landwirtschaft. Es braucht jetzt mehr Bio, nicht weniger“, so der Minister. Die Zukunftsstrategie ökologischer Landbau (ZöL) werde entsprechend zu einer Strategie der Bundesregierung weiterentwickelt. Die Arbeit daran zieht sich durch etliche Bundesministerien.

Bio mit seiner gesamten Wertschöpfungskette ist eine Antwort auf unsere planetaren Krisen.“ -Özdemir

Der Bundesminister betonte in Nürnberg, dass er die Herausforderungen der Ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft in diesen Krisenzeiten deutlich wahrnehme. Er verstehe die Ungeduld der Branche, wenn es darum gehe, bei den 30 % schneller voranzukommen. Aber ein guter Plan sei wichtig, damit man auch sein Ziel erreicht. „Die Zukunftsstrategie Ökolandbau wird unser Plan und unsere tragende Säule für Transformation sein.“ Als ein Projekt der gesamten Bundesregierung – und mit Unterstützung des Sektors. Was die EU-Agrarpolitik angeht, hätte ich mir diese deutlich ambitionierter gewünscht.“ Er will die Direktzahlungen in der GAP nach 2027 durch ein System zur Honorierung von Klima- und Umweltleistungen zu ersetzen.

Um die Nachfrage nach Bio anzukurbeln, sei die Außer-Haus-Verpflegung ein bedeutender Hebel. Deswegen wolle das BMEL, dass die öffentlichen Kantinen mehr regionale und ökologische Produkte in ihr Angebot aufnehmen. Außerdem will Özdemir die rechtlichen Grundlagen erneuern und die Kennzeichnung und Beratung ausbauen, u.a.

  • über die Bio-Außer-Haus-Verpflegungsverordnung,
  • über ein Kantinen- und Restaurant-Logo – orientiert an der dänischen "Bio Cuisine",
  • über die Fortführung der Informationsinitiativen "Bio kann jeder" und "BioBitte".


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