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topplus "Blick von außen"

Tierische Lebensmittel – Standortvorteil Deutschland

Für top agrar wirft der Ernährungs­wissenschaftler und Autor Dr. Malte Rubach einen "Blick von außen" auf die Nutztierhaltung. Er findet wenig, was dagegen und viel, was für die Tierhaltung spricht.

Lesezeit: 2 Minuten

In der Debatte über die Ernährung der Zukunft überschlagen sich die ­Szenarien mit Vorschlägen, wie es gelingen könnte, den Konsum tierischer Lebensmittel zu senken. Das reicht von weltweiten Veganismus-Utopien, Überlistung der evolutionär gewach­senen Vorlieben für Fleisch und Milch durch Analogfleisch und Pflanzen-Drinks bis zum laborgetreuen Nachbau der Originale in riesigen Fermentern. Hauptsache, die Tierhal­tungen sinken, denn das schont die Umwelt und die Tiere. Wir fangen in Deutschland schon einmal damit an, der Rest der Welt wird sicher folgen.

Ob die vermeintliche Gesundschrumpfung vom Anfang her beginnt, bei den Erzeugern, oder vom Ende her, bei der Verbrauchernachfrage, scheint dabei zweitrangig. Die Operation „Transformation des Ernährungssystems“ läuft. Wahlweise wird auch die „Ernährungswende“ oder „Proteinwende“ ausgerufen – möglichst pflanzenbasiert sollten sie sein. Das sei gesünder und in jedem Fall nachhaltiger.

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Deutschland mit guter Ökoeffizienz in der Nutztierhaltung

Tatsächlich? Globalanalysen wie die EDGAR-Food Database attestieren dem deutschen Lebensmittelsystem 25 % Einsparungen bei THG-Emissionen seit 1990, gegen den steigenden weltweiten Trend. Und das bei stabiler Erzeugerleistung ohne Analogfleisch und Pflanzen-Drinks. Die Nationale Verzehrstudie 2 zeigt einen Anteil pflanzlicher Lebensmittel von etwa 70 % im deutschen Ernährungsmuster. Die Lebenserwartung in Deutschland liegt trotz aller Krisen auf sehr gutem Niveau. Eine Umweltbilanzierung der globalen Agrarerzeugung bestehend aus Treibhausgasen, Frischwasser­verbrauch, Habitat-Störungen sowie Nährstoffeinträgen ergab, dass tierische Lebensmittel zu 47 % und pflanzliche Lebensmittel zu 43 % der gesamten Umweltwirkung beitrugen – ein Patt. Die Auswertung ergab auch, dass Deutschland in puncto Ökoeffizienz der viertbeste Standort für die Erzeugung von Schweinefleisch ist. Ebenso zeigen Hühnerfleisch, Eier, Milch ­sowie Weizen und Kartoffeln bei uns eine gute Ökoeffizienz.

Diese Befunde decken sich mit dem hohen Selbstversorgungsgrad für Fleisch, Milch, Weizen, Kartoffeln und auch von Eiern in Deutschland. Die Logik ist bestechend: Wir essen vorrangig die Lebensmittel, die sich hierzulande gut erzeugen lassen. Dabei ist unsere Ernährung bereits pflanzen­basiert und spart seit 30 Jahren Treibhausgase ein. Warum sollten wir uns dieser soliden Grundlage der Ernährungssicherheit ohne Not berauben?

top agrar-Rubrik "Der Blick von außen"

Dieser Text stammt aus der Rubrik "Der Blick von außen", die jeden Monat in der top agrar-Heftausgabe erscheint. Der Streitpunkt zeigt, wie die Landwirtschaft von außen gesehen wird und ist nicht die Meinung der Redaktion. Wie stehen Sie dazu? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar weiter unten.

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