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Klimawandel

Monitoringbericht: Deutschland verliert 2,5 Kubikkilometer Wasser jährlich

Deutschland erlebt Hitzewellen, wird wärmer und trockener. Das zeigt der Monitoringbericht zur Anpassungsstrategie an den Klimawandel, den Umweltministerin Steffi Lemke gestern vorstellte.

Lesezeit: 3 Minuten

Der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA) Dirk Messner und Bundesumweltministerin Steffi Lemke stellten gestern den Monitoringbericht 2023 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel vor. Dieser bietet einen Überblick über die beobachtete Klimaentwicklung in Deutschland - und stellt heraus: Hitze und Dürre werden wohl zur neuen Normalität. Der Bericht erscheint alle vier Jahre.

2,5 Kubikkilometer Wasserverlust im Jahr

Ein Ergebnis des Berichts: Deutschland verliert seit dem Jahr 2000 jährlich 2,5 Kubikkilometer Wasser - eine direkte Folge der wiederkehrenden Dürreperioden, die bis heute nicht ausgeglichen sind.

Damit gehöre die Bundesrepublik zu den Regionen mit dem höchsten Wasserverlust weltweit. So ermittelten Messstellen in den Jahren 2019 bis 2021 vielerorts Rekordunterschreitungen der langjährigen niedrigsten Grundwasserstände.

Land- und Forstwirtschaftliche Erträge bedroht

Der Wassermangel führte dem Bericht zufolge zu Ernteeinbußen in der Landwirtschaft. So lagen 2018 z.B. Winterweizenerträge um 15 % und die Silomaiserträge um 20 % unter dem Mittel der sechs Vorjahre. In den deutschen Wäldern hat sich wegen des Trockenstresses und des damit verbundenen Käferbefalls der Waldzustand deutlich verschlechtert. 2020 starben 20-mal so viele Fichten wie im Mittelwert der vorangegangenen zehn Jahre (2010-2019). Das betraf ganze Waldbestände, die flächig abgestorben sind. Durch die extrem trockene ⁠Witterung kam es zu erheblich mehr und in den nordöstlichen Bundesländern auch zu großflächigeren Waldbränden.

Worst case: +5,5°C im Jahr 2100

Der Bericht verzeichnet außerdem eine Zunahme von starken Hitzewellen und Temperaturrekorden im Sommer. So wurde im Juli 2022 erstmals nördlich des 53. Breitengrads in Hamburg eine Temperatur von über 40 Grad gemessen. Im Bericht berechnete Zukunftsprojektionen weisen verschiedene Temperaturanstiegsszenarien in Deutschland im Vergleich zum frühindustriellen Bezugszeitraum (1881- 1910) aus:

  • Für den Planungshorizont (2031–2060) im Szenario, in dem Klimaschutz betrieben wird: Temperaturanstieg etwa 1,6 bis 2,3 °C.
  • Für den Planungshorizont (2031–2060) im sogenannten Hochemissions-Szenario mit ungebremstem Treibhausgasausstoß: Temperaturanstieg um 2,3 bis 3,1 °C.
  • Für den Planungshorizont bis zum Ende des Jahrhunderts (2031-2100) wird beim Klimaschutz-Szenario ein Anstieg der Temperaturen um 1,7 bis 2,4 °C erwartet.
  • Im Gegensatz dazu würde die Erwärmung unter den Bedingungen des Hochemissions-Szenarios etwa 3,8 bis 5,5 °C betragen.

Laut Bericht führt die Erwärmung auf dem Land außerdem zu einer Veränderung der Artenzusammensetzung. Dies zeigen beispielsweise die Daten zu Vögeln und Schmetterlingen. Neue Arten aus wärmeren Regionen wandern ein, etwa die Tigermücke als Überträger von Krankheitserregern.

Lemke besorgt: Vor allem Städte heizen sich auf

Umweltministerin Lemke lässt in einer Pressemitteilung des UBA verlauten: „Die verheerenden Folgen der Klimakrise nehmen in erschreckendem Ausmaß zu. Das zeigt der aktuelle Monitoringbericht überdeutlich. (...) Um die Lebensqualität in Deutschland zu erhalten, müssen wir die Klimaanpassung stärker vorantreiben, zum Beispiel im Städtebau. Schwammstädte mit viel Grün und entsiegelten Flächen kühlen und können damit Hitzewellen abmildern und außerdem Überflutungen vorbeugen.”

Umweltbundesamtspräsident Messner betont, dass die bereits erfolgten Anpassungen durchaus wirksam seien. Beispielsweise habe der effizientere Umgang mit Wasser dafür gesorgt, dass die Industrie- und Bergbauunternehmen sowie die Energieerzeuger einen geringeren Verbrauch hätten. Diese machten dem Bericht zufolge mit mehr als 70 % immerhin den überwiegenden Teil der deutschen Wassernutzung aus.

Weltklimakonferenz in Dubai (COP28)

Der Monitoringbericht erscheint passend zum heutigen Start der Weltklimakonferenz. Bis zu 160 Staats- und Regierungschefs reisen dafür nach Dubai, darunter Bundeskanzler Olaf Scholz. Die laut einer Pressemitteilung des BMUV wichtigste Aufgabe für die diesjährige Konferenz ist die Globale Bestandsaufnahme (Global Stocktake oder GST). Gemäß dem Übereinkommen von Paris wird dabei zum ersten Mal geprüft, wo die teilnehmenden Staaten beim Klimaschutz stehen.

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