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Wir haben es satt-Protest: Özdemir muss Agrarwende voranbringen

Das "Wir haben es satt-Bündnis" forderte am Samstag schnelle Schritte beim Umbau der Landwirtschaft. Statt einer großen Demo gab es einen kleinen Trecker-Konvoi und die Video-Aktion „Staffel-Lauch“.

Das Agrarwende-Bündnis „Wir haben es satt“ forderte am heutigen Samstag in Berlin eine zukunftsfähige Agrarpolitik. Eigentlich protestieren dazu in jedem Jahr tausende Bürger zur Grünen Woche in der Bundeshauptstadt. Das Bündnis hatte ursprünglich 15.000 Teilnehmer erwartet. Doch aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie haben die Veranstalter vergangene Woche die Großdemo abgesagt.

Ganz aufgegeben haben sie ihren Protest allerdings nicht. Rund 50 Landwirte mit 30 Traktoren übergaben Cem Özdemir und den Staatssekretärinnen Silvia Bender, Ophelia Nick und Manuela Rottmann ihre agrarpolitischen Forderungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft. Die Demonstranten übergaben ein neues Ministeriumsschild mit Trecker-Logo und der Aufschrift „Bundesministerium für bäuerliche Landwirtschaft und zukunftsfähige Ernährung. Jeder Hof zählt!“.

Nachdem das Agrarministerium in den letzten 16 Jahren tatenlos bei Höfesterben, Tierfabriken und Klimakrise zugesehen habe, sei der Reformstau heute enorm. Die Forderung des Bündnis: „Minister Özdemir muss der Agrarindustrie die Stirn bieten und die Agrarwende voranbringen!“ Den Livestream finden Sie hier.

Strohbuchstaben vor dem Bundestag

Aus 50 Tonnen Stroh hat das „Wir haben es satt!“-Bündnis zudem vor dem Bundestag einen 4,5 Meter hohen Schriftzug „Agrarwende jetzt!“ gebildet. Damit wollen die Demonstranten ihre Erwartung an Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir unterstreichen, jetzt für einen schnellen und entschlossenen Umbau der Land- und Lebensmittelwirtschaft zu sorgen.

Strohbuchstaben

(Bildquelle: Wir haben es satt)

Video-Aktion „Staffel-Lauch für die Agrarwende“

Wegen der Pandemielage sagt das Demo-Bündnis die Großdemo ab und rief die Video-Aktion „Staffel-Lauch für die Agrarwende“ ins Leben. Bei der Video-Aktion reichten Menschen in ganz Deutschland eine Lauchstange weiter und fordern dabei den Neustart in der Agrar- und Ernährungspolitik. Insgesamt 15.000 Videos seien eingereicht worden. Der Staffel-Lauch ist am Samstag an Cem Özdemir übergeben worden.

Das sind die Hauptforderungen des Agrarwende-Bündnis:

  • Agrarwende jetzt – warum 2022 der Umbau der Landwirtschaft kommen muss
  • Faire Preise statt Preisdiktat – warum die Bäuer*innen die Dumpingpreise des Handels satthaben
  • Artgerechte Tierhaltung – wie sich bessere Tierhaltung für die Höfe lohnen kann
  • Pestizid-Ausstieg anpacken – damit Bienen und Bauernhöfe eine Zukunft haben
  • Ernährungswende auf die Teller – so geht gutes Essen für alle
  • Für das Klima – Tierzahlen reduzieren, weniger Fleisch essen

Hintergrund: Für eine bäuerliche Landwirtschaft mit mehr Umwelt-, Tier- und Klimaschutz und gutes Essen für alle protestiert das „Wir haben es satt!“-Bündnis aus mehr als 60 Organisationen seit 2011 alljährlich zum Auftakt der „Grünen Woche“ in Berlin. Das „Wir haben es satt“-Bündnis hatte bereits 2021 wegen der Pandemie nicht mit einer großen Demo, sondern mit einer Fußabdruck-Aktion vor dem Reichstagsgebäude in Berlin für eine Agrarwende demonstriert.


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