Digitale Handelsplattform

Agrando: „Markttransparenz und Digitalisierung lassen sich nicht aufhalten“

„Die besten Angebote mit wenigen Mausklicks“ - das versprechen die neuen digitalen Agrarhandels-Plattformen. top agrar fragt nach, wie es bei den Start-ups läuft.

Agrando ist seit 2017 als digitale Handelsplattform für die Agrarbranche. Wir sprachen mit dem Geschäftsführer Jonathan Bernwieser.

top agrar: Erklären Sie in zwei Sätzen, was Agrando dem Landwirt Neues bietet!

Bernwieser: Wer beim Einkauf in kürzerer Zeit bessere Entscheidungen treffen möchte und sich dafür mehr Informationen und Auswahl wünscht, ist bei uns genau richtig. Wir bieten Landwirten mit unserer unabhängigen Handelsplattform die größte Datenbank an Produktalternativen und regionalen Handelspartnern an und bereiten Marktwissen auf, das speziell auf ihren Betrieb zugeschnitten ist.

Wann sind Sie mit Agrando gestartet?

Bernwieser: 2012. Damals wollten uns die Großen der Branche weismachen, Digitalisierung im Agrarhandel käme eh nie. Als IT-Studenten mit landwirtschaftlichem Hintergrund waren wir aber davon überzeugt, dass die Agrarwirtschaft in Zukunft digitale Prozesse braucht und haben einfach weitergemacht. Im Sommer 2017 ging Agrando als erste neutrale Handelsplattform in ihrer heutigen Form ans Netz.

Wie ist die bisherige Resonanz auf Ihr digitales Angebot?

Bernwieser: Anfangs war es nicht leicht, ein völlig neues Konzept wie Agrando zu erklären. Inzwischen haben wir über 11.000 Nutzer auf unserer Plattform und wachsen pro Monat etwa vierstellig. Jeder dritte Händler in Deutschland macht schon mit. Als wir nach Österreich expandiert sind, haben wir auch dort in kürzester Zeit die Tausendermarke durchbrochen.

Wir sehen deutlich, wie bei Landwirten und Händlern die anfängliche Skepsis, die mit der allgemeinen Angst vor dem digitalen Wandel zusammenhängt, mehr und mehr einer neugierigen Offenheit weicht. Landwirte verstehen sich immer mehr als Unternehmer und fangen an, ihre Möglichkeiten aktiv auszuloten.

Können Sie anhand eines Beispiels kurz erklären, was ein registrierter Landwirt tun muss, damit er über Agrando das beste Angebot findet?

Bernwieser: Eine Möglichkeit ist, Angebote selbst über die Plattform zu suchen und anzufragen z.B. Saatmais. Der Landwirt sucht im Produktkatalog nach Saatmais und findet dort eine Auswahl von über 450 Sorten. Mit Filtern kann er die Auswahl für sich eingrenzen – zum Beispiel nach Nutzungstyp, Kornertrag, Reifegruppe oder auch einem Naturland-Zertifikat.

Die Produkte, die ihn interessieren, fragt er mit wenigen Klicks bei einem oder mehreren Händlern in seiner Region an. Die Händler antworten ihm mit individuellen Angeboten und können auch Alternativprodukte oder sinnvolle Ergänzungen anbieten.

Aus den Angeboten, die in der Plattform sehr übersichtlich und einheitlich dargestellt sind, sucht sich der Landwirt nun das für ihn passendste aus und bestätigt es. Wenn es noch produktbezogene Fragen gibt, kann er natürlich mit seinem Händler jederzeit in Kontakt treten und sie persönlich klären.

Mit Agrando Pro bekommt der Landwirt sogar rechtzeitig vor einer geplanten Maßnahme die besten Angebote in seiner Region von seinem Kundenbetreuer zugeschickt.

Was glauben Sie, wie viel Geld Landwirte sparen könnten?

Bernwieser: In den Betrieben schlummert ein Einsparpotenzial von bis zu 20 %. Mit unseren Agrando Pro Kunden, die wir persönlich beraten, schaffen wir es meist schon innerhalb weniger Monate, den Jahresbeitrag wieder reinzuholen.

Es geht bei unserem Ansatz aber nicht nur um günstige Preise. Wer seine Einkäufe besser plant, mehr Auswahl hat und seine Alternativen kennt, kann Kaufentscheidungen sinnvoller treffen. Bestellungen lassen sich besser bündeln, Lieferkosten können reduziert werden, man erwischt öfter Frühbezugspreise, und man erledigt den Einkauf einfach in weniger Zeit. Das macht sich nicht direkt im Faktor „Geld sparen“ bemerkbar, wobei tatsächlich auch Personal eingespart werden...

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Auf der Homepage von Bewital agri sowie auf anderen Produktwebseiten finden Landwirte ab sofort den Agrando-Linkbutton. Auf dessen Handelsplattform kann man Produkte bei regionalen Händlern anfragen.

Landwirtssohn Jonathan Bernwieser war genervt vom vielen Faxen mit dem Landhändler. „Da muss eine bessere Lösung her“, dachte er sich. Bereits 2012 konzipierte er daher eine Online-Plattform...