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topplus Preisschere bei Jungbullen

Warum sind die Bullenpreise im Süden deutlich höher ?

Süddeutsche Mäster bekommen derzeit spürbar mehr für Bullen als im Nordwesten. Was sind die Gründe?

Lesezeit: 4 Minuten

Normalerweise sind die Erzeugerpreise für Jungbullen in Deutschland recht einheitlich. Doch im Herbst 2023 stiegen die amtlichen ­Notierungen für bayrische Jungbullen stark an und erreichten zum Jahreswechsel fast 5 € pro kg SG für U3-Tiere. Bullenmäster im Nordwesten bekamen für die gleichen Tiere deutlich weniger (siehe Übersicht). Zeitweise lagen die Preise im Süden 20 Cent über denen im Nordwesten. Die Entwicklung ist deshalb so interessant, weil Bayern in der Vergangenheit meist leicht unter dem Bundesschnitt lag.

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Der Grund für die Preisschere ist vor allem der fehlende Wettbewerb im Nordwesten. Dort fielen in wenigen Jahren etliche Schlachthaken weg:

  • Die Westfleisch SCE hat schon vor Jahren die Rinderschlachtung in Hamm eingestellt und lässt nun in das ferne Lübbecke in Nordost-Westfalen liefern.

  • Die Firma Tönnies hat im Herbst 2023 den Schlachtbetrieb im müns­terländischen Legden eingestellt – die Jungbullen müssen nun ins über 200 km entfernte Badbergen „gekarrt“ werden.

  • Die verbleibenden kleineren Schlachtbetriebe in Nordrhein-Westfalen (NRW), Frenken in Düren, Manten in Olpe und Willms in Bochum sind eher „kuh­lastig“. Der Grund: Hackfleisch lässt sich im Gegensatz zu den Edelteilen vom Jungbullen stetiger absetzen.

  • In Schleswig-Holstein hat die Vion im Herbst den Standort in Bad Bramstedt geschlossen.

Fehlender Wettbewerb

Der letzte Punkt hat dann offenbar im vergangenen Jahr das übliche Preis­gefüge durcheinander gebracht. Denn seitdem müssen viele Bullen aus dem hohen Norden nach Niedersachsen. Da gibt es zwar reichlich Rinderschlachthaken – aber die werden auch aus NRW bedient.

Niedersachsen schlachtet 2,5 mal so viel Großvieh wie NRW. Die Haken sind auch ohne hohe Preisofferten an die Mäster fast immer voll. Alternativen sind rar und da die Rindervermarkter schon jetzt recht weit fahren müssen, ist Personal und Laderaum knapp. Eine Tour mit Laden, Transport zum Schlachtbetrieb, Warten vor der Rampe, Abladen, Warten vor der Wagenwäsche und Heimfahrt wird eng, wenn man die Lenkzeiten mit einem einzelnen Fahrer einhalten möchte. Kein Wunder also, dass Vermarkter aus logistischen Gründen den nächstgelegenen Schlachtbetrieb bevorzugen.

In Bayern sieht die Welt noch besser aus: Es gibt deutlich mehr Rinderschlachtbetriebe: Waldkraiburg, Furth im Wald, Buchloe, Kempten. Weitere kleinere Schlachtstätten wie Augsburg,  Bamberg, Passau, Erlangen, und München ergänzen das Angebot. Und auch bis nach Ulm und Crailsheim in Baden-Württemberg ist es nicht weit. Die süddeutschen Schlachter müssen deshalb mehr anbieten, sonst fährt der Händler zum Nächsten.

Steigende Transportkosten

Eigentlich müssten die Händler die Bullen nun von Nord nach Süd fahren, um die Preisschere wieder zu schließen. So war es zumindest früher. Doch das lohnt sich wegen der hohen Transportkosten immer weniger. Für die vorgeschriebenen Ruhezeiten bräuchte man schon zwei Fahrer „auf dem Bock“. Der Lkw ist zwei bis drei Tage unterwegs und die früher üblichen Rückfrachten werden spärlicher (Stichwort: Ferkel und Schlachtsauen). Unter 16 Ct/kg SG ist der Transport von Nord nach Süd kaum noch zu machen. Abgesehen davon finden sich immer weniger Fahrer, die Touren über Nacht in Kauf nehmen.

Ganz so rosig, wie es zunächst klingt, ist die Welt im Süden dann aber auch nicht: Denn bayerische Schlachter holen sich ihr Geld bei den Kühen teilweise zurück. Die waren zuletzt ungefähr 10 Cent pro kg SG günstiger als im Norden. Denn die Viehkaufleute – die auch eine „eilige“ Kuh laden – fahren eben auch zum nächsten Schlachtbetrieb. Mit 5 bis 8 Tieren lohnen auch hier weitere Strecken nicht.

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